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Leitzinsen der Zentralbanken: So wird mit dem Geld anderer gespielt

Eine der Hauptaufgaben aller Zentralbanken weltweit ist die Steuerung der Geldmenge der jeweiligen Heimatwährung und damit der Wirtschaft. Ein sehr wichtiges Instrument für diese Arbeit sind die sogenannten Leitzinsen, die die Zentralbanken regelmäßig festlegen.

Leitzinsen als Mittel der Zinspolitik

Unter Leitzinsen versteht man einen Zielzinssatz der jeweiligen Notenbank, der im Hinblick auf ihre jeweilige geldpolitische Strategie festgelegt wird. Ziel ist es dabei, die kurzfristigen Zinssätze auf den Märkten zu beeinflussen.

Zinserhöhungen führen dabei zu einer relativen Geldverknappung. Die Wirtschaft wird tendenziell gebremst, ebenso die Inflation. Genau umgekehrt wirkt eine Zinssenkung.

Die wichtigsten Zentralbanken der Welt

Für uns als europäische Geldanleger sind insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB oder Englisch ECB) und die US-Amerikanische Zentralbank „Federal Reserve“ (FED) die bedeutensten Notenbanken.

Bemerkenswert ist, dass historisch gesehen die Zinsänderungen dieser beiden Zentralbanken mit etwas zeitlichem Verzug meist in die gleiche Richtung laufen.

Im Vergleich mit den USA sieht man, dass die EZB mit mehr Vorsicht die Leitzinsen verändert. Die absoluten Ausschläge nach oben und unten sind nicht so stark ausgeprägt. Zudem agiert die EZB meist etwas später als die FED. Ein Beleg dafür, dass die USA immer noch als bestimmend für die weltweite Konjunktur angesehen werden.

Die Graphik verdeutlicht zudem die starken Bemühungen dieser beiden Notenbanken, nach Ausbruch der Finanzkrise in den USA durch „billiges Geld“ die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen.

Leitzins

Quelle: Europäische Zentralbank und Federal Reserve
Anmerkungen:
der EZB Leitzins ist seit 07.11.2013 unverändert auf historischem Tiefststand (0,25%)
der FED Leitzins ist seit 16.12.2008 unverändert auf historischen Tiefststand: (sogenannte „Target Range“ von 0 – 0,25 %)

Änderungen der Geldpolitik können gravierende Schwankungen an den Märkten nach sich ziehen

Sollte eine Zentralbank ihre Geldpolitik ändern, dann reagieren die Kapitalmärkte meist mit starken Schwankungen. Insbesondere dann, wenn diese Änderungen der Zentralbankpolitik überraschend erfolgen.

Dabei gilt es für die Anleger, nicht nur auf den Leitzins alleine zu achten. Die Zentralbanken haben eine große Zahl weiterer geldpolitischer Instrumenten. Diese werden häufiger als Leitzinsänderungen eingesetzt.

Sitzungen der EZB

In ihrer Pressemitteilung hat die EZB alle Termine für die Sitzungen des Rates für die Jahre 2014 und 2015 bekanntgegeben.

In der Regel tritt der EZB-Rat jeweils am ersten Donnerstag eines jeden Monats zusammen, um über den künftigen geldpolitischen Kurs der EZB zu beraten. Um 13:45 Uhr wir der aktuelle Leitzinssatz verkündet, anschließend um 14:30 Uhr beginnt die Pressekonferenz.

In dieser erläutert der Präsident der EZB, Mario Draghi, die Zentralbankpolitik und antwortet auf Fragen der Journalisten.

Selbst wenn keine Leitzinsänderung verkündet wird, gibt die Pressekonferenz oft deutliche Hinweise darauf, wie die Zentralbank ihre Zinspolitik in der Zukunft gestalten will. Teilweise heftige Kursauschläge selbst direkt im Verlauf der Pressekonferenz sind dabei keine Seltenheit.

25. Mai 2014

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Stefan Waldmann
Von: Stefan Waldmann. Über den Autor

Stefan Waldmann arbeitet nach Bankausbildung und Studium der Volkswirtschaft und Sozialpsychologie seit über 20 Jahren im Kapitalmarktbereich einer großen deutschen Bank.