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Maklerprovision: Das müssen Sie beachten

Wenn Sie sich als Kaufinteressent einer Immobilie an einen Makler wenden, wird er von Ihnen für seine Dienste regelmäßig eine Provision verlangen und auf einer entsprechenden Vereinbarung bestehen.

Achtung: Nicht selten kommt es vor, dass in einem Vertriebsauftrag zwischen Verkäufer und Makler vereinbart wird, dass bei einem Kaufvertragsabschluss die Provision hierfür vom Käufer zu zahlen ist.

Derlei Vereinbarungen sind jedoch unwirksam. Damit der Makler von Ihnen als Käufer eine Provision verlangen kann, muss er dies mit Ihnen auch selbst vereinbart haben.

Besondere Aufmerksamkeit müssen Sie umso mehr zeigen, als in der Praxis die Provisionsabsprachen meistens stillschweigend getroffen werden. Und zwar oft folgendermaßen:

Stillschweigender Vertragsschluss

Auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie werden Sie in der Tageszeitung auf das Angebot eines Maklers aufmerksam. Sie rufen ihn an und bitten um Zusendung eines Exposés vom Kaufobjekt.

Das Exposé findet Ihre Zustimmung und so rufen Sie abermals beim Makler an und fragen nach einem Besichtigungstermin. Der Termin kommt zustande, mit dem Verkäufer werden Sie sich schnell einig und so kaufen Sie später die Immobilie.

Eine solche Vereinbarung fehlt in der Praxis oftmals auch dann, wenn Sie einem Makler einen Suchauftrag erteilen.

Fragen Sie ihn, ob er in seiner Kartei ein passendes Objekt für Sie hat und wird er dabei fündig, darf er von Ihnen nur dann eine Provision fordern, wenn sie auch ausdrücklich vereinbart wurde. Dies hat der Bundesgerichtshof erst kürzlich in einem Urteil entschieden. (BGH, Az III ZR 393/04)

Maklerprovision: Keine Formvorschriften

Wie gesagt, bedarf es zur Zahlung einer Provision zwar stets einer entsprechenden Vereinbarung, doch ist es nicht notwendig, dass diese Abrede auch schriftlich erfolgt.


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Vielmehr ist auch eine mündliche Absprache wirksam, wonach Sie als Käufer bei erfolgreicher Tätigkeit des Maklers die Provision zahlen.

Verlangt der Makler nun von Ihnen eine Provision, darf er dies selbst dann, wenn Sie hierüber mit ihm nie gesprochen haben.

Grund: In den Exposés von Maklern steht fast immer geschrieben, dass der Käufer bei Abschluss eines Kaufvertrages eine Provision zu entrichten hat. Wenn Sie nach Erhalt des Exposés um Besichtigung oder um weitere Informationen bitten, akzeptieren Sie so diese Vereinbarung.

Unklare Inserate: Provisionsverlangen

Anders als bei der Zusendung eines Exposés ist in Zeitungsanzeigen oder Angeboten im Internet mitunter weniger klar, wer die Provision des inserierenden Maklers zu zahlen hat. Denn oft heißt es darin nur lapidar: „Provisionspflichtiges Angebot“ oder „Maklerprovision“.

Bei derlei Angeboten bleibt aber völlig unklar: Muss der Verkäufer die Provision zahlen oder der Käufer?
Auch dies ist vielen Kaufinteressenten nicht bekannt: Haben Sie mit einem Makler eine Provisionsvereinbarung getroffen und kaufen später nicht Sie, sondern ein Verwandter die Immobilie, darf der Makler trotzdem von Ihnen die Zahlung der Provision verlangen. Solcherart „Umgehungsgeschäfte“ billigen die Gerichte nämlich nicht.

Haben Sie als Kaufinteressent aufgrund einer solchen Zeitungsanzeige mit dem Makler Kontakt aufgenommen und später einen Kaufvertrag geschlossen, ohne dass noch einmal über die Provision gesprochen worden wäre, darf der Makler von Ihnen keine Provision verlangen.

Denn hierfür wäre eine eindeutige Regelung notwendig, an der es bei derlei Umschreibungen aber gerade fehlt.

Das Gleiche gilt auch bei Lebenspartnern. Bezieht der Vertragspartner des Maklers die Immobilie, die sein Lebenspartner gekauft hat, schuldet er dennoch die Makler-Provision.

Nachweiscourtage

Aus dem gleichen Grund müssen Sie als Kaufinteressent auch keine Provision zahlen, wenn Sie sich zum Beispiel wegen des folgenden Zeitungsinserates an einen Makler gewandt haben.

Unter der Beschreibung des Objekts ist angegeben: „Nachweiscourtage 3,42% des Kaufpreises, fällig und verdient bei Abschluss des Kaufvertrages“. Auch hier gilt: Will der Makler von Ihnen als Käufer eine Provision, muss er dies auch unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Sonst geht er leer aus.

Haben Sie als Kaufinteressent eine geeignete Immobilie gefunden, sind sich aber noch nicht 100%ig sicher, bieten Ihnen manche Makler an, den Kauf für Sie auf bestimmte Zeit zu reservieren.

Dafür, dass ein Zwischenverkauf an einen anderen Interessenten ausgeschlossen sein soll, verlangen die Makler natürlich eine Reservierungsgebühr von 5 bis 10% der eigentlichen Provision.

Doch Vorsicht: Über den Verkauf der Immobilie entscheidet allein der Eigentümer und nicht der Makler. Bietet sich für den Verkäufer die Gelegenheit zum Verkauf, können Sie dies nicht verhindern.

Nur dann, wenn durch Sie als Kaufinteressent eine solche Reservierungsvereinbarung direkt mit dem Eigentümer und in notarieller Form geschlossen wird, können Sie sich der Reservierung wirklich sicher sein.

  • Der Makler ist zugleich Sondereigentumsverwalter der Wohnung, die vermietet werden soll.

7. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.