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Abgeltungssteuer und Leerverkäufe: Beachten Sie diese Änderungen

Bereits seit dem Jahr 2009 gibt es die Abgeltungssteuer nun. Es kommen dennoch immer wieder Unklarheiten in manchen Detailfragen bezüglich Regelungen auf. Aktive Anleger, die auch Leerverkäufe von Aktien tätigen, profitieren von einer Neuregelung, die die Erstattung ihrer Steuern betrifft.

Dank der Änderung bei der steuerlichen Behandlung von Übernacht-Leerverkäufen erhöht sich deren Attraktivität für aktive Trader deutlich. Beim Leerverkauf oder dem so genannten Short-Selling verkauft der Anleger Aktien, welche er de facto nicht besitzt.

Er setzt daher darauf, dass er die Papiere später zu einem günstigeren Preis zurückkaufen und somit einen Gewinn erzielen kann. Falls seine Rechnung aufgeht, ist die Differenz zwischen dem höherem Verkaufspreis und dem niedrigerem Rückkaufspreis der Gewinn aus seiner Transaktion. Damit ist es möglich, von fallenden Kursnotierungen zu profitieren.

Neue Steuerregeln führen nicht mehr zu Liquiditätsnachteilen

Wenn zwischen Leerverkauf und Eindeckungskauf mehrere Tage liegen, kann der mögliche Gewinn zum Verkaufszeitpunkt nicht berechnet werden, da der Rückkaufpreis noch gar nicht bekannt ist. Bei Short-Geschäften und Eindeckung binnen desselben Tages trat das Problem wegen taggleicher Buchungsläufe nicht auf. Daher wurde mit Einführung der Abgeltungssteuer eine Ersatzbemessungsgrundlage festgelegt.

Das Finanzamt betrachtete mit den bisherigen Steuerregeln 30% des Veräußerungserlöses aus dem Leerverkauf als Gewinn und berechnete auf diesen Teil die Abgeltungssteuer in Höhe von 25%. Wenn der tatsächliche Gewinn nach dem Eindeckungskauf unter diesen 30% lag, hatte der Trader zu viel Abgeltungssteuer bezahlt.

Das Problem war daher, dass er diese zu viel bezahlte Steuer erst im Folgejahr im Rahmen seiner jährlichen Steuererklärung zurückfordern konnte. Somit stand ihm während des Jahres weniger Liquidität zur Verfügung. Die Änderung der Steuerregeln löst diese steuerliche Benachteiligung bei Short-Geschäften und verbessert so die Situation der Leerverkäufer.

Genau wie bei herkömmlichen Wertpapiergeschäften, bei denen zunächst Papiere gekauft und dann verkauft werden, können dank der neuen Regelung auch bei Leerverkäufen Gewinne und Verluste aus dem Geschäft jetzt ebenfalls bereits unterjährig miteinander verrechnet werden.

Leerkäufe und Abgeltungssteuer: Eine Beispielrechnung zur Veranschaulichung

Folgende Beispielrechnung eines Onlinebrokers veranschaulicht die Änderung. Der Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuern werden dabei nicht berücksichtigt. Nehmen wir an, dass ein Leerverkauf zu einem Erlös von 10.000 Euro führt. Auf den fiktiven Gewinn von rund 3.000 € (30% von 10.000 Euro) werden 25% Abgeltungssteuer abgeführt.

Das ergibt also 750 €. Für den Eindeckungskauf einige Tage später werden weitere 9.000 € bezahlt. Der tatsächlich zu versteuernde Gewinn beträgt demnach nur 1.000 €, die Abgeltungssteuer entsprechend 250 €. Am Tag nach dem Eindeckungskauf erhält der Onlinebroker eine Steuerrückerstattung von rund 500 €. Nach der alten Steuerregelung wären diese 500 € erst bei der jährlichen Steuererklärung erstattet worden.

27. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.