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Langfristiger Nominalzins zeigt Bonität auf – die EU als Beispiel

Die Höhe des Zinssatzes auf Staatsanleihen ist eine von 5 Kriterien des Maastrichter Vertrages, den die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union 1992 unterzeichneten.

Die Kriterien sind für alle Mitglieder verbindlich und haben zum Ziel, die wirtschaftliche Stabilität der EU zu wahren.

Diese Vorgaben werden auch Konvergenzkriterien genannt. Neben dem Preisniveau, der Stabilität von Wechselkursen und den öffentlichen Haushalten gehört auch der langfristige Nominalzinssatz auf Anleihen des jeweiligen Staates dazu.

Langfristiger Nominalzins: Bedeutung für die EU

Für die EU ist ein langfristiger Nominalzins auf Staatsanleihen ein wichtiges Kriterium, da er Rückschlüsse auf die Bonität des Mitgliedsstaates zulässt.

Mehr zum Thema: Staatsanleihen: Wenn Privatanleger und Investoren dem Staat Geld leihen

Denn: Ist der Staat nicht auf fremdes Kapital angewiesen, so sind die Zinsen auf seine Anleihen niedrig. Das Land kann seinen Kapitalbedarf aus eigener Kraft decken. Ist das nicht der Fall, sind die Zinsen hoch.

Da der Markt ein höheres Kreditrisiko berücksichtigt, hat dies dies wiederum einen Zinsanstieg zur Folge, wodurch das Konvergenzkriterium des Mitglieds mitunter nicht mehr erfüllt wird.

Kriterien wie die Stabilität von Wechselkursen können theoretisch auch durch eine unseriöse Wirtschaftspolitik erfüllt werden. Ein langfristiger Nominalzins dient daher dazu, recht verlässlich Aufschluss über den Zustand einer Volkswirtschaft zu geben.

Berechnung des Referenzwertes für Nominalzinsen auf Staatsanleihen

Ein langfristiger Nominalzins wird im Laufe eines Zeitraums von 12 Monaten ermittelt, wobei die Zinssätze der Staatsanleihen herangezogen werden und anschließend der Durchschnittswert errechnet wird.

Dieser Mittelwert darf einen Referenzwert nicht überschreiten, welcher ebenfalls jährlich neu festgelegt wird.

Hierbei werden die Zinssätze der 3 preisstabilsten Mitgliedsstaaten des Vorjahres herangezogen und es wird ebenfalls der Mittelwert ausgerechnet, der um nicht mehr als 2 Prozentpunkte überstiegen werden darf.

2010 waren Estland, Portugal und Belgien die EU-Länder mit den stabilsten Preisen und kamen im Mittel auf einen langfristigen Nominalzinssatz von 4%. Die Toleranz von 2 Prozentpunkten aufgeschlagen, ergab sich so ein Referenzwert von 6%.

Kein langfristiger Nominalzins der Euro-Staaten überschritt diese Grenze, während EU-Länder wie Litauen, Lettland, Ungarn und Rumänien deutlich darüber lagen.

So funktionieren Anleihen

Anleihen werden von Unternehmen, Banken, aber auch von Staaten ausgestellt und dienen einer langfristigen Fremdfinanzierung durch den Käufer.

Käufer von Anleihen erwerben – anders als bei Aktien – keine Anteile des Emittenten, sondern verleihen ihr Geld über einen oft langfristigen Zeitraum.

Mehr zum Thema: Was Sie über Anleihen wissen sollten

Hierbei bezahlt der Käufer den Nennwert der Anleihe und bekommt vom Aussteller einen jährlichen Zinssatz garantiert.

Da sich dieser Zins auf den Nominalwert bezieht und eine Anleihe meist eine Laufzeit von mehreren Jahren hat, wird er auch langfristiger Nominalzins oder Kupon genannt.

Neben der jährlichen Zinszahlung erhält der Anleger gegen Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe zurück.

8. Februar 2013

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Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.