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Kweku Mawuli Adoboli: Der Milliarden-Zocker

Vom Praktikant zum Abzocker: 2,3 Milliarden US-Dollar Verlust der Großbank USB, dafür 7 Jahre Freiheitsstrafe: die Geschichte des Kweku Mawuli Adoboli.

Das seit der Finanzkrise erst wieder mühsam aufgebaute Vertrauen der Anleger in die UBS ist durch dieses Beispiel der Handelsspekulation stark erschüttert. Viele Kritiker der Firmenstruktur von Investmentbanken sahen sich daraufhin in ihrer die Forderung nach einer verstärkten Finanzmarktaufsicht bestärkt.

Kweku Mawuli Adoboli Weg zum Börsenspekulant

Dabei fing die Karriere Adobolis so viel versprechend an: Sein Praktikum bei der Großbankbank UBS führte ihn bis zu den Milliardengeschäften im Investmentbereich.

Seine Schattenbuchhaltung, die z.B. eine Überschreitung seines Handelslimits und Terminmissachtungen beinhaltete, fuhr jahrelang hohe Gewinne ein. Erst als Adoboli auch hohe Verluste verantworten musste, wurde die Bank auf seine Handelsaktivitäten aufmerksam.

Sein Aufstieg im Investmentbereich wurde dann 2011 gestoppt. Adoboli wurden unautorisierte Handelsgeschäfte sowie die Fälschung von Bilanzen vorgeworfen, die der Bank 2,3 Milliarden US-Dollar Verlust eingebracht hatte. Aufgrund dieses Missbrauchs seiner Position wurde Adoboli 2012 zu 7 Jahren Haft verurteilt. Adoboli legte gegen dieses Urteil jedoch Berufung ein.

Adoboli als Opferlamm der Investmentbank?

Adoboli räumte seine Mitschuld in diesem Spekulationsdrama auch vor Gericht bis zu einem gewissen Maße ein. Allerdings widersprach er der Ansicht der Anklage, er habe eine Position ausgenutzt, um sich selbst zu bereichern.

Er habe nie in betrügerischer Absicht gehandelt und sich lediglich vom Druck der Forderung nach immer höheren Gewinnen leiten lassen, so Abodoli. Von der Staatsanwaltschaft wurden diese Behauptungen jedoch als Schutzbehauptungen gedeutet.

In Börsenkreisen wird Adobolis Verurteilung mit ziemlicher Erleichterung aufgenommen worden sein. Denn die Verurteilung bescheinigt der Finanzbranche, keine Mitschuld an diesem Skandal zu tragen. Der Einzeltäter Adoboli steht im Mittelpunkt des Spekulationsskandals, sein Versuch, die Schuldfrage auf die Firmenstruktur der UBS und anderer Investmentbanken auszuweiten, scheiterte.

Vertrauen der Anleger erschüttert

Nicht nur die Finanzwelt steht bei Skandalen im Börsenumfeld regelmäßig Kopf, insbesondere das Vertrauen von Privatanlegern wird durch diese Beispiele der Gewinnsucht und Rücksichtslosigkeit im Investmentbereich stark beeinträchtigt.

Ob nun die Schuld allein bei einem Einzelbetrüger mit viel krimineller Energie liegt oder vielleicht doch der immerwährende Druck der Investmentbanken nach höheren Gewinnen eine gewisse Mitschuld an solchen Prozessen trägt, kann nicht definitiv geklärt werden.

Versagt hat in diesem Fall das interne Sicherheitssystem der Investmentbank, das diese unautorisierten Handelsgeschäfte nicht schnell erkannte. Eine stärkere Kontrolle der Finanzbranche scheint unabwendbar, um solche Skandale in Zukunft vermeiden zu wollen.

Privatanleger sollten sich bei schnellen Gewinn-Versprechen von Banken nicht zu rasch verlocken lassen. Geht der Handel schief, trägt nicht der Investmentbanker den Verlust, sondern die Anleger und die Bank.

Das Motto lautet: Vertrauen ist gut, sollte jedoch aufhören, wenn es um viel Geld geht. Kritische Nachfragen, das Sammeln von Hintergrundinformationen der empfohlenen Aktien oder Fonds und das Erkennen unseriöser Anlageangebote sollten Anleger immer in den Mittelpunkt ihrer Anlagestrategie stellen.

7. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.