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Landesbank Baden-Württemberg – Skandale abgeschüttelt?

Die Spätfolgen der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise bringen die Landesbank Baden-Württemberg auch 2014 noch in die Schlagzeilen. Die größte deutsche Landesbank wurde mit Hilfszahlungen in Höhe von 5 Milliarden € gerettet. Ein Prozess, der ehemaligen Managern der Landesbank Baden-Württemberg wegen Bilanzfälschung gemacht wurde, ließ Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Rettung aufkommen.

Die Landesbank Baden-Württemberg in der Finanzkrise

Durch die Finanz- und Bankenkrise platzten die Träume der deutschen Landesbanken sich zu Globalplayern zu entwickeln. Während die ersten Wellen der Finanzkrise schon mehrere Landesbanken an den Rand der Pleite brachten, zeigten sich die Bilanzen der Landesbank Baden-Württemberg noch erstaunlich stabil.

So wurde im Jahr 2007 die kollabierte Sachsen LB übernommen. Die mittlerweile aufgelöste West LB wäre beinahe auch noch in die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)eingegliedert worden. Als die Lehman Pleite die Finanzwelt erschüttert, muss auch die LBBW 2009 Hilfe in Höhe von 5 Milliarden € in Anspruch nehmen um die drohende Pleite abzuwenden.

Vorwurf der Bilanzfälschung gegen ehemalige Top-Manger der LBBW

In der Folge der Rettungsmaßnahme kommen Vorwürfe auf, dass die Führungsspitze der Landesbank Baden-Württemberg die tatsächliche Lage in der Bilanz verschleiert hat, um so die Rettung zu ermöglichen.


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So sollen verlustbringende Kreditverbriefungen aus den Jahren 2005 bis 2009 in Zweckgesellschaften verschoben worden und somit aus der Konzernbilanz verschwunden sein. Hierdurch wurden erhebliche Risiken bei der Rettung der Bank verschleiert. Angeklagt wegen Bilanzfälschung wurden der damalige Chef, Siegfried Jaschinski, und 6 weitere Topmanager der Landesbank Baden-Württemberg.

Von den Angeklagten ist zum Prozessauftakt nur noch Michael Horn als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates im Unternehmen aktiv. Auf eigenen Wunsch wurde Herr Horn zu Prozessbeginn von seinen Aufgaben freigestellt.

Der Prozess bringt keine Verurteilung

Das Gericht vertrat die Meinung, dass die zum Tatzeitpunkt noch neuen Regelungen der Bankenaufsicht den Banken allgemein sehr viel Spielraum einräumten. Die Bilanzierung des Jahres 2008 sei zwar fragwürdig, wurde aber letztendlich von der Bankenaufsicht zugelassen.

Es wurde sich auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage geeinigt. Rein juristisch sind die Angeklagten damit aus dem Schneider, ein wenig fader Beigeschmack verbleibt jedoch, denn ein klarer Freispruch sieht anders aus.

Landesbank Baden-Württemberg will zurück zum Tagesgeschäft

Seitens der Landesbank Baden-Württemberg zeigt man sich erfreut über den Ausgang des Verfahrens. Man will sich nun endlich wieder auf das Tagesgeschäft konzentrieren und das ist schon hart genug. Neben der geplanten Rückzahlung der ersten Milliarde der Hilfszahlungen belasten die schwache Kreditnachfrage und gestiegene Kosten durch härtere Kontrollen das Geschäft der Bank.

Das Vorsteuerergebnis der Bank brach im ersten Quartal 2014 um 16% auf 74 Millionen € ein. Der Gewinn stagniert bei 68 Millionen €. Durch eine erhöhte Eigenkapitalquote sieht die Bank sich jedoch gut gerüstet für die kommenden Stresstests durch die EZB. Auch die Aufhebung der Freistellung von Michael Horn soll zurück zu einem normalen Geschäftsalltag führen.

Ausfallrisiko für Anleger wieder geringer

Trotz der schwachen Zahlen im ersten Quartal zeigt sich die Bank mit dem Ergebnis zufrieden und hält an der Prognose für 2014 fest. Rückendeckung bekommt die Bank  durch die Ratingagentur Moody´s, welche die Landesbank Baden-Württemberg im Mai 2014 mit einer wesentlich besseren Kreditfähigkeit als zuvor bewertet hat. Für Anleger die in Anleihen oder von der LBBW ausgegebene Fonds investiert sind, wird das Ausfallrisiko also wieder geringer eingestuft.

Aber auch wenn das Geschäft der LBBW wieder in ruhigere Fahrwasser kommt und der Prozess wegen Bilanzfälschung keine juristischen Folgen mehr hat, der entstandene Imageschaden dürfte der Bank noch eine ganze Weile anhängen.

16. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.