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Leitzinsen – Ein Erklärstück für Kreditnehmer, Sparer und Anleger

Mitte September 2015 machte die US-Notenbank von sich reden:

Janet Yellen, deren Präsidentin, kündigte an, die Leitzinsen unverändert auf dem bis dahin aktuellen Stand von 0 bis 0,25% zu belassen.

Aber was ist das eigentlich: der Leitzins? Und was bedeutet er für Sie als Kreditnehmer, Sparer und Anleger?

Banken leihen sich Geld von der Zentralbank

Um zu verstehen, was der Leitzins ist, müssen Sie verstehen, wie eine Bank funktioniert:

Auf der einen Seite sammelt sie Guthaben von Sparern und Anlegern ein. Das packt sie auf Konten, und für diese Guthaben zahlt sie üblicherweise Zinsen.

Auf der anderen Seite verwendet sie genau diese Guthaben aber auch, um Kredite zu vergeben – an Häuslebauer, Autokäufer oder Unternehmen, die davon Maschinen kaufen oder Fabrikhallen bauen.

Für ihre Kreditvergabe brauchen die Banken manchmal mehr Geld, als aktuell auf den Bankkonten ihrer Kunden liegt.

Das ist aber nicht weiter schlimm, denn sie können sich zusätzliches Geld ausleihen. Wo? Bei der Zentralbank – also bei der Notenbank des jeweiligen Währungsraumes.

Im Euroraum ist die Europäische Zentralbank (abgekürzt: EZB) zuständig, in den USA die Federal Reserve (abgekürzt: Fed).

Geldleihe muss bezahlt werden

Wenn Sie als Verbraucher oder Unternehmer einen Kredit aufnehmen, zahlen Sie an die Bank Sollzinsen.


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Nicht anders ergeht es einer Geschäftsbank, wenn sie ihrerseits einen Kredit bei der Notenbank aufnimmt; Sie muss für diese Kreditaufnahme, die sogenannte Refinanzierung, Zinsen zahlen.

Für diese Zinsen gibt es einen Mindestsatz, den die Notenbank selbstständig festlegen darf. Das ist der sogenannte Leitzins, der im Jargon der Finanzwirtschaft auch „Hauptrefinanzierungssatz“ genannt wird.

Niedrige Leitzinsen machen Kredite billig

Was passiert, wenn der Leitzins niedrig ist? Die Banken leihen sich dann viel und gerne Geld aus.

Denn das können sie in Form von Krediten an ihre Kunden weiterverleihen – und damit viel Geld verdienen.

Aktuell sind die Leitzinsen nahe 0. Sie liegen im Euroraum bei 0,05% – und damit in einem ähnlichen Bereich wie in den USA (Stand: September 2015).

Wer jetzt gerade etwa einen Hauskredit abschließt, weiß dies zu schätzen. Denn dieser Kredit ist billiger, als er bei einem Abschluss noch vor einigen Jahren gewesen wäre.

Zwar schlägt die Bank ein paar Prozentpunkte auf den Leitzins auf. Aber mit 2 bis 4% pro Jahr sind typische Immobilien-Darlehen derzeit wirklich unschlagbar günstig.

Niedrige Leitzinsen sind aber schlecht für Sparer

Für Sparer sind niedrige Leitzinsen allerdings keine so gute Nachricht. Denn auf Sparguthaben gibt es kaum noch Guthaben-Zinsen. Sehen Sie einmal nach, was Ihr Spar- oder Tagesgeldkonto aktuell abwirft!

Das wird in den meisten Fällen nicht mehr als 0,5 bis 1% sein.

Das reicht also meistens noch nicht einmal aus, um die Preis-Steigerungen für Nahrungsmittel, Benzin und sonstige Alltagsgüter aufzufangen.

Auch die Inhaber von Lebens- und Rentenversicherungen haben keinen Grund, sich über niedrige Leitzinsen zu freuen.

Da Versicherer das Geld ihrer Kunden hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere anlegen, sinkt die Rendite bei dauerhaft niedrigen Leitzinsen beträchtlich.

Festverzinsliche Wertpapiere sind z. B. Staatsanleihen, mit denen sich Staaten Geld von Kapitalanlegern ausleihen – dank niedriger Leitzinsen derzeit zu geringen Zinsen, versteht sich.

Der Aktienmarkt steigt dagegen in Niedrigzins-Phasen an

Wer sein Geld nicht allein auf Bankkonten legt oder in Versicherungs-Verträge einzahlt, macht aber bei niedrigen Zinsen keinen schlechten Schnitt. Denn die Aktienmärkte steigen, wenn die Zinsen im Keller sind.

Das hat einen nachvollziehbaren Grund: Wenn das Geld billig ist, ist auch viel Geld im Umlauf.

Das wird nicht nur in Maschinen, Anlagen und Immobilien investiert, sondern auch am Aktienmarkt. Die erhöhte Nachfrage sorgt hier für steigende Kurse.

Zudem sind im Niedrigzins-Umfeld Staats- und Unternehmens-Anleihen wenig gefragt, denn sie werfen dann ja fast nichts ab.

Deshalb konzentriert sich die Mehrzahl der Anleger in solchen Zeiten auf Aktien. Und auch das lässt die Nachfrage steigen – und damit die Kurse in die Höhe schnellen.

Fazit

Sie sehen also: Die Leitzins-Entscheidung der Zentralbank hat direkte Auswirkungen auf Sie als Kreditnehmer, Sparer oder Anleger.

Was die o. g. Entscheidung der Fed-Chefin Janet Yellen angeht, so bedeutet diese für Sie:

Rechnen Sie auch im Euroraum nicht mit steigenden Zinsen – und investieren Sie Ihr Geld daher in den Aktienmarkt oder ein selbstgenutztes Eigenheim!

Denn es gibt keinen Grund, das eigene Vermögen praktisch zinslos auf einem Bankkonto vor sich hindümpeln zu lassen, wenn es doch deutlich lukrativere Alternativen gibt.

19. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.