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Lohnsteuerklassen: Das Faktorverfahren unter der Lupe

In Deutschland gibt es 6 Lohnsteuerklassen, in welche die Arbeitnehmer entsprechend ihrer persönlichen Lebensverhältnisse eingeteilt werden.

Anhand der Lohnsteuerklasse berechnet das Finanzamt die Höhe der monatlichen Abzüge. Beide Anteile, sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer, werden dann durch den Arbeitgeber abgeführt.

Je nach Lohnsteuerklasse gibt es verschiedene Freibeträge, die vor der Abführung ans Finanzamt vom steuerpflichtigen Lohn abgezogen werden. Ehepaare haben generell die Möglichkeit, zwischen den Kombinationen III/V, IV/IV und IV/IV mit Faktor zu wählen.

Besonders für sie lohnt sich also ein Blick auf die einzelnen Szenarien. So können sie die Steuerlast insgesamt senken oder hohe Voraus- bzw. Nachzahlungen einsparen.

Lohnsteuerklassen: Die einzelnen Kombinationen

Dass beide Ehepartner in Steuerklasse IV eingestuft werden, ist dann von Vorteil, wenn beide Personen ungefähr gleich viel verdienen. Andererseits gibt es auch noch die Kombination der Klassen III und V. In Steuerklasse III ist der Freibetrag höher als in Klasse IV, dafür fällt allerdings der Betrag in Klasse V wesentlich geringer aus.

Die Lohnsteuerklassenkombination III und V bietet sich also an, wenn ein Ehepartner deutlich (ca. 60%) mehr verdient als der andere. Dann sollte der besser verdienende Partner in Klasse III, der schlechter verdienende in Klasse V eingestuft werden.

Als dritte Möglichkeit besteht seit dem Jahr 2010 auch das sogenannte Faktorverfahren, welches das Splittingverfahren der Kombination III/V auf die Klasse IV anwendet. Man spricht dann von der Kombination IV/IV mit Faktor.

Das Faktorverfahren – einfach erklärt, mit Pro und Contra

Zunächst benötigt das Finanzamt die voraussichtliche Einkommensteuer nach dem Splittingtarif (E) sowie die Summe der voraussichtlichen Lohnsteuer beider Ehepartner – auf Basis der Steuerklasse IV (L).

Der Faktor wird dann ermittelt, indem L durch E dividiert wird. Ein kleineres Ergebnis als 1 wird neben Steuerklasse IV mit bis zu drei Nachkommastellen eingetragen (zum Beispiel 4.000 €/ 4.800 € = 0,833).

Hauptsächlich wurde das Faktorverfahren eingeführt, um einen fairen Ausgleich zwischen den Einkommen der Partner und ihrer Steuerlast zu schaffen. Denn ansonsten muss zum Beispiel der Partner, der lediglich 25% zum Gesamteinkommen beiträgt, satte 50% der Steuerlast tragen. Entscheidet sich das Ehepaar für das Faktorverfahren, muss der Partner tatsächlich nur 25% Lohnsteuer bezahlen. Auch Steuernachzahlungen bleiben so oftmals aus.

Dieses Verfahren lohnt sich außerdem auch bei einer Trennung, wenn der vorher in Klasse V eingestufte Partner Splittingvorteile durch den Faktor geltend macht. In diesem Fall erleidet der andere Partner (vorher Klasse III) nämlich keine finanziellen Nachteile.

Allerdings gibt es auch eine Rückseite der Medaille: Denn im Rahmen des Faktorverfahrens werden auch seltener Steuern zurückgezahlt, und monatlich bleibt – vor allem dem besser verdienenden Partner – häufig weniger Netto vom Brutto.

27. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.