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Mahnung erhalten? Zahlung sollte sofort erfolgen

Es mag lästig sein, laufende Rechnungen sofort zu bezahlen. Aber es ist meist bedeutend günstiger, als sich damit viel Zeit zu lassen.

Das folgt aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (17.09.2015, Az. IX ZR 280/14). Denn hier geht es nicht nur um ein paar Euro Mahnkosten und Verzugs-Zinsen.

Sondern der Rechnungs-Steller darf Ihnen häufig auch die Kosten für den Anwalt in Rechnung stellen, den er damit beauftragt hat, die Forderung einzutreiben.

Folgekosten muss der Schuldner tragen, sobald im Verzug

Im entschiedenen Fall ging es um die popelige Rechnung einer Autowerkstatt. Ein Kunde hatte sie nicht bezahlt.

Auch auf die Zahlungs-Erinnerung reagierte er nicht. Schließlich sandte ihm die Werkstatt eine Mahnung, aber auch das ignorierte oder vergaß der Kunde.

Dem Werkstatt-Inhaber wurde es zu dumm. Er beauftragte einen Anwalt.

Der schickte ein anwaltliches Mahnschreiben und verlangte dafür die übliche Anwalts-Vergütung (die genaue Höhe geht aus dem jüngst veröffentlichten Urteil nicht hervor).

Jetzt reagierte der Kunde: Zwar zeigte er sich bereit, die Werkstatt-Rechnung zu begleichen, aber für die anwaltlichen Mahnkosten wollte er nicht aufkommen.


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Der Streit wurde vor Gericht ausgetragen und ging bis zur höchsten Instanz, dem Bundesgerichtshof (BGH).

Die Richter entschieden: Wenn der Schuldner in Verzug ist, muss er die Folgekosten für die Eintreibung der Forderung tragen, punktum.

Zwar dürfen diese Folgekosten nicht übertrieben hoch sein. Aber gegen die für solche Mahnungen üblichen Anwalts-Kosten sei nichts einzuwenden.

Der Kunde kam mit seiner Argumentation nicht durch, es sei unverhältnismäßig, ihm gleich nach der 1. Mahnung so hohe Kosten zusätzlich anzulasten.

Ab wann Sie als Verbraucher im Verzug sind

Es ist ein bisschen kompliziert herauszufinden, ab wann Sie als Verbraucher im Verzug sind. Die Sache ist in § 286 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt.

In aller Regel gilt: Im Verzug sind Sie spätestens dann, wenn Sie den offenen Betrag nicht binnen 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung beglichen haben.

Oder Sie sind im Verzug, wenn Sie eine 1. Mahnung bereits erhalten haben. In beiden Fällen müssen Sie allerdings auf den (drohenden) Verzug hingewiesen worden sein.

Im Verzug sind Sie auch, wenn Sie Ihre Leistung gegenüber dem Rechnungs-Steller ernsthaft und endgültig verweigert haben. Aber das dürfte wohl eher die Ausnahme sein.

Fazit: Sofort zahlen, reklamieren oder um Zahlungs-Aufschub bitten

Teure Anwalts- und Inkasso-Kosten lassen sich ganz einfach vermeiden.

Zahlen Sie Ihre Rechnungen pünktlich, also spätestens zum in der Rechnung genannten Fälligkeits-Termin.

Es kann allerdings vorkommen, dass die Rechnungs-Höhe nicht der Vereinbarung entspricht oder dass Sie wegen Mängeln nicht den vollen Betrag zahlen wollen.

In diesem Fall teilen Sie das dem Rechnungs-Steller mit; aus Beweis-Gründen am besten nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich.

Versuchen Sie dann, sich so schnell wie möglich mit ihm zu einigen. Ein Preisnachlass ist in solchen Fällen durchaus drin, sofern eine Nachbesserung, eine Reparatur oder ein Austausch der defekten Ware nicht möglich ist.

Was tun, wenn Sie gerade nicht flüssig sind und deshalb den Zahlungs-Termin nicht einhalten können?

Es bringt in solchen Fällen nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Greifen Sie zum Hörer. Rufen Sie beim Rechnungs-Steller an. Bitten Sie ihn darum, den Fälligkeits-Termin nach hinten zu schieben.

Oder bieten Sie ihm an, die Rechnung in Raten bzw. in mehreren Teilzahlungen zu begleichen.

Halten Sie sich dann aber genau an die Abmachungen. Auch das erspart Ihnen hohe Zusatz-Ausgaben, die Ihnen der Rechnungs-Steller sonst aufbürden darf.

28. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.