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Medienbranche: Innovative Geschäftsmodelle statt grauem Zeitungspapier

Die Medienbranche befindet sich im Umbruch. Das klassische Printgeschäft stirbt aus. Der Traditionskonzern Washington Post kämpft mit sinkenden Umsatzzahlen. Das Zeitungsgeschäft ist defizitär. Die Rohstoffpreise ziehen stetig an. Durch das breite Online-Angebot fehlt es an Preissetzungsmacht, um gestiegene Kosten auf die Kunden abzuwälzen. Die Übernahme des Amazon-Gründers Jeff Bezos lässt uns hoffen.

In der Medienbranche: Verschiedene Konzerne, unterschiedliche Strategien

Auch Axel Springer hat mit dem schwachen Printgeschäft zu kämpfen. Der Umsatz der nationalen Zeitungen ging um 12% zurück. Selbst das beliebteste Boulevard-Blatt BILD wird weniger gelesen. Doch der Konzern erkannte frühzeitig den Umbruch und investierte konsequent in das Online-Geschäft. Rund 39% der Einnahmen stammen mittlerweile von ePapern und weiteren digitalen Angeboten.

Die ProSiebenSat.1 Media AG erzielte Rekordeinnahmen mit einem neuen Geschäftsmodell. Dabei wird Start-Up-Unternehmen Werbezeit auf den TV-Sendern zugesichert. Im Gegenzug wird ProSieben am Umsatz und Gewinn beteiligt. Bekanntester Partner ist der Online-Versandhandel Zalando.

TOMORROW FOCUS AG setzt dagegen auf Themenportale. HolidayCheck und ElitePartner überzeugten uns mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Allein das Reisevergleichsportal wuchs im 2. Quartal 2013 um 15%.

Künftig sollen App-Anwendungen entwickelt werden, die einen mobilen Zugriff ermöglichen. Gleichzeitig wird vertikal diversifiziert. Reisen und Pauschalangebote können direkt bei TOMORROW gebucht werden.

Von Watchever bis Hungover 3: Streaming-Angebote und Kinoerfolge

Streaming-Angebote florieren. Vivendi erkannte dieses Wachstumspotenzial. Der Online-Streaming-Dienst „Watchever“ ist nur der Anfang einer aussichtsreichen Fokussierung. Pay-TV-Angebote und der Ausbau der Universal Media Group sollen weitere Wachstumsimpulse liefern. Erste Erfolge können schon festgestellt werden. Der Umsatz legte im 1. Halbjahr um rund 6% zu. Der Gewinn stieg um 38,8%.

Viacom wendete sich dagegen an einen erfahrenen Anbieter. In Kooperation mit dem Amazon-Unternehmen LOVEFILM können bekannte TV-Serien wie Spongebob Schwammkopf oder Reno 911 auch online abgerufen werden. Trotz des gewaltigen Angebots an Online-Streaming-Plattformen und illegalen Downloadmöglichkeiten lassen Blockbuster die Kinokassen sprudeln.

Time Warner erzielte so zum Beispiel mit den Filmhits Sucker Punch, Hangover 3 und Der Große Gatsby einen Gewinnsprung von 60%. Die Neuverfilmung von Superman brachte rund 600 Mio $ ein.

Kein einheitliches Datenschutzrecht in Europa

Bei Highlight Communications verhagelten dagegen die produktionsbedingten Sonderbelastungen das Ergebnis. Der Umsatz sank um knapp 6%. Der Gewinn brach um 76,5% ein. Die Filmsparte konnte durch die Erfolge von Scary Movie 5 und Fünf Freunde 2 aber zulegen.

Durch die Stilllegung der illegalen Streaming- und Downloadplattform kino.to wurden Datenschutzproblematiken und Raubkopien vermehrt in den internationalen Medien diskutiert. Fakt ist, es gibt kein harmonisiertes Datenschutzrecht in Europa.

Kritiker sehen daher Künstlergagen in Gefahr. Wissenschaftler dementierten. Nutzer von (illegalen) Streaming- Angeboten gehen nach neuesten Erkenntnissen sogar öfter ins Kino. Die Empirie unterstützt diese Annahmen.

23. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.