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Line-Börsengang – was Anleger jetzt wissen müssen

Es ist bis dato der größte Börsengang des Jahres. Der japanische Messaging-Dienst Line will noch in dieser Woche seine Aktien an der New Yorker Börse als auch an der Börse in Tokio notieren lassen.

Der Line-Börsengang zieht bereits große Aufmerksamkeit auf sich. Aufgrund der hohen Nachfrage hatte der WhatsApp-Rivale die Preisspanne für seine Aktien auf 2.900 bis 3.300 Yen angehoben.

Zum Schluss wurden die Papiere am oberen Ende der Preisspanne bei 3.300 Yen bei den Anlegern platziert, wodurch Line insgesamt bis zu 132,8 Mrd. Yen bzw. 1,3 Mrd. US-$ zufließen. Gleichzeitig wird der Instant-Messenger damit bereits mit 693 Mrd. Yen bzw. 6,9 Mrd. US-$ bewertet.

Line im Kurzportrait

Die zum südkoreanischen Internet-Konzern Naver gehörende Line ist der führende Instant-Messenger in Japan. Die Mobile App ist für verschiedene Smartphone-Betriebssysteme (BlackBerry, Windows, Android, iOS etc.) verfügbar und in insgesamt bis zu siebzehn Sprachen abrufbar.

Seit Oktober 2013 ist Line auch in Deutschland vertreten. Line lässt sich sowohl für kostenfreie Internet-Anrufe, als auch zum Nachrichtenaustausch nutzen. Zuletzt zählte Line rund 218 Mio. aktive Nutzer im Monat, wobei die meisten Nutzer aus Japan, Thailand, Taiwan und Indonesien kommen.


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Line-Börsengang: Warum sich die Anleger um die Aktien reißen

Die Nachfrage nach Line-Aktien im Rahmen des Börsengangs war hoch, das Unternehmen verzeichnete in den letzten Jahren starke Wachstumsraten. Für das abgeschlossene Gesamtjahr 2015 meldete Line einen Umsatzanstieg um ca. 40% gegenüber dem Vorjahr auf 1,02 Mrd. US-$.

Da Line weitgehend kostenlos ist, erzielt das Unternehmen den Großteil seines Umsatzes (41%) mit dem Verkauf von Inhalten (Spiele, Emojis, digitale Sticker) und Zusatzdiensten wie Line Play, Line Music, Line Camera und Line TV und Werbung.

Unter dem Strich fuhr der Chat-App-Entwickler in 2015 noch einen Verlust von 7,97 Mrd. Yen bzw. 71 Mio. US-$ ein. Dies soll sich allerdings bald ändern. Analysten erwarten für 2016 einen Umsatzanstieg um weitere 20 bis 25% und einen Gewinn von 4,0 Mrd. Yen (39 Mio. US-$).

So will Line in die Gewinnzone

Line CEO Takeshi Idezawa will die Profitabilität von Line stärken und mit der Konzentration auf Stammmärkte (Japan, Thailand, Taiwan, Indonesien) in die Gewinnzone führen. Daneben will der Line-Chef die Chat-Anwendung als Plattform mit weiteren Serviceangeboten ausbauen.

Zudem ist Line straffer geworden: Aus defizitären Geschäftsbereichen, wie zum Beispiel aus dem Geschäft mit Musik-Streaming, hat sich Line inzwischen zurückgezogen.

Line – die Wachstumstreiber für die Zukunft

Große Hoffnungen ruhen dagegen auf dem Geschäft mit digitalen Stickern. Hierfür hat Line im Jahr 2014 mit Creators Market eine Art Marktplatz für den Vertrieb von digitalen Stickern geschaffen. Über diesen Marktplatz können Nutzer eigene Sticker entwerfen und an andere Nutzer verkaufen. Seither boomt das Geschäft.

Allein im Vorjahr erwirtschaftete das Geschäft mit digitalen Stickern bereits 268 Mio. US-$ an Umsätzen und ist damit zwei Jahre nach dem Marktstart bereits einer der wichtigsten Umsatzträger im Konzern. Weiteres Wachstum erwartet Line auch im Geschäft mit Videospielen und im Bereich Werbung innerhalb von Mobile Anwendungen (In-App-Werbung).

Fazit: Line-Aktien nur für spekulativ orientierte Anleger interessant

Line liegt mit seinem Geschäftsmodell (Chat-Plattform mit Zusatzservices) zwar voll im Trend, allerdings ist hier der Wettbewerb auch schon sehr stark.

Facebook (WhatsApp, Facebook Messenger) und Tencent (WeChat) besitzen bereits eine sehr starke Position in ihren jeweiligen Märkten, so dass es für die japanische Line schwierig werden dürfte, neben seinen Stammmärkten (Japan, Thailand, Taiwan, Indonesien etc.) weiter in neue Märkte zu expandieren.

Daher sollten sich nur risikobewusste Anleger nach dem Line-Börsengang mit der Aktie des Unternehmens beschäftigen, zumal das Nutzerwachstum zuletzt stark nachgelassen hat.

13. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands