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Geldsysteme ohne Zins: Die Lösung der Schuldenkrise?

Ein Grundübel der aktuellen Schuldenkrise ist das in unserem Wirtschaftssystem vorherrschende System des Zinses-Zins. Anders als bei natürlichen System die linear wachsen, besteht das Zinses-Zins-System aus dem exponentiellen Wachstum der Schulden.

Am Ende dieses Systems muss der Zusammenbruch stehen, weil die Schuldner für die exponentiell angewachsenen Schulden nicht mehr aufkommen können. Damit wird auch unser derzeitiges Geldsystem über kurz oder lang zusammenbrechen.

Bei diesen nicht wirklich positiven Aussichten wäre es doch toll, wenn es eine Alternative zu dem aktuellen auf Zins basierten Geldsystem geben würde. Da werden nun einige von Ihnen sagen: „Wie soll denn ein Geldsystem ohne Zins funktionieren?“ Da hilft der Blick in der Vergangenheit.

Wie schon erwähnt, ist der Zins der treibende Motor für die Schuldenspirale. Ohne Zins gäbe es zwar auch Kredite, allerdings keinen Verschuldungszwang, da keine automatische Ausweitung der Verpflichtungen stattfinden würde. Zur Lösung der Misere muss also der Störfaktor „Zins“ im Wirtschaftssystem ersetzt werden.

Zins und Zinseszins einfach verbieten?

Verbote würden dazu führen, dass der Geldkreislauf ins Stocken geriete. Niemand wäre bereit, sein Geld zinsfrei zu verleihen, sondern würde es zuhause bunkern. Es würde also sofort eine Deflation durch Geldmangel einsetzen. So wie der Zins heute das Geld quasi als Belohnung in den Verkehr lockt, so muss zur Lösung der Schuldenmisere der Zins durch ein Druckmittel ersetzt werden.

Analog zum Straßenverkehr, wo nicht richtiges Verhalten belohnt, sondern falsches Verhalten unter Strafe gestellt wird. Wie jeder am Beispiel Straßenverkehr leicht nachvollziehen kann, ist hier die zweite Methode sicher die sinnvollere.

Geldsysteme ohne Zins haben in der Vergangenheit schon gut funktioniert

Was wir also brauchen, um den Störfaktor Zins zu eliminieren, ist eine Gebühr für falsches Verhalten beim Geldverkehr (Geldhortung). Ein interessantes Lösungsmodell wurde in den 1930er-Jahren während der Weltwirtschaftskrise praktiziert.

Es basierte darauf, dass der heutige Positivzins durch eine Umlaufgebühr ersetzt wurde. Es wurden dazu Geldscheine herausgegeben, die ihre Gültigkeit nur dann behielten, wenn zu einem bestimmten Datum eine Art Briefmarke aufgeklebt wurde.

Diese „Briefmarke“ musste kostenpflichtig erworben werden. Das führte dazu, dass sich Geldhortung, trotz null Prozent Zins, nicht mehr lohnte, da ständig Kosten für das Markenkleben anfielen. Deshalb wurden die Geldscheine freiwillig, ohne Zinsforderung, entweder ausgegeben oder zinslos weiterverliehen.

Die Geldscheine zeigten Wirkung

Die Folgen dieser einfachen Maßnahmen waren allerdings erstaunlich: Innerhalb kurzer Zeit akzeptierte der Handel die neue „Währung“, da dieser in der Deflation ohnehin nichts mehr zu verlieren hatte.

Überall, wo dieses Geld auftauchte, ging plötzlich die Arbeitslosigkeit zurück und der Warentausch blühte wieder auf. Obwohl nur eine geringe Menge dieses neuen Geldes ausgegeben wurde, verdrängte es schnell die staatliche Währung.

Leider wurden wenig später alle derartigen Lösungsmodelle von den Notenbanken verboten. Um Schuldenkrisen in Zukunft auszuschließen bzw. eine solche Katastrophe aufzuheben, wäre es also nötig, derartiges Geld (auf moderner Grundlage) einzuführen.

Das Problem dabei dürfte allerdings weniger sein, dass dies nicht funktioniert, sondern dass die bisher vom Zinssystem profitierenden Kreise eine solche Lösung nicht wünschen.

29. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.