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Lohnsteuer und Einkommenssteuer: Wer zahlt was?

Die parallele Verwendung der Begriffe „Lohnsteuer“ und „Einkommenssteuer“ führt zuweilen zu Irritationen bei den Steuerbürgern. Im Grunde bezeichnen die beiden Begriffe den gleichen Sachverhalt: sie stellen den Anteil des Staates dar, den dieser von den Einkünften seiner Bürger abfordert.

Damit werden prozentual die meisten Staatsausgaben gedeckt. Da „Lohnsteuer“ und „Einkommenssteuer“ mit einer unterschiedlichen Art des Erwerbs verbunden sind, werden sie auch unterschiedlich klassifiziert.

Die Lohnsteuer ist eine Quellensteuer, da sie direkt am Punkt ihres Entstehens (bei er monatlichen Lohnzahlung) abgeführt wird. Wer Einkommenssteuer zahlt, kommt seiner Verpflichtung nach, den Staat an seinen Erträgen zu beteiligen.

Lohn- und Einkommenssteuer werden auf unterschiedliche Einkunftsarten gezahlt

Lohnsteuer und Einkommenssteuer kommen auf unterschiedliche Weise zustande. Die Gehaltsvereinbarung mit einem Arbeitgeber ist ein fester Vertrag, aus dem genau definierte Zahlungen fällig werden. In diesem Fall ist es möglich, den vorgesehenen Lohnsteuerbetrag sofort bei Zahlung abzuführen.

Erträge kommen im Wirtschaftskreislauf zustande und sind in der Regel nicht konstant. Das hängt einerseits mit den Schwankungen zusammen, die am Markt für wechselnde Preise, Zinsen oder Handlungskonditionen sorgen. Andererseits beinhaltet eine wirtschaftliche Tätigkeit so viele organisatorische und zeitliche Aspekte, dass sie nicht im Zeitraum eines Monats erschöpfend bilanziert werden kann.

Daher wird hier als Handlungs- und Steuerzeitraum das so genannte Wirtschaftsjahr zugrunde gelegt. Zwar bildet auch dieser Zeitraum das unternehmerische Handeln nicht komplett ab, aber es ist möglich, einen realen Gewinn zu definieren. Dieser wird bei natürlichen Personen als Einkommen bezeichnet und analog des Steuerverfahrens beim Lohn nach Höhe versteuert.

Lohnsteuer = Einkommenssteuer für Arbeitnehmer

Das deutsche Steuergesetz kennt sieben Hauptarten des Einkommens, die in den Paragrafen 13 – 23 des Einkommensteuergesetzes definiert sind:

  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  • Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit
  • Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Sonstige Einkünfte
  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

Der Unterschied der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zu allen anderen Einkommensarten besteht darin, dass dafür kein eigenes unternehmerisches Handeln notwendig ist. Jede andere Einkunftsart ist mit eigenem Kapital, eigener Struktur und eigenem Risiko verbunden.

Lohn- und Einkommenssteuer: Die Fristen

Insofern ist die zeitliche Bemessung des Wirtschaftsjahres auch eine Referenz des Staates an die Akteure der Wirtschaft, deren wertschöpfende Tätigkeit in einen angemessenen Rahmen zu stellen. Das hält ihn indes nicht davon ab, bereits in den laufenden Prozess eines Jahres mit Vorauszahlungen einzugreifen, und eine zügige Abrechnung des Wirtschaftsjahres zu fordern.

Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihre Steuererklärung noch bis zu vier Jahren später einzureichen.

Unternehmen und Selbständige müssen für einen solchen Fristenaufschub zwingende Grund vorweisen, und erhalten in der Regel auch nicht eine so langen Bedenkzeit.

Wer einen Steuerberater beschäftigt, hat bis zum 30. September des Folgejahres Zeit. Fristverlängerungen werden meist bis zum Jahresende genehmigt, bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bis zum 31. März des nächsten Jahres.

10. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.