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Liquidität-Formel: So berechnet man die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen

Geht es um neue Geschäftsbeziehungen oder Investitionen in ein Unternehmen, sollte man die Liquidität-Formel kennen. Denn nur so kann man herausfinden, ob ein Betrieb zahlungsfähig ist oder kurz vor der Insolvenz steht. Für die genaue Analyse gibt es drei verschiedene Grade von Liquidität-Formeln. Diese werden im folgenden Beitrag gezeigt und erklärt.

Bei jeder Liquidität-Formel muss man jedoch auch wissen, wie groß ihre Aussagekraft tatsächlich ist, um sie nicht überzubewerten. Des Weiteren ist auch das jeweilige Ergebnis richtig einzuordnen. Während 20% bei der einen Formel als Ergebnis ausreichen, müssen es bei einer anderen 100% und mehr sein, damit die Bewertung positiv ist.

Liquidität 1. Grades

Der 1. Liquiditätsgrad wird auch als Cash Ratio oder Barliquidität bezeichnet. Es ist eine simple Methode, um die aktuelle Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens zu überprüfen.

So sieht die Liquidität-Formel für den 1. Grad aus:

Formel  

Berechnung der Liquidität 1 Grades (Cash Ratio)

?
Die Liquidität 1 Grades, auch Cash Ratio genannt, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl die Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens gibt. Ein Unternehmen wird als „gesund“ eingestuft wenn die Liquidität 1 Grades zwischen 10% bis 30% liegt.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"1 Grades" = [(\text"flüssige Mittel" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Hier reichen 10% bis 30% in der Regel aus, damit man ein zufriedenstellendes Ergebnis bekommt. Alles, was darüber hinausgeht, ist positiv, allerdings braucht man sich aus unternehmerischer Sicht keine 100% als Ziel setzen.Liquidität 1. Grades: Wie verfügbar ist das Vermögen?

Hier fehlen nämlich die kurzfristigen Forderungen, die dem Unternehmen weiteres Kapital geben und zur Liquidität beitragen. Insofern ist eine zu hohe Liquidität 1. Grades eher schädlich, weil man das vorhandene Geld sinnvoller investieren könnte.

In diesem Zusammenhang fällt häufig der Begriff Opportunitätskosten. Das bedeutet, man zahlt bzw. verliert Geld, weil man das zur Verfügung stehende Kapital nicht nutzt.

Liquidität 2. Grades

Beim 2. Liquiditätsgrad kommen die angesprochenen kurzfristigen Forderungen dazu. Diese Liquidität-Formel wird auch als Quick Ratio oder auch Acid Test Ratio bezeichnet. Üblicherweise bedeutet „kurzfristig“ in diesem Zusammenhang „innerhalb eines Jahres“. Kurzfristige Liquidität: Was aktuelle Unternehmenszahlen verraten

Die Liquidität-Formel dafür sieht folgendermaßen aus:

Formel  

Berechnung der Liquidität 2 Grades (Quick Ratio)

?
Die Liquidität 2. Grades, auch "Quick Ratio" oder "einzugsbedingte Liquidität" genannt, bezeichnet die Zahlungsfähigkeit zur Begleichung offener Verpflichtungen unter Einbeziehung kurzfristig offener Forderungen.Der Richtwert für die Höhe des 2. Liquiditätsgrads liegt bei etwas über 100%.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"2 Grades" = [(\text"(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen)" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Hier sind jetzt nicht mehr Werte von unter 100% akzeptabel, denn die Forderungen des Unternehmens an andere Stellen sind jetzt mit enthalten.

Liquidität 3. Grades

Bei dieser Liquidität-Formel bezieht man sich auf das Umlaufvermögen des Unternehmens. Das wird wiederum mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Beziehung gesetzt. Der Fachbegriff hierbei lautet Current Ratio, und das ist seine Liquidität-Formel:

Formel  

Berechnung der Liquidität 3 Grades (Current Ratio)

?
Laut der sogenannten „Banker’s Rule“ liegt ein optimaler Zielwert für die Liquidität 3. Grades bei 200%
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"3 Grades" = [(\text"Umlaufvermögen" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Optimale Werte für die Liquidität 3. Grades sind 200%. Alles über 100% ist ebenfalls akzeptabel, nur sollte es nicht darunter fallen. Werte von unter 100% lassen darauf schließen, dass das kurzfristige zu Verfügung stehende Kapital schlecht investiert wurde. Sehr wahrscheinlich steckt dieses Geld in langfristigem Anlagevermögen, und das ist natürlich schlecht für die Liquidität.

Liquidität-Formel

Damit wurden alle Liquidität-Formeln genannt, die über die aktuelle Zahlungsfähigkeit von Unternehmen Aufschluss geben. Trotzdem ist diese Methode nicht fehlerfrei. Schließlich betrachtet man immer nur einen bestimmten Zeitraum, wenn es um die kurzfristige Liquidität geht.

Aus diesem Grund kann man die Zahlen auch leicht manipulieren, beispielsweise indem man einen Zeitraum wählt, in dem Forderungen schon aktiv sind, aber Verbindlichkeiten noch nicht dazu zählen. Das hätte den Effekt, dass man eine höhere Liquidität aufweisen kann.

19. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.