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LiFo-Verfahren als Bewertungsverfahren in der Praxis

Das LiFo-Verfahren (Last In – First Out) beschreibt ein Verfahren, wie Verbrauchsgüter in der Bilanz zu bewerten sind. Es wird oft von Unternehmern in der Warenwirtschaft angewandt.

Das Verfahren unterstellt dabei, dass Wirtschaftsgüter, die zuletzt angeschafft wurden, zuerst wieder verbraucht werden. Im Gegensatz dazu steht das FiFo-Verfahren (First In – First Out). Bei diesem wird davon ausgegangen, dass Waren und Produkte, die zuerst produziert bzw. angeschafft wurden, auch zuerst wieder verbraucht bzw. verkauft werden.

Das LiFo-Verfahren: Definition als Verbrauchsfolgeverfahren

Das LiFo-Verfahren ist ein Verbrauchsfolgeverfahren, das grundsätzlich nach § 256 HGB zulässig ist. Für Firmengründer und Unternehmen ist dies wissenswert, zumal das LiFo-Verfahren seit 1990 auch steuerrechtlich anwendbar ist, wenn dies den Grundsätzen der ordnungsmäßigen Buchführung entspricht.

Bei der Bewertung von Lagerbeständen und Vorräten kann die LiFo-Methode allerdings nur dann angewendet werden, wenn das Unternehmen eine Gewinnermittlung nach § 5 Einkommensteuergesetz (Bilanz) erstellen muss. Zudem ist die LiFo-Methode nur dann zulässig, wenn die Preisentwicklung steigend ist, sonst verstößt das LiFo-Verfahren gegen das Niederstwertprinzip.

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Innerhalb des LiFo-Verfahrens können gleichartige Produkte in Produktklassen zusammengefasst werden. Diese Einteilung geschieht nach den marktüblichen Regeln. So können beispielsweise Produkte und Waren, die sich qualitativ signifikant voneinander unterscheiden, nicht in gleiche Produktklassen zusammengefasst werden. Selbiges gilt für Produkte, die sehr große Preisunterschiede aufweisen.

Permanentes LiFo-Verfahren und Perioden-LiFo-Verfahren

Grundsätzlich lassen sich 2 LiFo-Verfahren unterscheiden: Das Permanente-LiFo-Verfahren und das Perioden-LiFo-Verfahren. Beim permanenten LiFo-Verfahren werden Warenzugänge und Warenabgänge bezüglich Menge und Wert laufend erfasst, so dass die Lagerbestände stets aktuell sind.

Beim Perioden-LiFo wird das Verfahren zur Erfassung der Lagerbestände vereinfacht und auf eine bestimmte Periode (quartalsweise, jährlich) begrenzt. Am Periodenende bewertet man die Güter mit den Preisen der zuerst angeschafften Vermögensgegenstände. Höhere Bestände sind zu den Anschaffungs- und Herstellkosten hinzuzuaddieren. Einen eventuell entstehenden Minderbestand zieht man vom bisherigen Anfangsbestand ab.

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LiFo-Verfahren vs. Durchschnittsbewertung

Ein Beispiel: Ein Computerhändler kauft im Januar 5 PCs zum Anschaffungspreis von 250 € pro Stück, im Februar folgen 5 weitere PC-Systeme für 250 € pro Stück. Im Juli werden zur Schulsaison 10 weitere Computer für 300 € pro Stück angeschafft. Im Herbst werden 10 PCs verkauft.

Mit welchem Wert werden die PC-Systeme am Bilanzstichtag gegen Jahresende nun bewertet? Das LiFo-Verfahren unterstellt, dass die zuletzt angeschafften 10 PCs, die für 300 € pro Stück eingekauft wurden, verkauft wurden. Somit verbleiben noch insgesamt 10 PCs im Lager, deren Wert in der Bilanz mit 250 € pro PC und damit mit 2.500 € (10 x 250 €) anzusetzen ist.

Vor- und Nachteile des LiFo-Verfahrens

Das LiFo-Verfahren soll die Bewertung der Vorräte vereinfachen und der Scheingewinnbesteuerungs-Problematik entgegenwirken. Doch welches Bewertungsverfahren (LiFo/FiFo) für ein Unternehmen letztendlich mehr Vorteile bringt, hängt von der Branche und der Tätigkeit des Unternehmens ab.

Ein Nachteil des LiFo-Verfahrens liegt darin, dass die zuerst gelieferten Güter theoretisch unendlich lang im Lager liegen können. Auch die genaue Lagerdauer kann durch das LiFo-Verfahren nicht mehr nachvollzogen werden. Darum setzen viele Unternehmen zunehmend auf die Durchschnittsbewertung.

3. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands