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Leerverkäufe: Beispiel

Ein paar Beispielszenarien wie sich ein wirklicher Leerverkauf abspielen könnte.

Ein Szenario – drei Möglichkeiten

Stellen wir uns dazu ein ganz konkretes aber simples Szenario vor: Ein Händler möchte in den Leerverkauf einer bestimmten Aktie einsteigen, die augenblicklich zu 200 Euro das Stück gehandelt wird.

Dazu sieht er sich am entsprechenden Markt um und findet einen Verleiher für das Wertpapier, also jemanden, der die Aktie tatsächlich besitzt.

Von diesem leiht er eintausend Stück zu einer Gebühr von 6% pro Papier. Es werden also erst einmal 6.000 Euro Leihgebühr für den Leerverkäufer fällig.

Jetzt verkauft er die Aktien sofort und noch zum selben Kurs (also 200 Euro) an der Börse. Findet er einen Abnehmer nimmt er dabei nun 200.000 Euro ein – 1000 Aktien multipliziert mit 200.

Nun hat er eine vertraglich festgeschriebene Frist, bis zu der er die Aktien dem Käufer auch wirklich liefern muss.

Gewinn durch fallenden Kurs

Bis dahin kann eines von mehreren Dingen geschehen. Entweder der Kurs fällt tatsächlich, sagen wir auf 150 Euro pro Aktie.


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In diesem Fall kann der Leerverkäufer sie jetzt günstiger erwerben als vormals der Käufer.

Er gibt also 150.000 Euro aus und kann die eintausend Aktien pünktlich liefern. Nach Abzug der ursprünglichen Leihgebühr beträgt der letztliche Gewinn satte 44.000 Euro:

200.000 Euro (Verkaufserlös) minus 150.000 Euro (aktuelle Kosten für die Aktien) minus 6.000 Euro (Leihgebühr vom Beginn).

Und wenn der Kurs steigt?

Es kann aber auch anders laufen. Wenn der Kurs entgegen der Erwartungen auch nur leicht steigt, steht er zum Beispiel kurz vor Fälligkeit bei 205 Euro pro Aktie.

Jetzt hat der Leerverkäufer keine Wahl und muss das Papier teurer einkaufen, als er es selbst ursprünglich verkauft hatte.

Er gibt also nun 205.000 Euro für die tausend Aktien aus, die er liefern muss. Da er selber nur 200.000 Euro bekommen hatte, beträgt sein Verlust jetzt schon 5.000 Euro.

Dazu werden aber trotz allem auch noch die Leihgebühren fällig und der Gesamtverlust beläuft sich auf 11.000 Euro. Und das bei einem Anstieg von nur 2,5 Prozent.

Verluste auch bei Kursstagnation

Und was ist die dritte Möglichkeit? Genau: Es könnte auch sein, dass sich der Kurs einfach überhaupt nicht vom Fleck bewegt und am Rückgabetermin immer noch genau 200 Euro pro Aktie beträgt.

Dann muss der Leerverkäufer dieselben 200.000 Euro, die er vom Käufer bekommen hat, jetzt in die Aktie investieren, um die versprochenen 1000 Stück rechtzeitig liefern zu können.

Kosten und Einnahmen gleichen sich also eigentlich genau aus, allerdings muss er trotzdem die Leihgebühr bezahlen.

Sein Gesamtverlust beträgt in diesem Fall also immer noch 6.000 Euro.

Wie man an diesen einfachen Beispielen erkennen kann, liegen beim Handel mit Leerverkäufen hohe Renditen und empfindliche Verluste nah beisammen.

Doch wie sieht es eigentlich mit dem viel zitierten Verbot von Leerverkäufen aus?

Mehr dazu: Leerverkäufe Deutschland: Verboten oder nicht?

11. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.