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Marge berechnen – vom EBIT und weiteren Preisspannen

Marge ist ein französischer bzw. ursprünglich lateinischer Begriff und lässt sich mit Unterschied, Spielraum oder Spanne übersetzen.

Der Begriff findet überwiegend in der Betriebswirtschaftslehre Anwendung und kann hier unterschiedliche Bedeutungen haben.

Abhängig von der jeweiligen Anwendung wird die Marge demnach auf verschiedene Wege und unter Einbeziehung verschiedener Werte berechnet.

Für Anleger ist insbesondere die EBIT-Marge als Unternehmenskennzahl von Bedeutung. Doch auch im Handel, Kreditwesen und an der Börse spielt die Marge eine Rolle.

Die Marge in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen

Im Handel wird die Handelsspanne als Marge bezeichnet. Diese gibt in Prozent die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis an und beziffert somit die Gewinnspanne.

Im Kreditwesen hingegen bedeutet Marge die Differenz zwischen dem Kunden- und dem Refinanzierungszinssatz.

Im Zusammenhang mit Börsengeschäften gibt es zwei verschiedene Margen-Begriffe. Zum einen wird die Differenz zwischen Ausgabekurs und Tageskurs eines Wertpapiers als Marge bezeichnet.

Zum anderen werden jedoch auch die Preis- bzw. Kursunterschiede an verschiedenen Handelsplätzen als Margen bezeichnet. Gerade im Devisengeschäft ist dieser Margen-Begriff von großer Bedeutung.

Mehr zum Thema: Wie man mit Devisenhandel Geld verdienen kann

Für Anleger ist außerdem die sogenannte EBIT-Marge interessant. Mit dieser Kennzahl lässt sich die Ertragskraft eines Unternehmens beurteilen.

Was die EBIT-Marge bedeutet

Der EBIT ist eine Kennzahl, die das operative Ergebnis eines Unternehmens angibt. Die Besonderheit ist, dass Zinsen und Steuern bei der Ermittlung des EBIT herausgerechnet werden, also: Gewinn vor Zinsen und Steuern.

Mehr zum Thema: EBIT: Definition zum Unternehmensvergleich

Der Vorteil des EBIT ist, dass eine Vergleichbarkeit unabhängig von der Finanzstruktur eines Unternehmens und auch unabhängig vom Unternehmenssitz erfolgen kann.

Es spielt also keine Rolle, wie hoch der Eigenkapitalanteil oder wie hoch die Steuerlast im jeweiligen Land ist.

Bei der EBIT-Marge wird nun der EBIT mit dem Jahresumsatz ins Verhältnis gesetzt. Somit ist die EBIT-Marge der prozentuale Anteil des EBIT am Umsatz.

Berechnung der EBIT-Marge

Um die EBIT-Marge zu berechnen, kann man sich einer einfachen Formel bedienen. Es werden lediglich der EBIT und der Umsatz benötigt. Die Formel lautet:

EBIT-Marge = (EBIT / Umsatz) * 100

Man kann als Beispiels von einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 20 Mio. € ausgehen. Es wird zudem ein EBIT von 3 Mio. € angenommen. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

EBIT-Marge = (EBIT / Umsatz) * 100

EBIT-Marge = (3.000.000 / 20.000.000) * 100

EBIT-Marge = 15%

Die EBIT-Marge zu berechnen ist also recht einfach. Schwieriger kann es jedoch sein, diese Zahl auch zu interpretieren.

Interpretation der EBIT-Marge

Es ist zu beachten, dass bei der EBIT-Marge der operative Gewinn, nicht jedoch der gesamte Jahresüberschuss – also nach Steuern – berücksichtigt wird.

Es wird die Umsatzrentabilität ausgedrückt, ohne Finanzierungs- und Steuereffekte zu beachten und auch ohne außerordentliche, einmalige Kosten und Aufwendungen einzubeziehen.

Die EBIT-Marge kann sich beispielsweise erhöhen, wenn der Umsatz bei gleichbleibenden operativen Kosten ansteigt oder die operativen Kosten bei gleichbleibendem Umsatz sinken.

Generell wird von einer hohen Ertragskraft gesprochen, wenn Unternehmen eine EBIT-Marge von 15% und mehr aufweisen. Bei 3% und weniger ist hingegen häufig von einem Risiko der Unrentabilität die Rede.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass die Kennzahl zwischen den einzelnen Branchen stark variieren kann. Es bietet sich deshalb an, bei Unternehmensvergleichen nur Firmen derselben Branche zu berücksichtigen.

Ein großer Vorteil der EBIT-Marge ist auch die internationale Vergleichbarkeit. Da Steuern nicht einberechnet werden, können auch Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern miteinander verglichen werden.

Beachtet man diese Besonderheiten, so stellt die EBIT-Marge eine aussagekräftige Kennzahl dar. Sie ist zwar nur ein einzelner Bestandteil einer soliden Unternehmensbewertung, kann jedoch ein sehr wichtiger sein.

6. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.