von Janne Joerg Kipp

Maybritt Illner und die Euro-Diskussion: Lügen erlaubt? - Ein Kommenta

Griechenland ist pleite.

Lügen in der Politik - dies ist der Normalfall, stellt Chefanalyst Janne Joerg Kipp fest und warnt.

Wer sich bislang noch auf die Angaben der Eurozonen-Politik verlassen hat, wurde wieder einmal eines Besseren belehrt: gestern abend in der Talkshow bei Maybritt Illner wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, mal wieder politisch von den Parteien dominiert, Jean-Claude Juncker zitiert.

Lügen erlaubt: so lassen sich Politiker bei Euro-Diskussion zitieren

Der so genannte "Euro-Gruppenchef" hat zunächst eingeräumt, das Geheimtreffen mit Finanzministern von Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien habe nicht stattgefunden.

Diese Notlüge ist auch in Druckmedien bekanntgeworden.Im Fernsehbericht aber wurde Juncker zu weiteren Lügen zitiert und vor allem zu deren Begründung: sinngemäß sei dies notwendig, um den Euroraum zu stabilisieren.

Für uns als Investoren bleibt nach diesem Eingeständnis mal wieder die Erkenntnis:

a) der Euro ist instabil, alle Entwicklungen bis hin zu einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone sind möglich - wie hier lange schon beschrieben, b) die Politik lässt das Lügen wie in vielen anderen Fällen nach eigenem Selbstverständnis nach nicht sein.

Konsequenz: glauben Sie schlicht - nichts

Die Politik wie vom Staatssekretär im Finanzministerium, Kampeter, im Fernsehen vertreten, macht sich durch diese Aussagen grundsätzlich unglaubwürdig.

Das Finanzministerium spricht von "Abwägung von Risiken und Verantwortung" - doch jeder weiß Bescheid: die Griechen brauchen mehr Geld oder andere Entlastung.

Sparpaketnivau zu gering und nichts wert?

Sparpakete, wie auch von unserer Regierung verlangt, sind fast die Debatten-Zeiten nicht wert, in denen sie geschnürt werden. So hat jede Sparleistung Steueraspekte -die Einnahmen fallen dann weg. So ist aber auch das Volumen der Sparleistungen bei weitem zu gering.

Nicht alle "Programmparameter sind erfüllt", das ist alles, was die deutsche Regierung aber dazu sagt. Zum "gegenwärtigen Zeitpunkt" und so weiter.... diese Phrasen sind gestern gefallen.

Hedge-Fonds sagt die Wahrheit

Ein Hedge-Fonds-Manager hat gestern abend allerdings formuliert, worum es eigentlich geht. Hier geht es nicht um die Rettung des Euro oder von Griechenland, sondern um die Rettung von Banken.

Diese haben kräftig investiert. 10 oder 20% Zinsen kassieren diese seiner Meinung nach - durch die staatlichen Rettungszahlungen.

GeVestor.de meint: daher warnen wir a) vor politischen Aussagen, die jederzeit kassiert werden können und b) vor Investitionen in die meisten Banken. Die Bilanzen sind undurchsichtig, der mögliche Schaden bei einer unabwendbaren Pleite Griechenlands nicht exakt zu kalkulieren.

Wir bleiben bei unserer einzigen Empfehlung für die Deutsche Bank, deren sonstige Geschäftsfelder aus unserer Sicht florieren.

Die Euro-Diskussion bei Maybritt Illner aber zeigte: vieles ist denkbar, was sich Analysten lange nicht vorstellen. Lügen sind nach Ansicht der Politik erlaubt. Achtung ist also unbedingt geboten.

 
 

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.