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Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung: Detaillierte Abrechnung der Fixkosten

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht einen detaillierteren Blick auf das Betriebsergebnis eines Unternehmens. Im Gegensatz zur einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden hier die Fixkosten einzeln aufgeschlüsselt.

Dadurch bekommt man mehr Informationen über die Ausgaben und kann bessere Entscheidungen treffen. Die Fixkosten werden dabei aufgeteilt in Kosten von Produkten, Bereichen und Unternehmen. Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung wird auch als Fixkostendeckungsrechnung bezeichnet.

Aufspaltung der Fixkosten

In die besagten Bereiche werden die Fixkosten bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung aufgeteilt. Diese werden je nach Quelle Produktgruppen, Kostenstellen, Bereichskosten oder Unternehmensfixkosten genannt. Es gibt aber auch die Bezeichnungen Produktfixkosten, Produktgruppenfixkosten sowie Unternehmensfixkosten.

Letztlich kommt es nur darauf an, die Fixkosten näher anzuschauen und mehr ins Detail zu gehen. Wie auch immer man die einzelnen Positionen nennt, wenn man die Kalkulation macht – wichtig ist, dass man danach mehr Übersicht über die diversen Kostenfaktoren bekommt. Deckungsbeitrag und Gewinn – was beide verbindet

Außerdem hängt es von der Unternehmensstruktur und Art der Produktion ab, welche Bereiche unter Umständen interessanter sind für die genauere Betrachtung. Am Ende soll die Wirtschaftlichkeit der Produkte anzeigen, wie viel Gewinn eine Ware abwirft.

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung hilft dabei, die einzelnen Faktoren besser zu analysieren. Je nach Bedarf kann man einzelne Unternehmensbereiche dazu auch zusammenfassen.

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung: Beispiel

Ein Unternehmen produziert beispielsweise drei verschiedene Waren. Ware 1 wird für 100 € verkauft, Ware 2 für 200 € und Ware 3 für 300 €. Abgezogen werden jetzt zuerst die variablen Stückkosten. Diese betragen jeweils 50% des Verkaufspreises für die ersten beiden Waren, die dritte hat Stückkosten in Höhe von 200 €. Damit liegen die Stückdeckungsbeträge der Produkte bei 50 €, 100 € und 100 €.

Im nächsten Schritt kümmert man sich um die Anzahl der Waren, die hergestellt und verkauft werden. Produkt Nummer 1 wird 200-mal verkauft, das zweite Produkt geht 100-mal über die Ladentheke und das dritte findet 50 Käufer. Das ergibt folgende Gesamtkalkulation der Deckungsbeiträge:

Produkt 1 = (100 € * 50%) * 200 = 10.000 €

Produkt 2 = (200 € * 50%) * 100 = 10.000 €

Produkt 3 = (300 € – 200€) * 50 = 5.000 €

Jetzt werden die unterschiedlichen Fixkosten abgezogen. Die Verkäufer für Produkt 1 kosten 3.000 €. Der Vertrieb der letzten beiden Waren kostet jeweils 4.000 €. Damit bleiben als neuer Deckungsbeitrag II:

Produkt 1 = 10.000 € – 3.000 € = 7.000 €

Produkt 2 = 10.000 € – 4.000 € = 6.000 €

Produkt 3 =   5.000 € – 4.000 € = 1.000 €

Als Summe der Deckungsbeiträge II ergibt sich 14.000 €. Außerdem erkennt man, dass Produkt 3 sich am wenigsten lohnt in der Herstellung. Produkt 1 und 2 liegen etwa gleichauf. Von dem Ergebnis werden jetzt die Unternehmensfixkosten – in unserem Fall sagen wir 10.500 € – abgezogen. Alle Produkte sind in unserem Beispiel gleich aufwendig herzustellen und benötigen dieselbe Menge an Zeit und Mitarbeiter.

Deshalb kann man die Fixkosten des Unternehmens von 10.500 € auf die Produkte aufteilen. Insgesamt wurden 350 Waren herstellt (200-mal Produkt 1, 100-mal Produkt 2 und 50-mal Produkt 3). Anteilig kann man nun die Unternehmensfixkosten für die Produkte berechnen.

Produkt 1 = 10.500 € * 200/350 = 6.000 €

Produkt 2 = 10.500 € * 100/350 = 3.000 €

Produkt 3 = 10.500 € * 50/350 = 1.500 €

Zieht man diese Kosten von den jeweiligen Deckungsbeiträgen II ab, liegt der Gewinn für Produkt 1 bei 1.000 €, für Produkt 2 bei 3.000 € und Produkt 3 macht 500 € Verlust. Das Betriebsergebnis ist letztlich 14.000 € – 10.500 € = 3.500 €.

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Mit Hilfe der produktfixen Kosten kann man die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung nutzen, um wichtige Informationen zu erhalten. In unserem Beispiel kam heraus, dass der Betrieb sich auf Produkt 2 konzentrieren sollte. Das würde zu einem besseren Betriebsergebnis führen.

Produkt 3 dagegen sollte man am besten gar nicht mehr herstellen, weil man damit Verluste macht. Alternativ kann man auch versuchen, die Ware teurer zu verkaufen. Produkt 1 liegt im Mittelfeld. Es generiert einen gewissen Gewinn (1.000 €), allerdings nur ein Drittel von Produkt 2.

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung hat hier also aufgezeigt, wie man einzelne Bereiche aus dem Unternehmen im Detail aufschlüsselt und wie wirtschaftlich die einzelnen Produkte sind.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.