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Kritik an EZB-Politik: Scheinheiligkeit der Bundesregierung

Die Umlaufrendite der deutschen Staatsanleihen ist am 11. April 2016 zum ersten Mal in der Geschichte auf 0,00% gefallen.

Mit einer deutschen Staatsanleihe können Sie kein Geld mehr verdienen. Bedanken dürfen wir uns bei den Notenbanken.

Seit Jahren liegen die Zinsen nahe der 0%-Marke und Anfang 2016 senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in der Eurozone schließlich tatsächlich auf 0%.

Zudem wurde der Strafzins, den Banken zahlen müssen, wenn sie Gelder bei der EZB parken, von 0,3 auf 0,4% angehoben.

Für Sie als Sparer bzw. Anleger hat sich dadurch nicht viel geändert. Sie bekamen vorher so gut wie keine Zinsen für Ihre Ersparnisse und Sie bekommen nach der jüngsten Zins-Senkung noch weniger Zinsen für Ihr Erspartes.

Gewinner und Verlierer der Null-Zins-Politik

Das bedeutet: Die Sparer sind die größten Verlierer der Geld- und Zinspolitik der EZB. Nicht nur GeVestor übt derartige Kritik an den aktuellen Entscheidungen der Politik.

Bank-Experten gehen davon aus, dass den Deutschen im Zeitraum von 2010 bis 2016 knapp 200 Mrd. € an Zins-Einnahmen verloren gehen bzw. größtenteils schon verloren gegangen sind.

Doch wo Verlierer sind, da sind i. d. R. auch Gewinner. Wer also profitiert von den niedrigen Zinsen? Zu den Profiteuren gehören u. a. die „Häuslebauer“.

Die DZ Bank rechnet damit, dass zwischen 2010 und 2016 rund 144 Mrd. € an Zins-Ersparnissen – etwa beim Hausbau – zustande kommen.

Allerdings rechnet die DZ Bank auch damit, dass den Deutschen zwischen 2010 und 2016 343 Mrd. € auf Tagesgeld-Konten, bei Wertpapieren und Versicherungen entgehen.

Hieraus ergibt sich also eine Netto-Belastung für den durchschnittlichen Bundesbürger.

Der größte Profiteur der Null-Zins-Politik ist hierzulande die Bundesregierung, die aktuell sogar Geld dafür bekommt, wenn sie sich Geld mit kurzen oder mittleren Laufzeiten leiht.


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Was vielleicht etwas verrückt klingt, funktioniert in der Praxis so: Die Bundesrepublik emittiert derzeit Anleihen mit negativem Zins. Soll heißen: Diejenigen, die Deutschland Geld leihen, bezahlen aktuell dafür, dass sie dem deutschen Staat Geld leihen dürfen.

Der mit Abstand größte Profiteur ist also die Bundesrepublik Deutschland – und damit auch die Bundesregierung.

CDU und CSU gehen auf Stimmenfang

Umso dreister mutet es an, wenn sich derzeit Unions-Politiker (also Politiker von CDU und CSU) öffentlichkeitswirksam über die Politik der EZB beschweren.

„Der Wegfall der Zinsen produziert eine klaffende Lücke in der Altersvorsorge der Bürger“, sagt etwa Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU.

Recht hat er! Doch was er verschweigt, ist, dass er erstens keinerlei Einfluss auf die Geldpolitik der EZB hat und zweitens zu den größten Profiteuren dieser Geldpolitik gehört

So ist es dann auch recht einfach, über die EZB zu schimpfen, dabei jedoch zu wissen, dass sich dadurch nichts ändern wird.

Mit dieser Strategie wollen sich Dobrindt und Co. mit ihren Wählern und potenziellen Wählern solidarisieren. Diese Vorgehensweise halte ich für scheinheilig und v. a. auch für nicht zielführend.

Viel besser wäre es doch, wenn die Politik endlich mal anfängt, den Menschen erstens zu sagen, dass die Zeiten von historisch niedrigen Zinsen noch sehr lange anhalten werden und ihnen zweitens aufzeigen würde, wie sie sich in diesen Zeiten verhalten sollten.

Da dies aber nicht passieren wird, möchte ich Ihnen in der Folge einen Ausweg aus der Null-Zins-Phase aufzeigen.

Zudem erfahren Sie, warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben werden und ob zukünftig sogar Negativ-Zinsen für Sparer zu erwarten sind.

Zunächst möchte ich Ihnen allerdings einmal eine Antwort auf die Frage geben, ob zukünftig auch Negativ-Zinsen für Sparer zu erwarten sind.

Größte Kritik: Negativ-Zinsen für Sparer sind nicht ausgeschlossen

Z. T. gibt es sie schon: Negativzinsen für Sparer. So hat beispielsweise die Deutsche Skatbank im Mai 2015 einen negativen Guthaben-Zins eingeführt. Konkret bedeutet das in diesem Fall, dass Kunden ab einem Betrag von 500.000 € auf einem Konto einen Strafzins in Höhe von 0,25% zahlen müssen.

Holger Schmidt, Chef der Skatbank, versicherte zum damaligen Zeitpunkt: „Wir sind nicht von den Großbanken vorgeschickt worden, um die Reaktionen der Kunden auf negative Zinsen zu testen.“ Dennoch führten im Anschluss zahlreiche Banken zumindest für Großkunden ebenfalls Negativ-Zinsen ein.

Kommen wir jetzt aber zu der Frage, ob dies auch für kleinere Kunden bzw., wie es so schön heißt, Otto-Normal-Bürger möglich ist. Klare Antwort: Es ist zumindest nicht ausgeschlossen. Wahrscheinlich ist es aber erst ab 6-stelligen Beträgen.

Zwar müssen die Banken derzeit auch kleinere Guthaben subventionieren (also draufzahlen). Ihr Geschäftsmodell mit Spar- und Girokonten fußt aber auch nicht nur darauf, mit den Einlagen der Kunden Zinsgewinne zu erwirtschaften, sondern ist eine Mischkalkulation.

Wer bei einer Bank ein Girokonto, ein Sparbuch oder beides führt, ist eher geneigt, dort auch andere – weitaus margenstärkere – Geschäfte abzuschließen. Dazu zählt etwa, einen Immobilien-Kredit aufzunehmen oder das Geld in rentablere, aber auch provisionsintensivere Anlage-Formen zu überführen wie z. B. Bauspar-Verträge oder Investmentfonds.

Daher wäre es naheliegender für die Banken, ihre Erlöse über höhere Gebühren im Bereich dieser margenstärkeren Geschäfte zu steigern, statt den Stammkunden mit Negativ-Zinsen auf kleine Sparguthaben zu vergraulen.

Anders sähe es allerdings aus, wenn quasi alle Banken in dieser Sache an einem Strang ziehen würden. Dann gäbe es schließlich so gut wie keine Fluchtmöglichkeit mehr für die Sparer. Die Kritik am Bankenystem würde dann wohl nicht mehr abreißen.

Ihr Ausweg aus dem Zins-Dilemma

Kommen wir jetzt zu dem versprochenen Ausweg aus dem Zins-Dilemma; So können Sie der derzeitigen Null-Zins-Phase entkommen:

Ihr Ausweg sind dividendenstarke Aktien. Da wir weder die Höhe der Zinsen, noch die Dauer der aktuellen Null-Zins-Phase beeinflussen können, gilt es, das Beste aus der Situation zu machen.

Daher empfehle ich Ihnen, es nicht so zu machen, wie die meisten Deutschen und einfach nur zuzusehen, wie sie durch die niedrigen Zinsen schleichend enteignet werden.

Setzen Sie stattdessen auf Anlage-Formen, die Ihnen auch in Zeiten historisch niedriger Zinsen solide Renditen bringen.

Setzen Sie beispielsweise auf ausgewählte Dividenden-Aktien von substanzstarken Unternehmen mit krisenfesten Geschäftsmodellen.

11. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.