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Mehr Anleihen für Anleger – Unternehmen nutzen Billigzinsen in der EU

Lange fristeten Unternehmensanleihen eher ein Nischendasein. Doch die Bonds sind in Mode gekommen. Das Angebot wird zusehends größer. Anleger, die Alternativen zu Staatsanleihen mit bester Kreditwürdigkeit, sprich Bonität suchen, haben die Auswahl.

Unternehmen refinanzieren sich mit günstigem Anlegergeld

An den zunehmenden Anleiheaktivitäten zeigt sich, wie europäische aber auch US-Unternehmen die Billigzinsen in der EU nutzen. Der EZB-Leitzins liegt auf einem Rekordtief von 0,05%. Bankeneinlagen bei der EZB werden sogar mit einem Strafzins von 0,2% belegt. Damit sollen die Konjunktur und die Kreditnachfrage angekurbelt werden.

Doch Bankkredite bekommen auch große Unternehmen nicht zu Leitzinskonditionen. Anlegerdarlehen über Anleihen sind billiger. Allein schon deshalb, weil deren Verzinsung sich nach dem allgemein niedrigen Marktzins richtet.

Bieten die Firmen dann etwas höhere Renditen, lockt dies Anleiheanleger an. Mit dem günstig eingesammelten Geld können sie bestehende Kredite refinanzieren oder Dividendenprogramme fahren, was gleichzeitig die Aktien attraktiv macht.


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Und weil Geld so billig zu bekommen ist, haben europäische Konzerne allein 2014 fast doppelt so viel in ihre Kassen gespült wie im Jahr zuvor. 3,25 Mrd. € waren es beispielsweise beim Pharmariesen Bayer. Das Geld floss in die Finanzierung des zuvor vom US-Konkurrenten Merck & Co aufgekauften Geschäftsbereichs mit freiverkäuflichen Medikamenten.

US-Unternehmen profitieren vom Zinsunterschied

Auch US-Unternehmen profitieren von den Billigzinsen in der EU. Hierzulande begnügen sich die Anleger mit etwas niedrigeren Renditen als in den USA. In der Liga mit bester Kreditwürdigkeit zeigt sich der Unterschied schon bei der Orientierung am Leitzins: 10jährige US-Staatsanleihen bringen aktuell 2,17%, deutsche Staatsanleihen 0,67%.

Entsprechend werden für US-Unternehmensanleihen in US-$ im Schnitt 2,9% gezahlt, für Euro-Bonds etwas mehr als 1%. Je nach Volumen ist das für amerikanische Konzerne eine einträgliche Ersparnis.

Von der Differenz können sie als Anreiz bei den Zinsen etwas zulegen und sind damit attraktiver als das Gros der europäischen Anbieter. SAP etwa zahlt für eine 9jährige Anleihe gerade mal 0,8%, der US-Telekomriese AT&T hingegen 1,3%.

Apple legt erste Euroanleihe auf

Auch andere renommierte Kandidaten locken mit Eurobonds wie Coca-Cola, Kellogg`s oder unlängst Apple. Das größte Börsenunternehmen der Welt legte Ende letzten Jahres erstmals Euro-Anleihen auf. Die Anleger standen Schlange und investierten 2,8 Mrd. €. Dafür bekommen sie Renditen von 1,1% für 8jährige und 1,7% für 12jährige Papiere.

Geld für Investitionen

Apple setzt damit seine Anleihenserie fort, mit der es seit 2013 über 32 Mrd. US-$ eingenommen hat. Das Geld soll vorwiegend für Aktienrückkäufe und Dividendenprogramme verwendet werden. Zwar sitzt der Konzern auf Rücklagen von neuerdings 178 Mrd. US-$, doch der Löwenanteil befindet sich im Ausland.

Würde Apple das Geld in die USA holen, wären Steuern zum Satz von 35% fällig. Frische Anleihen kommen da billiger, zumal wenn sich von den niedrigen Zinsen in Europa profitieren lässt. Mit dem Niedrigzinskalkül legt Apple übrigens auch eine Anleihe in Schweizer Franken auf.

Abgesehen vom reinen Geschäftsinn zeigen die Anleiheaktivitäten von US-Unternehmen in der EU aber auch ein Weiteres: Sie haben offenbar Vertrauen in das Fortbestehen des Euro. Geht es nach ihnen, dürfte er wohl nicht zerbrechen.

10. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.