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Michael Bloomberg: Multimilliardär und Multitalent

Umtriebig, pragmatisch, mal Börsenspezialist, mal Medienmogul, mal Politiker – und stets im Kampf gegen das Böse. Michael Bloomberg geht seit jeher unbeirrt seinen Weg, der öfter mal in eine andere Richtung führt. Dabei schafft er sich glühende Anhänger genauso wie Feinde und ist immer für eine Überraschung gut.

Michael Bloomberg – Milliardär und Politiker mit Ambitionen

Mit einem Vermögen von über 42 Mrd. US-$ rangiert er in den Top-Ten der Forbes Liste der reichsten Menschen. Zum Milliardär wurde Michael Bloomberg mit seiner Finanzdatenagentur Bloomberg L.P. und bekannt als langjähriger Bürgermeister von New York.

Michael Rubens Bloomberg wurde 1942 in Medford bei Boston geboren. Er entstammt einer jüdischen Familie mit russischer, polnischer Herkunft, wo er in einfachen Verhältnissen aufwuchs. Michael studierte zunächst Ingenieurwesen und dann Betriebswirtschaft an der Harvard Business School.

Dort begann er, sich für Aktien zu interessieren. Nach dem Abschluss als Master of Business Administration (MBA) 1964 machte er sein Hobby zum Beruf und wurde Aktienhändler bei der New Yorker Investmentbank Salomon Brothers.

Bereits sechs Jahre später stieg er zum Partner und Leiter des Aktienhandels auf. Als Technologie-Chef kümmerte er sich um die rechnergestützte Wertpapieranalyse. 1981 kam es zum Zerwürfnis als das Brokerhaus aufgekauft wurde. Er wurde hinauskomplimentiert, bekam aber 10 Mio. US-$ Abfindung.

Datenlieferant für die Finanzwelt

Daraufhin entschloss er sich, die Finanzwelt mit wichtigen Informationen zu versorgen. Er gründete die Agentur Bloomberg L.P. und stellte zunächst einen Datenmonitor für Investmentbanken zur Verfügung. Heute ist Bloomberg eine Mischung aus Datenlieferant und Nachrichtenagentur.

Über 315.000 Händler können an den Terminals live alle Echtzeitdaten abrufen. Das Abo dafür kostet gut 20.000 US-$ im Jahr. Zum Unternehmen gehört auch die Nachrichtenagentur Bloomberg News, die Börsennachrichten liefert. Hinzu kommen ein Radio-, ein Fernsehprogramm sowie das aufgekaufte Traditionsmagazin Business Week. Der gesamte Jahresumsatz betrug zuletzt 8,3 Mrd. US-$. Bloomberg ist eines der angesehensten Unternehmen in den USA.

Ein Bürgermeister räumt auf

Als Ende 2001 die Wahlen zum nächsten Bürgermeister New Yorks anstanden, war er mit dem Zustand der Stadt derart unzufrieden, dass er sich zur Kandidatur entschloss. Mit seinem Vermögen konnte er den Wahlkampf finanzieren.

Der Demokrat wechselte aus taktischen Erwägungen in die Republikanische Partei und gewann die Wahl. Vor seiner zweiten Amtszeit hatte er, wieder aus taktischen Gründen, die Partei als unabhängiger Kandidat verlassen. Bis 2013 wurde er drei Mal gewählt, danach war von Rechts wegen Schluss.

Bis dahin krempelte er die Stadt um. Er schuf günstigen Wohnraum, senkte mit zahllosen Kontrollen die Kriminalitätsrate und verbannte Zigaretten aus Restaurants und dem Straßenbild. Außerdem wurde die Stadt umweltfreundlicher: Grünzonen, begraste Dächer, Fußgängerbereiche, Radwege, und alle Taxis mussten auf Hybridantrieb umstellen. Bloomberg agierte fast wie ein wohlwollender Herrscher aus der Zeit des Absolutismus.

Als er sich danach wieder seinen Finanzgeschäften widmete, packten ihn für die US-Präsidentschaftswahlen 2016 erneut politische Ambitionen. Er gab die Kandidatur aber auf, als er merkte, dass dies Donald Trump zugute käme. Michael Bloomberg ist eine Mischung aus Pragmatiker und rastlosem Idealist. Hartnäckigen Gerüchten zufolge will er Bürgermeister in London werden. Dementiert hat er sie bislang nicht.

Der Kampf gegen das Schlechte

Was ihn plagt, sind vor allem Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit. Zum Beispiel wenn viele Schwarze und Latino-Amerikaner in der Bildung hinterherhinken. New Yorks Schulen hatte er mit viel Geld auf Vordermann gebracht.

Privat spendet Bloomberg große Summen an Gesundheits- und Umweltorganisationen, auch an die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates. Er kämpft gegen Kohlekraftwerke, Treibhausgase, Zigaretten, Zucker und Übergewicht. Er legt sich aber ebenso mit der US-Waffenlobby an, womit er sich viele Feinde gemacht hat.

Als philantroper Milliardär schloss sich Bloomberg als Menschenfreund und Kämpfer für das Gute der Kampagne The Giving Pledge von Bill Gates und Warren Buffet an. Damit verpflichtet er sich, über die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

11. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.