Marktkapitalisierung: Was ist das?

Die Marktkapitalisierung (auch Börsenkapitalisierung oder Börsenwert genannt) zählt zu den wichtigsten Kennzahlen für eine Anlageentscheidung.

Sie offenbart den Marktwert eines Unternehmens, dessen Anteile an der Börse gehandelt werden.

Dieser Wert wird ermittelt, indem der Marktpreis – das heißt der Kurs – mit der Gesamtanzahl der Aktien des Unternehmens multipliziert wird.

Eine Beispielrechnung verdeutlicht die Vorgehensweise:

1.000.000 Aktien wurden vom Unternehmen ausgegeben.

Nach dem aktuellen Börsengang bringt jede Aktie momentan 70 € ein.

Demnach multipliziert man die 1.000.000 Aktien mit den 70 € und erhält eine Marktkapitalisierung des Unternehmens in Höhe von 70.000.000 €.

Da der Kurs ständigen Schwankungen unterliegt, ändert sich auch die Marktkapitalisierung, beziehungsweise der Börsenwert eines Unternehmens, dauernd.

Marktkapitalisierung: Das verrät sie dem Anleger

Anhand der Kennzahl der Marktkapitalisierung kann der Anleger die Größe des jeweiligen Unternehmens erkennen.

Je höher die Marktkapitalisierung ist, desto größer ist auch der dahinter stehende Konzern.

Dennoch kann man aufgrund der Größe des Unternehmens noch keine Aussage über die Kurschancen der Aktie treffen.

Die generelle Höhe der Marktkapitalisierung erhöht außerdem die Liquidität der Aktie, was wiederum ein wichtiges Kriterium für den Anleger darstellen kann. So ist er nämlich in der Lage, die Aktie relativ schnell und kostengünstig wieder zu verkaufen.

Wichtigstes Kriterium für die Indexzugehörigkeit

Außerdem wird die Marktkapitalisierung zur Gewichtung einzelner Aktien in einen Börsenindex herangezogen.

In der Regel wird hierbei jedoch nicht das Gesamtpaket ausgegebener Aktien verwendet, sondern nur die Streubesitz-Marktkapitalisierung.

Im Klartext ist das die Summe der Aktien, welche von Kleinanlegern gehalten werden.

Die Aktien von Großaktionären bleiben unberücksichtigt.

Dieses Prinzip gilt nicht nur für den DAX und größtenteils für die Deutsche Börse, sondern auch für ausländische Indizes, wie beispielsweise die des britischen FTSE 100.

Wird ein Wertpapier erst einmal in einen Index aufgenommen, steigert dies außerdem die Beachtung der Investoren und damit die Liquidität der Aktie.

Die verschiedenen Kategorien der Marktkapitalisierung von Unternehmen

An dieser Stelle ist zu beachten, dass es sich hierbei um keine festgelegten Rahmenkategorien handelt, sondern vielmehr um öffentliche Standards:

  • Mega Caps: Das sind Marktkapitalisierungen von 200 Milliarden $ und mehr
  • Big/Large Caps: Diese Börsenwerte bewegen sich zwischen 10 Milliarden $ und 200 Milliarden $
  • Mid Caps: Von Mid Caps spricht man, wenn sich die Marktkapitalisierung zwischen 2 Milliarden $ und 10 Milliarden $ bewegt
  • Small Caps: Hier bewegt sich der Börsenwert eines Unternehmens zwischen 300 Millionen $ und 2 Milliarden $
  • Mikro Caps: Hierbei handelt sich um Marktkapitalisierungen zwischen 50 Millionen $ und 300 Millionen $
  • Nano Caps: Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens bewegt sich unter der 50 Millionen $-Marke

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Large Caps in der Regel ein langsameres Wachstum bei niedrigerem Risiko aufweisen.

Small Caps hingegen haben ein höheres Wachstumspotenzial bei ebenfalls höherem Risiko.

Eine solche Klassifikation von Gesellschaften ermöglicht den Investoren, das Wachstums- gegen das Risikopotential abzuwägen.

20. Juli 2012
von
david_gerginov_
Seit seiner Jugend beschäftigt sich David Gerginov mit dem Kapitalmarkt und den Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft. Sein wichtigstes Anliegen ist dabei das Aufzeigen von Zusammenhängen und die möglichst einfache Darstellung von komplexen Sachverhalten.

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