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Leserfrage: Lohnt sich Gewinnsparen?

„Mit Gewinnsparen kommen Sie spielend zu einem ansehnlichen Sparguthaben. Und während Ihr Sparkonto wächst, haben Sie gute Aussichten auf attraktive Geld- und Sachpreise.“ So lautet die Werbung einer Volksbank.

Ein Leser wollte wissen: Was ist dran an diesem Versprechen? Hier für Sie die wichtigsten Informationen rund um das Gewinnsparen.

So funktioniert das Gewinnsparen

Sie gehen zu Ihrer Bank und kaufen ein Los. Das kann – je nach Bank – 2,50 Euro, 5 Euro oder auch 10 Euro kosten.

Üblicherweise fließen 80 Prozent des Geldes auf ein Spar- oder Festgeldkonto, bei einem 5-Euro-Los also 4 Euro. Auf welches Konto genau, das gibt die Bank vor. Manchmal haben Sie als Kunde auch mehrere zur Auswahl.

20 Prozent des Lospreises sind Ihr Spieleinsatz, in unserem 5-Euro-Beispiel also 1 Euro. Dieser Spieleinsatz fließt in einen großen regionalen Topf, der von einem so genannten Gewinnsparverein verwaltet wird.

Jetzt müssen Sie wissen: Von dem gesamten Geld, das sich dort sammelt, müssen 16,67 Prozent als Lotteriesteuer an den Staat abgeführt werden. Von 1 Euro Spieleinsatz bleiben dann noch gut 83 Cent übrig.


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Abgezogen wird ebenfalls der Verwaltungskostenanteil, der höchstens 3,33 Prozent des Spieleinsatzes betragen darf. Von 1 Euro Spieleinsatz bleiben also nochmals rund 1,6 Cent bei der zuständigen Bank und dem Gewinnsparverein hängen.

Durchaus sinnvoll sind weitere 25 Prozent, die für gemeinnützige Zwecke abgezweigt werden. Das Geld fließt an die Bank zurück. Diese darf es aber nicht behalten, sondern muss es in ihrer Region für gute Zwecke zur Verfügung stellen.

Übrig bleiben – je nach Höhe des Verwaltungskostenanteils, zwischen 55 und 58 Prozent Ihres Spieleinsatzes, also von 1 Euro noch 55 Cent oder etwas mehr. Dieses Geld wird tatsächlich verlost – und zwar in Form von Geld- und Sachpreisen

Immerhin: Überdurchschnittliche Gewinnchancen

55 Prozent mag Ihnen zunächst wenig erscheinen. Tatsächlich sind aber die Chancen beim Gewinnsparen in aller Regel höher als bei einer staatlichen Lotterie. Denn der Ausschüttungsanteil ist vergleichsweise hoch.

Anders als beim Toto Lotto warten auf Sie aber keine Millionengewinne. Einige Tausend Euro sind möglich, ebenso Sachgewinne wie beispielsweise ein Auto.

Die meisten Gewinne sind aber kleiner gestückelt und werden beispielsweise als 10-, 20-, 100-, 200- oder 500-Euro-Preis an die glücklichen Gewinner ausgezahlt. Entsprechend viele Gewinner gibt es somit, auch wenn die Mehrzahl der Gewinnsparer trotzdem leer ausgeht.

Als Sparform nicht zu empfehlen, als Lotterie mit Spende dagegen schon

„Lohnt sich Gewinnsparen?“, so lautete die Ausgangsfrage. Das müssen Sie für sich selbst beantworten:

Als Geldanlage lohnt sich Gewinnsparen ganz sicher nicht. Die schlechte Verzinsung auf dem Spar- und Festgeldkonto spricht dagegen. Ebenso die Tatsache, dass vom Einsatz gleich einmal 20 Prozent abgezogen werden und gar nicht aufs Sparbuch fließen, sondern in den Lotterietopf.

Als Möglichkeit, in der eigenen Region Gutes zu tun, hat Gewinnsparen seinen Reiz. Denn tatsächlich unterstützen die beteiligten Banken viele Vereine und gemeinnützige Einrichtungen bei notwendigen Anschaffungen.

Das kann die Anschaffung von Instrumenten eines Musikvereins sein, der damit den Unterricht für finanzschwächere Kinder bestreitet. Das kann aber auch die Renovierung einer Kirche oder der Umbau eines Kindergartens für behinderte Kinder sein. Die Palette ist groß.

Als Lotterie „lohnt“ sich Gewinnsparen zumindest eher als das staatliche Toto Lotto. Die Gewinne sind zwar kleiner, aber dafür gibt es mehr Gewinner. Und wer den Nervenkitzel gern mag, kann es ruhig versuchen.

Glossar heute: Gewinnsparen

Gewinnsparen ist eine Kombination aus Geldanlage und Lotterie. Als Sparer kaufen Sie sich ein Gewinnsparlos. Davon fließen 80 Prozent auf ein Guthabenkonto, das Zinsen abwirft. 20 Prozent werden als Spieleinsatz in die Lotterie eingebracht. Rund 55 Prozent werden als Gewinne wieder ausgeschüttet, rund 25 Prozent für gute Zwecke aufgewendet. Der Rest sind Verwaltungskosten und Steuern.

18. August 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".