Kurs-Umsatz-Verhältnis: Eine Definition
Wachstumsunternehmen versprechen viel, machen aber oft noch keinen Gewinn.
Mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) können Sie Wachstumsunternehmen vergleichen und das lohnende Zukunfts-Investment finden.
Kurs-Umsatz Verhältnis: Unabhängig vom Gewinn
Gewöhnlich geht es um den Gewinn. Börsenkennzahlen wie das in dieser Reihe schon erläuterte Kurs-Gewinn-Verhältnis sind auf den Gewinn angewiesen, um aussagefähig zu sein.
Das sogenannte Kurs-Umsatz-Verhältnis KUV ist das nicht. Deshalb empfiehlt mein Kollege und Börsenexperte Rolf Morrien das KUV als Börsenkennziffer für die Unternehmen, die – noch – keinen Gewinn machen können, wie z.B. junge Unternehmen oder Wachstumsunternehmen.
Kurs-Umsatz-Verhältnis: Die Berechnung
Das KUV können Sie auf zwei Wegen berechnen. Variante Eins: Die Marktkapitalisierung, geteilt durch den Umsatz des Unternehmens, ergibt das Kurs-Umsatz-Verhältnis.
Oder, Variante Zwei: Aktien-Kurs durch Umsatz je Aktie. Grundsätzlich gilt: Je niedriger das KUV, desto preiswerter ist eine Aktie.
Die Einsatzmöglichkeiten: Beispiele
Beispiel A: Zwei junge Unternehmen entwickeln Suchsysteme für das Internet. Die beiden Firmen beackern den gleichen Markt, sind direkte Wettbewerber.
Beide Unternehmen schreiben rote Zahlen – das Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV fällt also als Vergleichskriterium aus.
Bleibt das KUV: Hat das erste Unternehmen ein KUV von 4, das zweite Unternehmen ein KUV von 6, dann ist das erste Unternehmen mit dem KUV von 4 günstiger bewertet.
Beispiel B: Die Chipindustrie ist eine stark schwankende Branche. Es geht hoch und runterIn dem einen Jahr verdient ein Chiphersteller Milliarden, im nächsten Jahr macht er Verlust. Damit Sie den Chiphersteller auch im Verlustjahr mit den Konkurrenten vergleichen können, bietet sich das KUV als Hilfsmittel an.
Beispiel C: Sie möchten eine Chemie-Aktie kaufen. Problem: Die beiden interessantesten Unternehmen haben ein identisches Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV.
Was tun? Auch in diesem Fall bietet sich das KUV an. Hat das eine Unternehmen ein KUV von 0,8, und das andere ein KUV von 1,2, dann ist das erstere preisgünstiger.
Börsen-Profi Rolf Morrien bringt die Vorteile des KUV auch für die Beurteilung etablierter Firmen auf den Punkt.
Die Faustformel heißt: Auch bei den herkömmlichen Unternehmen, die nicht in der Wachstumsphase sind, ist ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von unter Eins günstig.



