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Mental-Stops sind oft die bessere Absicherungsvariante

Bei automatisch ausgeführten Stop-Loss-Aufträgen, deren Limits Sie nicht genau überwachen und gegebenenfalls schnell der aktuellen Marktlage anpassen, geraten Sie leicht in die Gefahr, von einer plötzlichen Abwärts-Entwicklung an den Aktienmärkten überrascht zu werden

Das ist für Sie so lange von Vorteil, wie diese Entwicklung tatsächlich dauerhaft ist. Falls es sich dabei aber nur um ein sehr kurzfristig wirksames Ereignis handelt, dessen negative Folgen für die Aktienbörse schnell wieder verflogen sind, werden Ihre Limits ausgelöst und Ihre Wertpapiere verkauft, obwohl Sie bei genauer Betrachtung dies eigentlich lieber vermieden hätten.

Ein Beispiel für solche überraschenden Situationen sind unerwartete politische Ereignisse wie beispielsweise die Terroranschläge in den USA, oder aber der Putschversuch gegen den russischen Präsidenten Gorbatschow.

Damals war es an den Aktienbörsen zu Kursstürzen gekommen, von denen sich die Märkte aber bald wieder erholt hatten. Viele Anleger, die in dieser Situation (enge) Stop-Loss-Aufträge im Markt hatten, wurden dabei so plötzlich „ausgestoppt“, dass sie gar nicht so schnell reagieren konnten, um ihre Order noch zu verändern.

Ähnliches gilt natürlich auch für Naturkatastrophen wie den schrecklichen Tsunami in Japan: Dieses grauenhafte Ereignis brachte nicht nur Japan an den Rand der Verzweiflung, sondern auch viele Anleger im Westen, die von den plötzlich fallenden Kursen in einigen Anlagebereichen, man denke nur an die Versicherer, überrascht wurden.

Besser mit Mental-Stops arbeiten

Grundsätzlich rate ich Ihnen daher, besser mit Mental-Stops als mit automatischen Stop-Loss-Limits zu arbeiten. Es sei denn, Sie sind beispielsweise für eine Weile ganz außer Landes oder können sich um die Überwachung Ihres Depots nicht oder nur ungenügend kümmern.

Der Unterschied zwischen einem automatischen Stop-Loss und einem Mental-Stop besteht also lediglich darin, dass Sie beim Letzteren die Erreichung des Limits selbst überwachen müssen. Erst dann, wenn Ihr Wertpapier den von Ihnen festgelegten Kurs erreicht oder unterschreitet, geben Sie einen entsprechenden Verkaufsauftrag an Ihre Bank, der limitiert oder unlimitiert sein kann.


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Bei einem limitierten Verkaufsauftrag ist Ihnen dann, falls das Limit zum Zuge kommt, jedenfalls dieser Kurs garantiert, während Ihr Stop-Loss-Auftrag – wie oben erwähnt – letztlich immer als unlimitierter Auftrag ausgeführt wird. Wichtig ist dabei, dass Sie einen solchen Stop-Kurs dann auch zum Verkauf nutzen und sich im Nachhinein nicht alle möglichen Ausreden zurechtlegen, warum Sie vielleicht doch noch weiterhin engagiert bleiben sollten.

GeVestor-Tipp

Immer mehr Anbieter von Finanzseiten im Internet wie beispielsweise die meisten Direktbanken geben Ihnen die Möglichkeit, Ihr Wertpapierdepot passwortgeschützt ins Internet zu stellen und ständig aktualisieren zu lassen.

Dabei können Sie sich per E-Mail oder durch eine entsprechende SMS-Nachricht auf Ihr Handy automatisch informieren lassen, wenn ein Wertpapier in Ihrem Depot das von Ihnen vorgegebene Limit erreicht. Sie können Ihrer Bank dann telefonisch sofort einen genau spezifizierten Auftrag erteilen.

Gewinne sichern durch nachgezogene Stop-Loss-Limits

Der Idealfall zur Risikobegrenzung und zugleich zur Gewinnsicherung ist die Einrichtung von sogenannten nachgezogenen Stop-Loss-Orders.

Dabei siedeln Sie Ihren Stop-Kurs beispielsweise um 10% unterhalb des zuletzt gesehenen Höchstkurses der Aktie oder des Optionsscheins an und ziehen dieses Verkaufs-Limit jeweils nach, sobald der Wert danach wiederum einen höheren Kurs erreicht hat.

Auf diese Weise sichern Sie sich einen Ausstieg um 10% unterhalb des letzten Höchstkurses und geraten nicht so sehr in die Gefahr, einmal aufgelaufene Gewinne völlig wieder abzugeben.

Solche nachgezogenen Stop-Loss-Aufträge, deren Veränderungen Sie ständig beobachten und im Idealfall sofort an Ihre Bank weiterleiten müssten, sind allerdings mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Neben dem zeitlichen Aufwand, den das fortgesetzte Nachziehen mit sich bringt, entstehen Ihnen darüber hinaus mitunter ganz erhebliche Kosten für die ständige Einrichtung der Bankaufträge.

Ich rate Ihnen, solche nachgezogenen Stop-Loss-Strategien nur im Rahmen Ihrer persönlichen Depotverwaltung vorzunehmen. Dabei richten Sie Ihr Depot beispielsweise mithilfe eines auf den meisten PCs bereits vorinstallierten Kalkulationsprogramms wie Excel ein und ermitteln die neuen nachgezogenen Stop-Loss-Kurse automatisch.

Sobald dann der aktuelle Kurs in die Nähe des ausgewiesenen neuen Limits kommt, geben Sie Ihrer Bank einen entsprechend limitierten Verkaufsauftrag.

So wenden Sie Stop-Strategien auch bei Investmentfonds an

Bei den normalen Investmentfonds haben Sie keine Möglichkeit, Ihrer Bank automatische Stop-Loss-Aufträge zu erteilen, sondern können nur mit Mental-Stops agieren.

Denn die Preisfeststellung erfolgt hierbei nicht – wie bei Aktien und Optionsscheinen – aufgrund von Angebot und Nachfrage, sondern ergibt sich aus dem jeweiligen Inventarwert (Anzahl der Aktien des Investmentfonds jeweiliger Kurs) und den noch nicht angelegten Barmitteln.

Bei den meisten Fonds wird dieser so genannte Rücknahmepreis einmal am Tag nach Börsenschluss festgestellt. Aus diesem Umstand ergibt sich für Sie eine weitere Schwierigkeit, auf den Preisverfall eines Fonds gezielt zu reagieren. Denn Sie können bei der Aufgabe Ihrer Verkaufsorder nie genau wissen, zu welchem Preis Sie Ihre Anteile tatsächlich loswerden.

Der letzte Rücknahmepreis kann für Sie immer nur ein Anhaltspunkt dafür sein. Um den nach Aufgabe Ihrer Order tatsächlich abgerechneten Preis jedenfalls ungefähr einschätzen zu können, müssen Sie also die aktuellen Kursveränderungen vom Tage in dem Bereich, in dem der Investmentfonds anlegt, in Ihre Überlegungen einbeziehen.

Bei vielen Investmentfonds müssen Sie Ihre Verkaufs- und Kaufaufträge sogar so rechtzeitig aufgeben, dass Sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht einschätzen können, wo der Rücknahmepreis wirklich liegen wird.

Nutzen Sie börsengehandelte Fonds als Anlage-Alternative

Aus alldem folgt, dass Sie Stop-Limits bei den normalen Investmentfonds nur als Mental-Stops einrichten können.

Nur bei den sogenannten börsengehandelten Tradingfonds, wie Sie in einer Vielzahl etwa von der DWS angeboten werden, und bei den börsengehandelten Indexfonds (XTFFonds) werden (auch) an der Börse fortlaufende Kurse gestellt. Solche Fonds bieten Ihnen daher all die Möglichkeiten für eine Kurssicherung, wie ich Sie Ihnen oben für die anderen Finanzinstrumente dargestellt habe.

14. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.