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Leitzins: Definition des Regulationsmittels

Was genau der Leitzins ist und woraus er sich zusammensetzt, ist nicht nur für Geschäftsbanken interessant. Eine Definition von Leitzins erklärt die Bedeutung des Begriffs in Zusammenhang mit Krediten und Geldanlagen.

Gerade für Privatanleger und Kreditnehmer ist der Leitzins eine wichtige Sache: Schließlich entscheidet er über hohe oder niedrige Zinsen und gibt so Anreize zu investieren oder zu sparen. Doch auch die gesamte wirtschaftliche Lage eines Landes kann durch den Leitzins gesteuert werden.

Leitzins: Definition

Der Leitzins ist der Zinssatz, der von der zuständigen Zentralbank oder einer Währungsunion festgelegt wird. Er soll den Kapitalmarkt steuern und ist ein wesentlicher Bestandteil der Geldmarktpolitik. Zu diesem Zinssatz können Geschäftsbanken Geld von den Zentralbanken oder Notenbanken leihen.

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Damit dies überhaupt möglich ist, müssen die Geschäftsbanken Sicherheiten, meist in Form von Wertpapieren, bei den Zentralbanken hinterlegen. Dies wird häufig als Wertpapierpensionsgeschäft oder als „Repo-Geschäft“ bezeichnet. Diese Form der Geldbeschaffung ist für Geschäftsbanken keine günstige Option. 

Besonderheiten des Leitzinses

Nicht mehr nur das Wachstum der Geldmengen und die damit zusammenhängende Inflationsrate, sondern auch Richtgrößen wie die Arbeitslosenquote oder Abweichungen vom natürlichen Wirtschaftswachstum sind Faktoren, die in die Bestimmung des Leitzinses mit einfließen.

Da die Beschaffung von Geld bei Zentralbanken für Geschäftsbanken teuer ist, sind diese dazu übergegangen, sich untereinander Geld zu leihen. Hierbei müssen sich die Banken nicht am Leitzins orientieren – die Gebühren sind also wesentlich niedriger.

Mehr zum Thema: Leitzins: Bundesbank spielt keine zentrale Rolle

Im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2007 und dem damit verbundenen Vertrauensverlust sind die Banken fast gänzlich wieder von diesem Vorgehen abgerückt. Die Geschäftsbanken greifen nun doch wieder auf die liquiden Mittel der Zentralbanken zurück. Dies fördert die Stabilität des Bankensystems.

Die Veränderung des Leitzinses ermöglicht es, auf wirtschaftliche Gegebenheiten zu reagieren. So kann zum Beispiel das Wirtschaftswachstum angekurbelt oder die Inflation eingedämmt werden. Zentralbanken haben somit einen starken Einfluss auf die Geldmenge und die wirtschaftliche Entwicklung eines Währungsraumes.

Leitzins: Bedeutung für Privatanleger und Kreditnehmer

Der Leitzins ist aber nicht nur für die Banken wichtig. Auch für Privatanleger, die ihr Geld bei einer Bank anlegen möchten, oder für Kreditnehmer ist der Leitzins von großer Bedeutung. An ihm orientiert sich der Nominalzins, der von den Banken als der reine Zins ausgewiesen wird. In ihm sind keine Bearbeitungsgebühren oder Kosten mit einberechnet.

Mehr zum Thema: Den Nominalzins zu berechnen reicht bei Krediten oder Geldanlagen nicht aus

Wird der Leitzins angehoben, so steigen auch die Konditionen für Kredite. Dies ist die negative Auswirkung einer Erhöhung. Die positive Seite ist, dass auf Sparbüchern und sonstigen Geldanlagen die Zinsen steigen und sich der Wert somit erhöht.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.