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Verhaltensanalyse: Liberalismus in den internationalen Beziehungen

Internationale Beziehungen (auch als IB abgekürzt) sind heutzutage in aller Munde. Unklar ist den meisten Menschen jedoch, was damit überhaupt gemeint ist – und wie sehr sich die internationalen Beziehungen auch auf jeden einzelnen Bürger auswirken.

Im Allgemeinen versteht man unter den IB zwar die Beziehungen der einzelnen Staaten zueinander. Mittlerweile werden aber außerdem auch die Beziehungen von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren, wie zum Beispiel Unternehmen auf transnationaler Ebene, unter die Lupe genommen.

Die Analyseergebnisse werden hauptsächlich dazu genutzt, die Beziehungen einzelner Staaten zueinander zu verbessern und Friedensverhandlungen voranzutreiben. Denn in Zeiten der Globalisierung ist es nicht nur wichtig, dass es diese Beziehungen gibt, sondern auch, dass sie gepflegt und analysiert werden, um Konflikte lösen zu können.

Schließlich wirken sich Konflikte aller Art auch immer auf die Bürger der betreffenden Länder aus. Indem Konflikte gelöst werden, werden also auch immer die Lebensbedingungen der Menschen verbessert und die Wirtschaft gestärkt – mit all ihren Anlageprodukten, in die Sie als Anleger möglicherweise investieren oder investieren wollen.

In diesem Zusammenhang ist der Liberalismus ein Ansatz, der gerade das Verhalten der Akteure unter die Lupe nimmt und darin Gründe für Konflikte sucht.

Der Liberalismus im Allgemeinen

Generell steht der Liberalismus für eine Auffassung, die die Rechte des Einzelnen auf Freiheit, Eigenverantwortung und die freie Entfaltung der Persönlichkeit in den Vordergrund rückt.

Diese Strömung entwickelte sich als Gegenpol zum Absolutismus des 17. und 18. Jahrhunderts, wonach die gesamte Staatsgewalt von einem Alleinherrscher ausging. Der Liberalismus dagegen betont, dass der Staat wenig bis gar nicht eingreifen sollte.

In diesem Zusammenhang gibt es liberale Auffassungen in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel den wirtschaftlichen Liberalismus sowie den Neoliberalismus als Modelle der Wirtschaft. Dementsprechend soll der Staat nur minimal, wie etwa zur Bildung der Bürger, eingreifen (wirtschaftlicher Liberalismus) oder hauptsächlich die Wirtschaft bzw. die Wettbewerbsbedingungen ordnen und regulieren (Neoliberalismus).

Außerdem gibt es noch den politischen Liberalismus, der vor allem auf den Philosophen John Rawls zurückgeht. Dementsprechend steht die Gerechtigkeit durch Umverteilung im Vordergrund – allerdings nur so, dass niemand einen Nachteil erleidet. Insofern ist auch dieser Ansatz liberal.

Liberalismus in den internationalen Beziehungen: Die Interessen im Fokus

Da die internationalen Beziehungen (IB) hauptsächlich innerhalb der Politikwissenschaft diskutiert und analysiert werden, handelt es sich auch beim IB-Liberalismus um einen politischen Ansatz. Dabei gibt es verschiedene IB-Theorien, die zu erklären versuchen, wie Internationale Beziehungen zustande kommen bzw. wodurch sie geprägt sind.

Die Theorie des Liberalismus nimmt dabei vor allem die Akteure und ihre Motive unter die Lupe. Die Präferenzen bzw. bevorzugten Interessen der Akteure stehen im Vordergrund. Laut IB-Liberalismus haben nämlich zum Beispiel Staaten keine einheitlichen Vorstellungen ihrer Ziele und Interessen. Es wird also die Freiheit des Einzelnen berücksichtigt, in diesem Fall die Freiheit der einzelnen Akteure zur Interessenbildung.

Beeinflusst werden die jeweiligen Vorstellungen bzw. Interessen durch bestimmte Gruppen, wie demokratische Mehrheiten oder auch mächtige Interessengruppen. Dabei werden einzelne Faktoren bzw. wirtschaftliche Ziele des Staates, wie zum Beispiel Sicherheit oder Wohlfahrt, verschieden gewichtet.

Schwierig wird es, wenn die Präferenzen, die die Staaten repräsentieren, sehr voneinander abweichen. Denn dann kann es zu Konflikten kommen, nicht selten verbunden mit Gewalt. Insofern liefert der IB-Liberalismus eine Theorie dazu, wodurch Internationale Beziehungen gefährdet sein können und wie sich das verhindern lässt.

Dazu nämlich muss man zunächst anerkennen, dass es verschiedene Interessen gibt – auch und vor allem innerhalb der Staaten. Im nächsten Schritt versucht man dann, diese einander anzugleichen, sowohl innerhalb des einzelnen Staates als auch zwischen verschiedenen Staaten.

22. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.