MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Liquidität – für Unternehmen die Luft zum Atmen

Für Unternehmen sind Rentabilität, Liquidität und Sicherheit die Basis um am Markt zu bestehen. Dies sind finanzwirtschaftliche Unternehmensziele.

Dabei steht die Liquidität noch vor der Rentabilität. Der Grund: mangelnde Rentabilität gefährdet nicht sofort die Existenz eines Unternehmens.

Liquidität bei Unternehmen– flüssig bleiben um nicht überflüssig zu werden

Fehlende Liquidität jedoch ist äußerst gefährlich. Wenn nicht mehr genügend Geld verfügbar ist, um Rechnungen zu bezahlen, besteht Zahlungsunfähigkeit. Und mit der Illiquidität kommt schnell die Insolvenz.

Die Bedeutung der Liquidität lässt sich allein schon am lateinischen Ursprung des Wortes ablesen: flüssig. Wer nicht flüssig ist, hat gerade kein Geld zur Verfügung.

Da hilft auch kein Kapital, das in Anlagen gebunden ist. Es muss sozusagen erst flüssig gemacht werden, genauso wie beispielsweise offene Forderungen. Liquidität ist aus volkswirtschaftlicher Sicht genauso bedeutend wie für Privatanleger oder eben Unternehmen.

Konkret in Bezug auf Unternehmen bedeutet Lquidität aus betriebswirtschaftlicher Sicht zunächst: Liquidität ist die Eigenschaft eines Vermögensgegenstandes, ihn zur Begleichung von Verbindlichkeiten, wie Rechnungen oder Gehälter verwenden zu können (absolute Liquidität).

Damit ist sozusagen der Aggregatszustand von Vermögen gemeint, sprich, wie nah es am Geld ist.

Unternehmensliquidität – Je näher am Geld desto besser

Geld besitzt die höchste Liquidität. Denn mit ihm können Verbindlichkeiten jederzeit beglichen werden. Damit ist es ein liquides Mittel erster Rangordnung. Zu dieser Barliquidität gehört etwa das Geld in der Firmenkasse oder auf dem Bankkonto.

Zur zweiten Ordnung liquider Mittel gehören Rechtsansprüche wie Forderungen bzw. Rechnungen. Dies sind Vermögensteile, die in absehbarer Zeit zu Geld gemacht werden. In die dritte Liquiditäts-Kategorie fallen Vermögensteile, die man verkaufen kann . Dazu gehören in erster Linie zum Verkauf angefertigte Produkte.

Aber auch Betriebsanlagen, die beispielsweise an ein Factoringunternehmen verkauft und zurückgeleast werden könnten. Diese Mittel müssen erst noch umgesetzt werden. Deshalb spricht man hier von umsatzbedingter Liquidität.

Unternehmensliquidität – Zahlungen bei Fälligkeit erfüllen

Bei der Liquidität geht es aber nicht nur darum, dass bzw. ob und in welcher Höhe Vermögen vorhanden ist. Wichtig ist auch, dass ein Unternehmen seine Verpflichtungen jederzeit uneingeschränkt begleichen kann. Gegebenenfalls durch Verflüssigung von Vermögenswerten: Die ist die Betrachtung der dispositiven Liquidität.

Will man aktuell wissen, wie es um die Liquidität bestellt ist, so geht es um die relative Liquidität. Und damit um die Frage, ob sie zu niedrig oder hoch genug ist. Bestimmbar ist die Liquidität durch das Verhältnis zwischen den Zahlungsein- und ausgängen. Vorhandenes Geld und bereits fällige Verpflichtungen gehören zur kurzfristigen Liquidität.

Das Verhältnis von Ein- und Auszahlungen, die erst auf längere Sicht zu erwarten sind, hängt von der Vermögens- bzw. Kapitalstruktur ab. Deshalb spricht man von struktureller Liquidität.

Zahlungsfähigkeit von Unternehmen – messbar in Liquiditätsgraden

Die Zahlungsfähigkeit kann mit einer Liquiditätsanalyse gemessen werden. Dabei werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Verfügbarkeit bzw. Fälligkeit sortiert und gegenübergestellt. Aus deren Verhältnis ergibt sich dann der Liquiditäts- oder auch Deckungsgrad.

Formel  

Berechnung der Liquidität 1 Grades (Cash Ratio)

?
Die Liquidität 1 Grades, auch Cash Ratio genannt, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl die Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens gibt. Ein Unternehmen wird als „gesund“ eingestuft wenn die Liquidität 1 Grades zwischen 10% bis 30% liegt.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"1 Grades" = [(\text"flüssige Mittel" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Der zweite Grad zeigt die mittelfristige Zahlungsfähigkeit.

Formel  

Berechnung der Liquidität 2 Grades (Quick Ratio)

?
Die Liquidität 2. Grades, auch "Quick Ratio" oder "einzugsbedingte Liquidität" genannt, bezeichnet die Zahlungsfähigkeit zur Begleichung offener Verpflichtungen unter Einbeziehung kurzfristig offener Forderungen.Der Richtwert für die Höhe des 2. Liquiditätsgrads liegt bei etwas über 100%.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"2 Grades" = [(\text"(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen)" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Diese einzugsbedingte Liquidität ist in der Regel am aussagekräftigsten. Der dritte Grad gibt Auskunft über die langfristige Zahlungsfähigkeit. Hier geht es um das Verhältnis des gesamten Ummlaufvermögens zu kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Formel  

Berechnung der Liquidität 3 Grades (Current Ratio)

?
Laut der sogenannten „Banker’s Rule“ liegt ein optimaler Zielwert für die Liquidität 3. Grades bei 200%
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"3 Grades" = [(\text"Umlaufvermögen" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Wie liquide ein Unternehmen ist, hängt von der Höhe und Fälligkeit der Zahlungsverpflichtungen ab.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Liquidität ist für ein Unternehmen sozusagen die Luft zum Atmen.

24. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.