Fonds: Kurz- oder langfristiges Investment? – Die Unterschiede

Bevor Privat-Anleger den Kauf eines Investmentfonds planen, sollten sie sich über den entsprechenden Anlage-Horizont im Klaren sein.

Das ist der Zeitraum, den Anleger bei einem Investment einplanen (müssen). Dieser kann bei Fonds durchaus unterschiedlich ausfallen.

Wer seinen Fonds in einer Schwäche-Phase verkaufen muss, wird Verluste kaum vermeiden können.

Grundsätzlich gilt:

Bei Fonds mit relativ niedrigem Risiko sollte eine Anlagedauer von 2 – 5 Jahren eingeplant werden.

Bei Produkten mit hohem Risiko sollte man dagegen einen längeren Investitions-Zeitraum von 5 – 10 Jahren einplanen.

Bei Geldmarktfonds, die in aller Regel nur zur Überbrückung zwischen den Investments genutzt werden, reicht ein Anlage-Horizont von wenigen Monaten.

Risiko eines Fonds durch Volatilität bestimmt

Potentielle Anleger erkennen das Risiko, das sie beim Kauf eines Investmentfonds eingehen, an der sogenannten Volatilität.

Grob ausgedrückt bezeichnet die Volatilität die Schwankungs-Anfälligkeit eines Finanz-Produkts.


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Je höher die Volatilität, desto größere Schwankungen ihres Investments müssen Anleger im Investitions-Zeitraum tolerieren.

Dabei ist in jedem Fall zu beachten, dass die Volatilität eines Fonds genauso wie seine Entwicklung (Performance) immer nur im Nachhinein berechnet werden kann.

Überraschungen in positiver wie in negativer Hinsicht sind daher nicht ausgeschlossen.

Bei Aktien- und Anleihefonds besser mittel- oder langfristig planen

Geldmarktfonds können als kurzfristige Anlage betrachtet werden, da Anleger kaum Schwäche-Phasen durchzustehen haben. Allerdings bieten Geldmarktfonds auch nur relativ niedrige Renditen.

Für alle anderen Offenen Investmentfonds sollte ein Anlage-Horizont von einigen wenigen bis hin zu mehreren Jahren eingeplant werden.

Die wichtigsten Kriterien hierfür sind der Typ und der Anlage-Schwerpunkt des jeweiligen Finanz-Produkts.

Grundsätzlich gelten Anleihefonds als weniger risikobehaftet als Aktienfonds. Aber auch innerhalb der Fonds-Typen machen sich Unterschiede beim Risiko – und damit auch bei der Anlagedauer – bemerkbar:

Anleihe- oder Rentenfonds, die auf Staats- oder Firmen-Anleihen kurzer Laufzeiten setzen, weisen niedrigere Volatilitäten auf als solche mit dem Schwerpunkt mittlerer- oder langfristiger Laufzeiten.

Generell sollten Privat-Anleger bei Investitionen in Aktienfonds die längsten Zeitspannen einplanen, da bei diesen größere Durststrecken im Kursverlauf auftreten können.

Aktienfonds mit der Fokussierung auf große Aktiengesellschaften in Industrieländern gelten als weniger schwankungsanfällig als solche mit der Konzentration auf weniger entwickelte Wirtschaftsräume und kleinere Firmen.

Und die Fokussierung eines Fonds wirkt sich in den meisten Fällen unmittelbar auf die Volatilität aus.

Anleger sollten demnach bei Anleihe- und Aktienfonds – abhängig von der jeweiligen Volatilität – Anlage-Horizonte von 2 – 10 Jahren einkalkulieren.

Voraussichtliche Entwicklung und Volatilität im Blick behalten

Bevor Anleger ein Investment tätigen, sollten sie sich über den Zeitraum im Klaren sein, in dem sie nicht auf ihr Geld zurückgreifen können.

Erst danach sollten sie sich für eine bestimmte Investition entscheiden.

Informationen über die entsprechende Volatilität des von ihnen bevorzugten Fonds sind ebenso leicht zu beschaffen wie Fakten über die vorher gezeigte Entwicklung des Finanz-Produkts.

Die entsprechenden Kennzahlen werden in den Datenblättern (factsheets), in Zeitschriften oder im Internet immer wieder neu aktualisiert.

Auch für Privat-Anleger ist es durchaus sinnvoll diese als Grundlage für die Planung des Anlage-Horizonts zu verwenden.

Ob eine kurz-, mittel- oder langfristige Anlage für ihn in Frage kommt, muss jeder Investor für sich selbst entscheiden.

8. November 2014

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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