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Mario Monti: 2012 Hoffnungsträger für die Euro-Zone und deren Krise

Die EU geht 2012 dem nächsten Krisenjahr entgegen – das steht schon fest. Laut Bankanalysen werden die nächsten Schritte in Italien entschieden werden. Denn: Bekommt Mario Monti die Staatsschulden unserer südlichen Nachbarn nicht in den Griff, wird es zu Turbulenzen kommen.

Noch schlimmer: sogar der Fortbestand der Eurozone scheint dann massiv in Gefahr zu geraten. Vorsicht: An den Anleihemärkten wird das Ausmaß der Krise aktuell noch nicht vollständig sichtbar.

Rettungsschirme halten nicht

Die verabredeten Rettungsaktivitäten sind noch lange nicht so erfolgreich, wie die Politik es sich versprochen hatte. Der „Hebel“ für den Rettungsschirm EFSF ist nicht iwie erwartet beschlossen worden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll jetzt die rettende Institution in Krisenfällen sein. So erhalten die internationalen Helfer aktuell Unterstützungszahlungen in Milliarden-Höhe. Auch Deutschland zahlt kräftig.

Mehr zum Thema: Die Euro-Krise: Verschweigen und Ratlosigkeit beim IWF

Die Entscheidung über die nächsten Schritte aber fällt jetzt in Italien. Denn: Mario Monti muss die Staatsfinanzen dort schnell in den Griff bekommen.

An Vorschlägen mangelt es nicht: So rechneten Analysten bereits vor, dass Italien nur eine 16%ige Vermögenssteuer einführen muss, um die Staatsverschuldung zu senken.

Problem: Italien mit mehr als 100% Schuldenquote

Italien hat zur Zeit eine so genannte Schuldenquote (jährliche Verschuldung bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt BIP) in Höhe von mehr als 120%. Die Vermögenssteuer würde die Schuldenquote mit einem Schlag auf weniger als 100% drücken, so die Hoffnung.

Nur: Diese Hoffnung ist daran gebunden, dass Mario Monti a) das Vorhaben selbst wünscht und b) sich durchsetzen kann.

Danach sieht es nicht aus. Mario Montis Regierung hat bereits ein strammes Sparprogramm beschlossen.

Jetzt steht infrage, ob dieses Sparprogramm auch durchgesetzt wird. Die Anleihenmärkten scheinen das Szenario für glaubwürdig zu haben, so die jüngsten Zahlen. Entscheidend aber sind die ersten Meldungen im neuen Jahr.

Widerstand wird wachsen

Sparprogramme betreffen in Italien wie auch in Griechenland nicht nur die vermeintlich Vermögenden, sondern vor allem kleinere Haushalte. Die Proteste in den kommenden Monaten werden nicht ausbleiben.

Gelingt es Mario Monti, Demonstrationen zu überstehen, kann Italien zum Vorreiter einer Erholung innerhalb der Eurozone werden. Scheitert er, wird es eng.

Banken gehen bereits davon aus, dass sich in Italien die Zukunft des Euro entscheiden wird. Wenn Italien die Staatsverschuldung nicht schon 2012 in den Griff bekommt, wird es den Euro nicht mehr lange geben, so die Befürchtung.

Mehr zum Thema: Wie der IWF die Schuldenkrisen verschärft

Mario Monti ist ein Hoffnungsträger, wichtig wird aber auch die Unterstützung der Opposition sein. Die Schwankungen der italienischen Politik sind mit entscheidend dafür, dass viele Reformvorhaben in der Vergangenheit scheiterten.

Italien und nicht Griechenland ist der große Test im kommenden Jahr. Tatsächlich kann der Euro an Italien zerbrechen. Mario Monti hat daher eine gigantische Aufgabe vor sich, die für ganz Europa wichtig ist.

Achten Sie auf die Nachrichtenlage aus Italien. Dies wird die Stimmung an den Anleihemärkten und dann die Zinsen beeinflussen.

Je schlechter die Nachrichten, desto stärker steigen die Zinsen. Wer noch Kredite – etwa für Immobilien – benötigt, sollte für 2012 nicht auf den Effekt von Mario Monti setzen.

29. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.