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MAN-Aktie: Zwischen Übernahme und Eigenständigkeit

Der Kurs der MAN-Aktie hat sich in den vergangenen 5 Jahren nahezu verdreifacht. 2013 war jedoch kein gutes Jahr für den führenden Nutzerfahrzeug-Hersteller MAN (Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg). Das Unternehmen litt unter der Talfahrt auf dem europäischen Lastwagen- und Nutzfahrzeugmarkt. Insbesondere die Nachfrage nach schweren Lastwägen ging in Europa spürbar zurück.

MAN-Chef Georg Pachta-Rayhofen glaubt, dass die Lage für die einzelnen Hersteller weiter angespannt bleiben wird. Aktuell sieht der MAN-Manager keine große Erholung für die Branche, auch wenn die Aufträge zuletzt wieder stiegen.

MAN-Aktionäre stimmen Beherrschungsvertrag zu

MAN-Aktionäre und Privatanleger bewegt derzeit ohnehin ein anderes Thema: Mitte 2013 stimmten MAN-Aktionäre mit 98,47% dem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag durch VW zu. Der Volkswagen-Konzern hatte bereits im Vorfeld der Übernahme mehr als 75% der Anteile gehalten, nachdem VW in den letzten Jahren sukzessive seine Beteiligung aufgestockt hatte. Der Beschluss war damit eigentlich nur noch Formsache.


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Nunmehr sollen MAN vollständig in den VW-Konzern integriert und geschätzte Synergieeffekte von bis zu 1 Mrd. € mit der schwedischen Lkw-Tochter Scania realisiert werden. Trotz der Übernahme soll MAN weiter eigenständig bleiben, heißt es bei VW.

Nicht alle MAN-Aktionäre sind mit dem Vorgehen zufrieden. VW war nach dem Beschluss verpflichtet, den übrigen Aktionären ein angemessenes Angebot für ihre Aktien zu unterbreiten. Allerdings erschien das Abfindungsangebot in Höhe von 80,89 € je MAN-Aktie vielen Kleinaktionären als zu niedrig. Kein Wunder, notierte die MAN-Aktie zum Jahresende nur knapp unter der Marke von 90 €.

MAN-Aktie unterbewertet? DSW fordert höheren Preis

Aktionärsvertreter wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wollen sich wehren und lassen die Offerte bereits gerichtlich prüfen. Branchenkenner rechnen damit, dass VW wohl tiefer in die Tasche greifen muss, will das Unternehmen auch die restlichen Anteile einsammeln, die noch nicht im Firmenbesitz sind.

Bei MAN verweist man darauf, dass die Aktionäre das Abfindungsangebot in Höhe von 80,89 € je MAN-Aktie nicht annehmen müssen und ihre Papiere auch behalten können. Statt einer Dividende gibt es dann eben eine garantierte Ausgleichszahlung in Höhe von 3,07 € je Aktie.

Bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sieht man den Fall derweil anders. Die Aktionärsschützer bemängeln, dass der Basiszins bei der Ermittlung des Abfindungsangebots nicht richtig angesetzt wurde. Zudem fällt das Angebot in eine Zeit, in der MAN mit einem Einbruch bei den Verkaufszahlen großer Laster zu kämpfen hatte.

Inzwischen hat sich die Lage aber wieder etwas gebessert. Die Auftragseingänge zogen im zweiten Halbjahr 2013 deutlich an, nachdem Kunden zum Jahresende noch Nutzfahrzeuge der älteren Abgasnorm Euro V bestellten – diese sind preiswerter als moderne Euro-VI-Laster.

MAN-Aktie – Börse rechnet mit höherem Angebot

Wie der Rechtsstreit zwischen VW und den Aktionärsschützern auch ausgeht, Leidtragende sind vorerst die MAN-Aktionäre. Diese stehen nunmehr vor der Wahl, ihre Papiere zu einem vermeintlich niedrigen Kurs anzudienen oder weiter zu behalten. Branchenkenner rechnen zwar damit, dass VW nochmals nachlegen und 7 € bis 10 € mehr je MAN-Aktie bieten wird. Bis es soweit ist, könnte aber noch einige Zeit ins Land gehen.

3. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands