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Leerstand bei Ladenflächen nutzen – Gastromieter sinnvoll?

Dass Ladenflächen in B- und C-Lagen häufig leer stehen, ist nichts Neues. Wenn sich dann länger nichts tut, denken die meisten Vermieter über eine Umnutzung nach. Vom Laden zur Wohnung ist eine Nutzungsänderung nötig, weshalb viele ihr Glück mit Gastronomen (meist Imbissen) versuchen. Aber dies löst das Problem nicht langfristig.

Onlinehandel macht Gewerbevermietern das Leben schwer

Mit Gewerbemiete lässt sich nach wie vor gutes Geld verdienen – in A-Lagen wie Fußgängerzonen, wo eine hohe Passantenzahl Laufkundschaft garantiert. Aber viele gerade ältere Immobilien in Randlagen bieten ein Mischkonzept – oben wohnen, unten Gewerbe. Wo früher der Lampenladen, der Staubsaugerverkäufer oder eine kleine Boutique ums Überleben kämpften, herrscht heute gähnende Leere. Der Onlinehandel hat ihnen allen einen unaufhaltsamen Tod beschert.

Umbau in Gastronomie-Flächen teuer und aufwendig

Für Imbisse werden immer wieder Flächen gesucht, viele Vermieter greifen dann aus Verzweiflung zu und investieren sogar noch in einen Umbau: Abluftanlagen, geeignete Küchenfläche und Gebühren schlagen stark zu Buche.

Aber der zynische Spruch „Wer nichts wird, wird Wirt“ deutet es schon an: Hier tummeln sich zahlreiche Quereinsteiger ohne ausreichende Erfahrung oder ein stabiles, tragfähiges Geschäftskonzept. Im ersten Dreivierteljahr 2016 meldeten in Deutschland fast 1800 Gastronomen Insolvenz an (Gesamtbetrag Betriebsinsolvenzen in dieser Zeit: 16.480). Dies ist der vierthöchste Betrag aller Branchen.

Große Ketten, die nach wie vor ihr Publikum anziehen, ignorieren solche Nebenlagen, also bleiben nur kleinere Läden als potenzielle Mieter. Auch der langfristige demografische Trend spricht gegen die Gastronomen: Die Deutschen werden immer älter und gehen seltener aus. Aber wurde die Fläche einmal teuer und aufwendig für gastronomische Nutzung umgebaut, ist es nicht einfach, sie zurückzubauen.

Barrierefreies Wohnen als Alternative

Was also tun? Wer leerstehende Ladenlokale in seiner Immobilie zu beklagen hat, tut gut daran, diese – je nach Umgebung – in Büros oder Wohnungen umzubauen. Zwei Argumente sprechen dafür:

Zum einen befinden sich Ladenlokale meistens im Erdgeschoss. Daher können Sie vom großen Bedarf an barrierefreiem Wohnraum profitieren und dabei noch einige der vielen Fördermöglichkeiten für barrierefreien Umbau für sich nutzen.

Büroräume in der Stadt gefragt

Zweitens ermöglicht die wachsende Start-up Szene einen lukrativen Ausbau in Bürogebäude. Unternehmen, die noch in den Kinderschuhen stecken, reicht oft ein einziger Raum, um ihrer meist technologieintensiven Geschäftstätigkeit nachzukommen. Entscheidend ist hier aber die richtige Lage: Auf dem Land dürfte sich diese Alternative nur selten lohnen.

Wer aber ein passendes Objekt hat, kann auf die eine oder andere Weise Mieteinnahmen langfristig sichern und muss beim Umbau nicht den kostspieligen Anforderungen gastronomischer Betriebe gerecht werden – ohne konkrete Aussichten auf ein anhaltendes Mietverhältnis zu haben.

10. Januar 2017

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Maria Schädlich
Von: Maria Schädlich.

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