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Liquidität steigern: Die Steuererklärung als Chance

In den letzten Wochen haben die Städte und Gemeinden die Lohnsteuerkarten 2004 zugesandt. Für clevere Steuersparfüchse ist dies ein untrügliches Zeichen, sich rechtzeitig darum zu kümmern, dass auf der Lohnsteuerkarte 2004 ein Freibetrag für die Verluste aus Vermietung und Verpachtung eingetragen wird. Und wer vierteljährliche Einkommensteuervorauszahlungen leistet, kann einen Antrag auf Herabsetzung dieser Zahlungen stellen.

Auf diese Art und Weise sparen Sie als Vermieter bereits während des laufenden Jahres die Steuerbeträge, die Sie sich sonst erst über die Steuererklärung zurückholen müssten. Diesen sofortigen Liquiditätsvorteil sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Achten Sie bei der Geltendmachung von Verlusten aus Vermietung und Verpachtung aber immer auf Folgendes: Diese können erstmals beim Lohnsteuerabzug beziehungsweise bei den Vorauszahlungen für das Kalenderjahr berücksichtigt werden, das auf das Jahr der Anschaffung oder Fertigstellung folgt.

Das bedeutet: Für alle Mietobjekte, die Sie bis Ende 2003 erwerben oder fertig stellen, können Sie bereits ab Anfang 2004 Freibeträge eintragen beziehungsweise die Einkommensteuer-Vorauszahlung herabsetzen lassen. Und die Mietobjekte, die Sie bereits in früheren Jahren erworben haben, können Sie daneben weiterhin steuerlich geltend machen.

Die Finanzämter halten für die Eintragung von Freibeträgen besondere Vordrucke bereit. Je früher Sie den Antrag stellen, desto größer ist Ihr Liquiditätsvorteil. Für den Fall, dass Sie den Antrag spätestens im Januar 2004 stellen, wirken sich die Steuervorteile von Anfang des Jahres aus. Bei später gestellten Anträgen verteilt das Finanzamt Freibeträge gleichmäßig auf den Rest des Jahres.

Beispiel: Der Freibetrag für Verluste aus Vermietung beträgt 10.800 €. Lassen Sie diesen Freibetrag spätestens im Januar 2004 eintragen, so bleibt von Ihrem Bruttolohn monatlich ein Betrag von 900 € steuerfrei. Wird der Freibetrag dagegen beispielsweise erst im April 2004 eingetragen, wird der Freibetrag auf die restlichen neun Monate verteilt, so dass ab April 2004 vom Bruttolohn monatlich 1.200 € steuerfrei bleiben. Den Antrag auf Herabsetzung der Einkommensteuer-Vorauszahlungen müssen Sie ebenfalls schriftlich stellen. Das kann aber formlos geschehen.

Achtung: Wenn Sie keine Freibeträge eintragen lassen und auch keinen Antrag auf Herabsetzung der Einkommensteuer-Vorauszahlung stellen, bekommen Sie Ihr Geld erst im Rahmen der Einkommensteuererklärung 2004 zurück. Im Hinblick auf die Arbeitsüberlastung der Finanzämter dürfte das frühestens im Sommer 2005 der Fall sein.

Beispielfall: So kalkulieren Sie Ihren Liquiditätsvorteil 2004

MietobjektNeubau-Wohnung (80 m²)
AnschaffungszeitpunktOktober 2003
Kaufpreis (anteilige Gebäudekosten)145.000 €
Abschreibung (5% von den anteiligen Gebäudekosten)7.250 €
Darlehenszinsen jährlich7.540 €
Mieteinnahmen jährlich5.280 €
Nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten (Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage)500 €
Steuersatz40%

Ihren Verlust aus der Vermietung der Eigentumswohnung ermitteln Sie durch den Überschuss Ihrer Werbungskosten über die Mieteinnahmen. Wenn Sie diesen Verlust aus Vermietung als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte bzw. bei den vierteljährlichen Steuervorauszahlungen geltend machen, erzielen Sie folgende Steuerersparnis und damit einen echten Liquiditätsvorteil.

30. Dezember 2003

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.