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Lebensversicherungen – Abgeltungssteuer nur in bestimmten Fällen

Die Abgeltungssteuer ist seit 2009 in Kraft und erfasst als Quellensteuer alle Erlöse aus Kapitalanlagen. Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne werden seither mit pauschal 25% automatisch versteuert. Lebensversicherungen aber, die zur Vorsorge im Alter gedacht sind, unterliegen grundsätzlich nicht der Abgeltungssteuer – abgesehen von Ausnahmen.

Lebensversicherung – grundsätzlich keine Abgeltungssteuer

Die Lebensversicherung wurde vom Gesetzgeber bewusst von der Abgeltungssteuer ausgenommen. Und zwar nicht, um sie besser zu stellen. Im Gegenteil: Würde sie von der Abgeltungssteuer erfasst, so wäre bei ihr der Ertragsanteil nicht zu 25% sondern nur 12,5% zu versteuern.

Grund: Bei Lebensversicherungen werden die Erträge nur zu Hälfte besteuert – sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Damit aber wären Lebensversicherungen gegenüber anderen Investments einseitig begünstigt. Deshalb die Ausnahme. Versteuert wird über die Einkommenssteuererklärung zum persönlichen Steuersatz.

Abgeltungssteuer – kein Privileg für Lebensversicherungen

Übrigens: Vor Inkrafttreten der Abgeltungssteuer hielt das Bundesfinanzministerium länger an seinen ursprünglichen Plänen zur Quellenbesteuerung von Lebensversicherungen fest.

Erst auf massive Kritik von Banken und Fondsgesellschaften wuchs beim obersten deutschen Kassenwart die Einsicht, dass die ungewollte Privilegierung dieses Anlageprodukts nicht darstellbar ist.


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Lebensversicherungen – Voraussetzungen zu hälftigen Besteuerung

Die Voraussetzungen für die hälftige Besteuerung betreffen zum einem die Mindestlaufzeit: Die Versicherung muss auf jeden Fall 12 Jahre gehalten und darf erst dann ausgezahlt werden. Zum anderen das Eintrittsalter: Mit Datum der Fälligkeit, also der Auszahlung, muss der Versicherungsnehmer mindestens 62 Jahre alt sein.

Diese beiden Anforderungskriterien betreffen alle Neuverträge, die seit 2012 abgeschlossen wurden. Bei Policen, die im Zeitraum davor seit 2005 unterzeichnet wurden, darf die Auszahlung schon zum 60en Geburtstag erfolgen. Nicht aber davor.

Lebensversicherungen – Altverträge steuerfrei

Völlig anders sieht es hingegen bei Lebensversicherungen bis Ende 2004 aus. Diese Altverträge genossen völlige Steuerfreiheit. Allerdings auch hier nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Mindestlaufzeit beträgt 12 Jahre. Der Todesfallschutz bei Kapitallebensversicherungen muss 60% betragen. Und die Versicherung darf nicht zur Besicherung von Krediten abgeschlossen sein.

Werden bei den Altverträgen die Voraussetzungen der Steuerfreiheit erfüllt, so greift die Abgeltungssteuer nicht. Sind sie nicht erfüllt, so greift die Abgeltungssteuer. Bemessungsgrundlage sind dabei rein die erzielten Zinsen.

Werden bei Neuverträgen die Voraussetzungen für die hälftige Steuerpflicht erfüllt, so greift die Abgeltungssteuer nicht. Werden sie nicht erfüllt, so greift die Abgeltungssteuer. Bemessungsgrundlage ist der Unterschiedsbetrag zwischen Auszahlungssumme und den eingezahlten Beiträgen.

Die Abgeltungssteuer schlägt auch dann zu, wenn bei Neuverträgen die Lebensversicherung vor 12 Jahren gekündigt wird. Bei Verträgen ab 2012 betrifft dies nicht nur die Kündigung, sondern auch den Verkauf.

Lebensversicherung – halbe Steuer trotz voller Steuervorauszahlung

Zwischenfazit: Die Abgeltungssteuer hängt von der Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen ab. Wie aber steht es mit der Tatsache, dass selbst beim Vorliegen aller Anforderungen an eine abgeltungssteuerfreie Auszahlung dennoch pauschal 25% vom Versicherer einbehalten werden? Also doch eine Abgeltungssteuer?

Nun, der Staat will verhindern, dass Erträge in der Steuererklärung unterschlagen werden. Deshalb muss bei Auszahlung die Versicherung zunächst eine Kapitalertragssteuer als Steuervorauszahlung einbehalten. Diese Vorgehensweise kommt eigentlich einer Abgeltungssteuer gleich. Der Begriff wird jedoch gerne vermieden. Und letztlich trifft er auch nicht ganz zu.

Der scheinbare Widerspruch erklärt sich so: Die Steuervorauszahlung betrifft den vollen Betrag und nicht nur die Hälfte. Auf diese Art entsteht keine steuerliche Bevorzugung gegenüber anderen Vermögensanlagen.

Gleichzeitig entsteht ein Spagat zwischen der faktischen vollen Vorversteuerung zu 25% und dem Recht des Versicherungsnehmers auf eine nur hälftige Besteuerung. Dieses Recht löst er ein, indem er den erhaltenen Ertrag in seiner Steuererklärung deklariert. Abgerechnet werden dann nur 50% zum persönlichen Steuersatz. Was vorab zu viel gezahlt wurde, wird zurückerstattet.

Fazit: Werden alle Voraussetzungen erfüllt, so unterliegt die Lebensversicherung nicht der Abgeltungssteuer. Die einbehaltene Steuervorauszahlung ist ein systembedingter Zwischenschritt.

29. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.