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Leerverkäufe: „Programm zur Verbesserung der Aktienrendite“ abschalten

„Programm zur Verbesserung der Aktienrendite“, das hört sich doch gut an!

Wer hätte nicht gerne eine „Verbesserung der Aktienrendite“?!

Und doch ist es ratsam, an diesem Programm nicht teilzunehmen bzw. es zu stoppen, wenn Sie unbewusst daran teilnehmen.

Denn dabei handelt es sich um ein zweifelhaftes Geschäft, bei dem Ihr Broker Ihre Aktien verleiht, die eigentlich als geschütztes Sondervermögen in Ihrem Depot liegen.

Überraschende Gutschrift im Depot nicht unbedingt positiv

Es kann passieren, dass Sie eine überraschende Gutschrift in Ihrem Depotkonto vorfinden und diese nicht zuordnen können.

Sie fragen beim Broker nach und es zeigt sich: Er hat Ihre Aktien verliehen. Dafür hat er eine Verleihgebühr kassiert. Einen Teil davon haben Sie als Gutschrift erhalten.

Wenn Ihnen das passiert ist, haben Sie Ihrem Broker bei der Depot-Eröffnung (unter Umständen unwissentlich) erlaubt, so zu handeln.

„Depot-Optimierung“ nach Brokers Art

Bei dem Broker Interactive Brokers (IB) nennt sich das: „Programm zur Verbesserung der Aktienrendite“. Andere Broker und Banken nennen es anders, handeln aber oft ebenso.

Bei der Eröffnung eines Depots erlauben Sie Ihrem Broker (unter Umständen), „Ihre im Depot befindlichen Wertpapiere im Austausch eines Bargeldbetrags zu leihen und diese an andere Trader gegen eine Gebühr zu verleihen. Für den Verleih der Wertpapiere erhalten Sie als Verleiher der Wertpapiere also eine Leihgebühr, die für zusätzliche Rendite sorgt.“ (Zitat eines Brokers)

Wenn Sie dem aktiv zustimmen oder nicht widersprechen, darf der Broker Ihre Aktien verleihen.


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Ein anderer Anleger leiht sich diese und tätigt damit sogenannte Leerverkäufe. Er verkauft Aktien, die er nicht besitzt. Seine Strategie ist die des Leerverkaufs:

Er verkauft z.B. 1.000 Aktien zu 50 € und will sie später für 49 € zurückkaufen – erst Verkauf zu gesamt 50.000 €, dann Rückkauf zu gesamt 49.000 €. Das sind 1.000 € Gewinn abzüglich der Leihgebühr.

Die 1.000 Aktien hat er sich von seinem Broker geliehen, ggf. von Ihnen. Das nennt sich aus Sicht des Anlegers „gedeckter Leerverkauf“. Immerhin hat er die Aktien ja leihweise.

Der Broker kassiert dafür die Verleihgebühr und gibt Ihnen etwas ab (wie oben bereits beschrieben).

Gedeckter Leerverkauf mit geliehenen Aktien ist nicht gedeckt

Das Problem: In der Kette der Käufe und Verkäufe fehlen die Aktien aber trotzdem.

Denn Sie, der Eigentümer der Aktien, der von dem Leerverkauf nichts merkt, können ja auch weiterhin über die Aktien verfügen. Sie können diese z.B. ebenfalls verkaufen. Das heißt: 2 Anleger verfügen über denselben Aktienbestand.

Juristisch ist das einwandfrei – so wie der meiste zweifelhafte Kram, den sich Banken ausdenken.

Vom logischen Menschverstand her sage ich jedoch: Wenn 2 Anleger jeweils über dieselben 1.000 Aktien verfügen können, dann fehlen die irgendwo. Der gedeckte Leerverkauf ist Augenwischerei.

Und es geht ja auch noch weiter: Der Leerverkäufer verkauft die Aktien, ein anderer Anleger erwirbt sie. Möglicherweise werden sie von seinem Broker erneut verliehen. Das kann im Grunde endlos so weitergehen.

Kommt es zum Crash, fehlen die Aktien an irgendeiner Stelle. Das kann dann natürlich auch bei Ihnen sein.

Da die Hauptprofiteure dieser dubiosen Geschäfte Banken und Broker sind, gilt mal wieder: Die Banken zocken mit allem, was sie haben oder – so wie hier – auch nicht haben.

Untersagen Sie Ihrem Broker diesen Unsinn!

Ich empfehle Ihnen, dass Sie das „Programm zur Verbesserung der Aktienrendite“ abschalten. Bei Interactive Brokers (IB) können Sie das z.B. in der Kontoverwaltung vornehmen.

Klicken Sie in der Kontoverwaltung / im Account Management auf „Konto verwalten“ > „Handelskonfiguration“ > „Permissions“.

Anschließend können Sie den Haken bei „Programm zur Verbesserung der Aktienrendite“ entfernen und auf „weiter“ klicken.

Wenn dort aber kein Häkchen ist, ist alles o.k. Dann nehmen Sie an diesem Programm sowieso nicht teil – gut so!

So oder ähnlich können Sie das bei den Brokern Interactive Brokers, ADIF Brokerage, Agora Direct, Cap Trader und Lynxbroker prüfen und ggf. abstellen.

Bei anderen Banken und Brokern empfehle ich die Nachfrage, ob es diese Praxis ebenfalls gibt, und ob Sie sich dafür aktiv oder automatisch bei Depot-Eröffnung angemeldet haben.

Und wenn Sie diesem Programm zugestimmt haben, ist das Untersagen dieser Geschäfte empfehlenswert.

Empfehlung: Strategie zur Verbesserung der Aktienrendite

Statt dieses Unsinns können Sie die Strategie zur Verbesserung der Aktienrendite anwenden – klingt ähnlich, ist jedoch anders, seriös und viel besser.

Es handelt sich hierbei nämlich um den Verkauf von Call-Optionen auf Aktienbestände; „Zusatzrendite auf Aktienbestände“ nenne ich es.

Die Neue Züricher Zeitung nannte diese Strategie „Die geeignete Optionsstrategie für Ihre Mutter“, weil sie dermaßen sicher ist.

Davon erzählen Ihnen die Banken aber natürlich meist nichts…

13. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.