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Malen nach Zahlen – die Ifo-Konjunkturuhr

Die Mitarbeiter des Ifo-Instituts in München haben jeden Monat jede Menge zu tun. Denn sie müssen Fragebögen auswerten, die sie an tausende Unternehmen in Deutschland verschickt haben. Das Institut befragt per Fragebogen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels in Deutschland.

Geschäftslage und Erwartungen

Sie tragen im Wesentlichen zwei Dinge aus diesen Befragungen zusammen: Zum einen, wie die Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage einschätzen; zum anderen, wie sie ihre Geschäfte in Zukunft sehen, was sie sich für die kommenden 6 Monate also erwarten. Befragt werden Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, also etwa Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels in Deutschland. Je nach Größe des Unternehmens und Bedeutung der Branche für die Wirtschaft werden die Antworten unterschiedlich gewichtet.

Dabei sind die Parameter übersichtlich. Bei der Frage nach der aktuellen Geschäftslage gibt es drei mögliche Antworten – gut, befriedigend oder schlecht. Beim Abwägen der Erwartungen haben die Unternehmen ebenfalls drei Möglichkeiten: Die Lage kann günstiger, gleich bleibend oder ungünstiger werden.

Daten des Ifo-Geschäftslimaindexes

Aus diesen Daten veröffentlicht das Ifo-Institut dann seinen berühmten Ifo-Geschäftsklimaindex, das vielleicht wichtigste Stimmungsbarometer für die Deutsche Wirtschaft.

Wem die Zahlen zu grau sind, der kann sich bei der Analyse der Daten auf die graphische Darstellung einer schematischen Konjunktur-Uhr stützen. Diese Ifo-Konjunkturuhr ist grafisch ein Koordinatensystem mit den üblichen zwei Achsen. Dabei kreuzen sich die beiden Achsen. Es ergibt sich also ein viergeteiltes Diagramm mit positiven Werten auf der oberen und rechten Seite und mit negativen Werten unten und links vom Fadenkreuz.

Das Ziffernblatt: Der Konjunkturzyklus

Diese vier Bereiche entsprechen nun vier Abschnitten im Konjunkturzyklus. Im Uhrzeigersinn sind dies: Aufschwungphase (oben links), Boomphase (oben rechts), Abschwungphase (unten rechts) und Rezessionsphase (unten links).

Nun lassen sich die Ergebnisse der Befragungen in dem Diagramm oder der schematischen Uhr eintragen: Sind die Antworten der Unternehmen in der ifo-Umfrage zur Geschäftslage und den Geschäftserwartungen schlecht, also im Minus, landet man unten links, also im Vierteln der Rezession. Ist die Geschäftslage schlecht und die Geschäftserwartungen aber positiv, landet man schematisch im Aufschwung. Sind Geschäftslage und Geschäftserwartungen gut trifft das grafisch die Boomphase.  Und drehen schließlich die Geschäftserwartungen ins Minus, obwohl die Lage als gut beurteilt wird, so landet man in der Abschwungphase der Ifo-Konjunkturuhr.

Die Ifo-Konjunkturuhr

Bisher haben wir aber nur einzelne Punkte in das vierteilige Koordinatensystem eingetragen. Verbindet man diese nun chronologisch zu einer Kurve, entsteht idealtypisch ein Kreis um den Mittelpunkt des Koordinantensystems. Folgt man diesem Kreis nun im Uhrzeigersinn, so durchwandert der Graf die aufeinanderfolgenden Phasen des Konjunkturzyklus, also Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession usw.

7. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.