MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Länderzertifikate Definition – von BRIC bis MIST

Zertifkate eröffnen Investitionsbereiche, zu denen ein Privatanleger ansonsten keinen Zugang hätte. Wer auf die Performance bestimmter Staaten setzt, findet für so ziemlich jedes Land Zertifikate. Meist werden Länderzertifikate in einem Atemzug mit Regionenzertifikaten genannt. Die Grenzen sind fließend, die Ansätze und Varianten verschieden.

Länderzertifikate Definition: in wachstumsstarke Länder investieren

Per Definition sind Länderzertifikate Anlageprodukte, die sich auf Anleihen, Länderindizes, oder Baskets als Basiswert beziehen. Es sind Zertifikate, die die Möglichkeit bieten, in wachstumsstarke Länder zu investieren, sei es als Volkswirtschaft, bestimmte Unternehmen oder typische Branchen.

Bei Regionenzertifikaten indes geht es um bestimmte Länder einer Region, in der die Anbieter vergleichbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen ausmachen. Allerdings gibt es häufig Überschneidungen.

Einfacher und wendiger als Fonds

Länderzertifikate haben gegenüber Fonds einen entscheidenden Vorteil: Sie können schneller aufgelegt werden, hängen weniger von Mindestvolumina ab und sind günstiger. Sie basieren entweder auf den jeweiligen Länderinidizes oder auf eigens konstruierten Aktienbarometern, in denen die Emittenten einige Standardwerte zusammengestellt haben.

Ländrindizes oder -Baskets können auch eine Reihe verschiedener Länder beinhalten. Dabei suchen die Emittenten Länder aus, die sie für besonders attraktiv halten. Damit wird das Risiko verteilt.

Von BRIC bis MIST

Bekanntes Beispiel sind die BRIC-Staaten. Populär wurde das Anlagethema mit dem Aufkommen der Schwellenländer bzw. Emerging-Markets. Der Trend hat sich mittlerweile überholt. Russland gilt seit der Ukraine-Krise als Problemkandidat und in China sind die Zuwachsraten längst abgeschwächt.

Hier werden aktuell verstärkt Spezialthemen angeboten, wie Infrastruktur- und Umweltindustrie. Ein Zertifikat auf chinesische Bondbaskets wiederum setzt auf Wechselkurssteigerungen. Wechselkurse müssen bei Länderzertifikaten immer berücksichtigt werden.

Nach den BRIC-Staaten kamen die „Next Eleven“, darunter Pakistan, Ägypten oder Vietnam, gefolgt von einem weiteren Kunstbegriff: MIST. Das Akronym steht für Mexiko, Indonesien, Südkorea, Türkei. Häufig wird auch von SMIT gesprochen. Auch dafür gibt es Zertifikate. Zumindest hat sich das Bruttoinlandsprodukt der vier Staaten in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Interessierte Anleger sollten jedoch nicht nur auf Rahmendaten wie BIP und Demografie schauen. Dass die Realität begründete Hoffnungen schnell einholt, zeigt die teils mäßige Bilanz vieler BRIC-Fonds.

Andere Kürzel wie CECE für Osteuropa-Staaten oder TIP für den Pazifikraum stehen zwar ebenfalls für Länderinvestitionen, beschreiben aber Weltregionen und betreffen somit eher Regionenzertifikate.

Länderzertifikate und Grenzen

Länderzertifikate stehen aber oft auch vor Grenzen. Saudi-Arabien oder die Mongolei etwa sind aufgrund von Kapitalkontrollen und Handelsbeschränkungen für ausländische Investoren schwer zugänglich. Dabei wären sie mit ihren Bodenschätzen interessante Anlageziele. Exotische Länder sind für Anleger generell mit höheren Risiken verbunden und in der Regel teurer.

Wer Hebelprodukte sucht, wird derzeit bei der Société Générale fündig. Die SG bietet Sprinterzertifikate auf den französischen CAC-40-Index, Spaniens Ibex, den italienischen FTSE MIB und den Euro Stoxx 50. Zudem sind länderspezifische Branchen im Angebot wie Versicherung, Telekom oder Grundstoffe.

3. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.