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Leverage-Effekt: Bedeutung in Unternehmen und beim Aktienkauf

Der Leverage-Effekt ist ein Begriff aus der Finanzwirtschaft. Leverage stammt aus dem Englischen und bedeute soviel wie „Hebel“.

Der Leverage-Effekt sagt aus, dass durch den Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite unter bestimmten Bedingungen erhöht bzw. gehebelt werden kann.

Voraussetzung für einen positiven Leverage-Effekt ist allerdings, dass das Investitionsprojekt eine höhere Rendite aufweist als der aktuelle Fremdkapitalzins.

Konkret: Das Unternehmen muss mit seiner seiner operativen Tätigkeit eine Rendite erzielen, die höher ist als der Fremdkapitalzins für die vom Unternehmen aufgenommenen Bankdarlehen.

Der Leverage-Effekt wird durch beschränkte Kreditaufnahmemöglichkeiten, steigende Zinsen bei höherer Verschuldung sowie fehlende Investitionsmöglichkeiten beschränkt.

Der Leverage-Effekt kann mit einer einfachen Formel berechnet werden, welche die Hebelwirkung des Fremdkapitals und den Verschuldungsgrad einbezieht:

Formel  

Leverage Effekt berechnen

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Der Leverage-Effekt ist ein Begriff aus der Finanzwirtschaft. Leverage stammt aus dem Englischen und bedeute soviel wie „Hebel“. Der Leverage-Effekt sagt aus, dass durch den Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite unter bestimmten Bedingungen erhöht bzw. gehebelt werden kann.
$$\bo\text"Rendite"↙\text"(Eingenkapital)" = \text"Rendite"↙\text"(Gesamtkapital)" + ( \text"Rendite"↙\text" (Gesamtkapital)" - \text"Zins"↙\text" (Fremdkapital)" ) * (\text"Fremdkapital" / \text"Eigenkapital")$$
Ergebnis berechnen

Leverage-Effekt bei einem Unternehmen

Ein Beispiel: Ein Softwareunternehmen erzielt mit dem Vertrieb von Softwarelizenzen eine höhere Gesamtkapitalrendite (18%) als der Fremdkapitalzins (6%) für einen Kredit.

Wenn das Softwarehaus mit dem operativen Geschäft in der Lage ist, einen höheren Zins zu erwirtschaften als der Fremdkapitalzins, lohnt es sich für das Softwareunternehmen also Schulden zu machen.

Es weist in der Bilanz Anlagevermögen von 1,0 Mio. € aus, wobei das Unternehmen schuldenfrei und zu 100% durch Eigenkapital finanziert ist. Der jährliche Jahresüberschuss abzüglich der betrieblichen Kosten für den Softwarevertrieb summiert sich auf 160.000 €. Die Eigenkapitalrendite vor dem Leverage-Effekt beträgt damit:

Re = (Gewinn / Eigenkapital) * 100 = (160.000 € / 1.000.000 €) *100 = 16%


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Beispielrechnung für einen positiven Leverage-Effekt

Ist das Anlagevermögen nur zur Hälfte durch Eigenkapital (500.000 €) finanziert und zur anderen Hälfte durch Fremdkapital (500.000 €) mit einem Zinssatz von 6%, ergibt sich folgende Rechnung:

Der Gewinn verringert sich in diesem Fall um den Zinsaufwand von 30.000 €, gleichzeitig erhöht sich die Rendite:

Eigenkapitalrentabilität= (Gewinn / Eigenkapital) *100 = (130.000 € / 500.000 €) *100 = 26%.

Alternativ mit der Formel zur Berechnung des Leverage Effekts:

Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn (ohne Zinsaufwand) / Gesamtkapital) = [160.000€ / (500.000€ + 500.000€)] *100 = 16%.

Einsetzten in die Formel liefert:

Eigenkapitalrentabilität = 16% – (16% – 6%) * (500.000€ / 500.000€) = 26%.

Durch den Einsatz von Fremdkapital ist die Eigenkapitalrentabilität von 16% auf 26% gestiegen.

Mehr zum Thema: Leverage-Effekt beim CFD Trading

Leverage-Effekt hat Grenzen

Der Leverage-Effekt hat aber auch seine Grenzen. Zwar kann das Unternehmen den Fremdkapitaleinsatz theoretisch beliebig erhöhen, allerdings droht dann irgendwann eine Überschuldung und die Zinsbelastung wird zu hoch.

Das Unternehmen wird in diesem Fall aufgrund der schlechten Bonität keine weiteren Kredite mehr erhalten.

Beschränkt wird der Leverage-Effekt also durch eine limitierte Kreditaufnahmemöglichkeit, steigende Zinsen und fehlende Investitionsmöglichkeiten.

Leverage-Risiko bei Aktien

Neben der Leverage-Chance gibt es auch ein Leverage-Risiko. Dieses tritt dann ein, wenn die Gesamtkapitalrentabilität niedriger ist als die Fremdkapitalrentabilität.

Mehr zum Thema: Negativer Leverage-Effekt als Risiko

Auch hierzu ein Beispiel: Ein Investor erwartet, dass die Aktien der Leverage AG in den nächsten Monaten von 100 auf 120 € steigen, da eine Übernahme anstehen könnte.

Der Investor geht also davon aus, eine Rendite von 20% auf seinen Kapitaleinsatz erzielen zu können. Er investiert daher 100.000 € in Aktien der AG, davon sind 40.000 € fremdkapitalfinanziert zum Zinssatz von 6%.

Die Hoffnungen des Investors erfüllen sich nicht und die Aktien der Leverage AG stehen nach 12 Monaten nur bei 102 €.

Zwar hat der Investor einen Kursgewinn von 2.000 € erzielt, gleichzeitig jedoch Zinsen in Höhe von 2.400 € durch den Fremdkapitaleinsatz bezahlt.

Unter dem Strich bleibt also ein Verlust von 400€. Das Risiko hat sich damit für den Investor nicht gelohnt.

3. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands