Marktzins und Leitzins: Der große Irrtum

Viele Menschen nehmen beim Thema Zinswende fälschlicherweise an, dass Notenbanken den Marktzins festlegen und dessen Höhe dauerhaft bestimmen könnten.

Doch in Wirklichkeit haben sie nur Einfluss auf die kurzfristigen Leitzinsen.

Die langfristigen Marktzinsen entziehen sich jedoch weitgehend den Einwirkungsmöglichkeiten der Notenbanken.

Dies liegt daran, dass der Marktzins aus verschiedenen Bestandteilen besteht, in denen sich die Marktgegebenheiten widerspiegeln und die von den Geschäftsbanken als Kreditgeber kalkuliert werden.

Sie umfassen folgende Komponenten:

  1. Kapitalzins
  2. Inflationszuschlag
  3. Risikozuschlag

Der Kapitalzins, also der Zins, entsteht durch Angebot und Nachfrage nach Krediten.


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Je mehr eine Wirtschaft boomt und je mehr Kredite von der Wirtschaft aufgenommen werden, umso höher ist dieser Kapitalzins.

Heute ist dieser Bestandteil des Marktzinses eher niedrig, weil die Wirtschaft schon seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr wirklich boomt und die Kreditvergabe sich seither kaum noch erhöht hat.

Mit dem Inflationszuschlag streben die Banken an, Inflationsverluste zu verhindern.

Dadurch soll sichergestellt werden, dass insgesamt der Wert des anfangs ausgeliehenen Kreditbetrags nach seiner Rückzahlung, die in der Regel ja über mehrere Jahre läuft, erhalten bleibt.

Da die Inflationsrate aktuell sehr niedrig ist, fällt auch der Inflationszuschlag zum Marktzins sehr gering aus.

Mit dem Risikozuschlag explodieren die Zinsen

Doch viel entscheidender ist der Risikozuschlag zum Zins. Je riskanter das Marktumfeld ist, umso höher wird der Risikozuschlag zum Zins.

Er dient quasi als Versicherung für die kreditgebende Bank, um das mit dem Kreditnehmer verbundene Ausfallrisiko abzusichern.

Doch genau auf diese wichtige Größe haben die Notenbanken gar keinen Einfluss.

Das bedeutet: Sobald das Finanzsystem, wie in der Finanzkrise 2008, erneut ins Wanken kommt, werden die Zinsen durch einen erhöhten Risikozuschlag sofort explodieren. Dies würde unweigerlich zu einem Crash führen.

Solch eine Situation kann jederzeit ausgelöst werden. Das Kippen einer strauchelnden Bank könnte dafür z.B. die Ursache sein.

Der Einfluss der Banken ist begrenzt

Doch gegen eine plötzliche Zinswende durch einen Anstieg des Risikozuschlags zum Zins kann keine Notenbank der Welt etwas unternehmen.

Sie kann nur durch Drehen an den Leitzinsen den Kapitalzins und teilweise die Inflation beeinflussen – mehr Einfluss hat sie auf den Marktzins aber nicht.

Wenn schon eine Zinserhöhung von 1,5 Prozentpunkten reicht, um den Aktienmarkt um 30 Prozent einbrechen zu lassen, dann wird eine zu befürchtende, in ihren Ausmaßen deutlich darüber hinausgehende plötzliche Zinswende die Aktienbörsen und die Anleihenmärkte völlig kollabieren lassen.

Doch genau dieses Szenario haben die meisten Experten überhaupt nicht auf dem Bildschirm, weil nur wenige die Bestandteile des Zinses und die daraus resultierenden Markteinflüsse in ihre Betrachtungen einbeziehen.

7. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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