Der Euro bereitet ganz offensichtlich nicht nur Sorgen. Das erschließt sich erst aus dem Zusammenhang mit der Entwicklung im Dollarraum.
Weil der Greenback so schwach ist, hat er geholfen, die Inflation in den USA bis auf 3,6% zu beschleunigen. Weil der Euro gegenüber dem Dollar in den vergangenen 12 Monaten über 15% gestiegen ist, hat er zuletzt für deutsche Verbraucher die Preissteigerung gebremst.
Entwicklung der Lohnkosten: Der Euro hilft
Das ist der Grund, warum die Verbraucherpreise im Mai in Deutschland lediglich um 2,3% stiegen. Die Inflationsrate war damit seit acht Monaten erstmals wieder rückläufig. Hier kommen die neuesten Zahlen von Eurostat zur Entwicklung der Lohnkosten ins Spiel.
In der Eurozone nahmen im 1. Quartal die Lohnkosten im Stundenschnitt um 2,6% zu. Damit wird klar, dass die Löhne in Europa schneller wachsen als die Inflation, also real steigen.
Mehr als 300 Mio. Amerikaner hätten gerne, dass das bei ihnen auch so ist. Doch während in Deutschland die Teuerungsrate schon wieder etwas zurückgeht, nimmt sie in den USA noch zu.
Erzeugerpreise klettern rasant
Doch damit ist auf europäischer Seite des Atlantiks noch keineswegs Entwarnung gegeben. Denn das Statistische Bundesamt meldet zu Wochenbeginn einen Anstieg der Erzeugerpreise für den Mai um 6,1%.
Höhere Energiepreise machen von diesem rasanten Anstieg rund die Hälfte aus. Das bedeutet zunächst etwas Entspannung, weil die Energiepreise aktuell korrigieren.
Im Monatsvergleich haben die Ölnotierungen um 7,3% nachgegeben. Doch das kann sich schnell wieder ändern, je nach der Entwicklung im Nahen Osten und der ständig schwankenden Einschätzung über das weitere Wachstum in China.


