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Michael Milken: Mit Ramschanleihen zum Millionär

„Mache aus Ramsch bares Geld“: Der Investor Michael Milken machte sich diesen Satz wohl zum Leitspruch. Die 1970er und 1980er Jahre waren die Jahrzehnte der Ramsch- oder auch Schrottanleihen (Junk-Bonds) und Michael Milken ging als großer Profiteur aus dieser Entwicklung hervor.

Parallelen zu der heutigen Finanzkrise sind nicht von der Hand zu weisen: Die Aussicht auf das schnelle Geld hinterlässt heute wie damals nur einige wenige Gewinner – Michael Milken zählt ohne Frage zu den Nutznießern der Junk-Bonds, für viele Banken, Unternehmer und Privatanleger bedeuteten sie jedoch oftmals große Verluste.

Trotzdem erfreuen sich Ramschanleihen insbesondere in der Zeit niedriger Zinsen und geringer Rendite immer wieder großer Beliebtheit bei Privatanlegern. Hohe Renditeversprechen lassen gerne jedes Risiko außer Acht – oftmals jedoch mit fatalen finanziellen Folgen.

Michael Milken: mit Junk Bonds zum Erfolg

Schon in seinen Studienzeiten erkannte Michael Milken die Erfolgsmöglichkeiten von Ramschanleihen. Diesen risikobehafteten Anleihen, herausgegeben von Emittenten mit schlechter Bonität, sagte Milken überdurchschnittliche Erträge voraus.

Er untersuchte das Verhältnis zwischen dem überdurchschnittlich hohen Zinsertrag der Junk-Bonds und dem vorhandenen Rückzahlungsrisiko. Sein Fazit: Die zu erwarteten hohen Erträge seien das Risiko wert. Nur wenige Anleger waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch bereit, dieses Wagnis wirklich einzugehen.

Milken schaffte es in den 1970er Jahren jedoch, finanzstarke Anleger von seiner Idee der Junk-Bonds zu überzeugen und einen großen Markt für ebendiese Anleihen aufzubauen. Milkens Konzept erwies sich als sehr erfolgreich – er erwirtschaftete zeitweilig Kapitalrenditen von bis zu 100%.

Drexel Harriman Ripley, später Drexel Burnham Lambert, bis dahin eine eher unbekannte Größe in der Finanzwelt, wurde durch die Erfolge Milkens zur profitabelsten amerikanischen Investmentbank.

Einbruch der Junk-Bonds

Bis Ende der 1980er Jahre erstarkte der Markt für Junk-Bonds in Amerika immer weiter. Durch die 1982 einsetzende Liberalisierung des amerikanischen Bankenmarkts konnten nun auch Banken und Sparkassen Junk-Bonds erwerben.

Auch die meisten fremdfinanzierten Firmenkäufe machten sich Milkens Idee der Ramschanleihen zu Nutze und finanzierten so ihre Übernahmen. Das Risiko dieser Anleihen schien nur noch Nebensache.

Ende der 1980er Jahre brach der Markt für Junk-Bond jedoch zusammen. Der Börsen-Crash von 1987 und die Krise der amerikanischen Sparkassen, die auf Unmengen an Junk-Bonds sitzen blieben, kündigte das vorläufige Ende der Junk-Bonds-Ära an. Der amerikanische Staat musste zur Rettung einspringen.

Auch der Investmentbank Drexel Harriman Ripley konnte den Zusammenbruch der Junk-Bonds nicht verkraften. Sie musste 1990 Insolvenz anmelden. 5.000 Angestellte verloren ihren Job.

Fast schon Nebensache: der Finanzskandal

Nicht die Junk-Bonds brachten Michael Milken hinter schwedische Gardinen – vielmehr sollte ihm im Jahr 1989 ein Finanzskandal zum Verhängnis werden. Die Anklagepunkte umfassten Insiderhandel, Manipulation von Aktienkursen und die Mithilfe bei Steuerhinterziehungen. Milken wurde daraufhin gefeuert, Drexel Harriman Ripley zahlte eine Strafe von 650 Millionen Dollar.

Milken musste vor Gericht erscheinen. 10 Jahre Gefängnis, mehrere 100 Millionen Euro Strafe und ein lebenslanges Verbot des Wertpapierhandels konnten Milken jedoch nicht abhalten, weiter als Investmentberater für verschiedene Unternehmen tätig zu werden.

Das Glück blieb ihm holt: die Gefängnisstrafe wurde nach 22 Monaten ausgesetzt, die Honorare für seine Beratungstätigkeiten konnten die Bußgelder leicht auffangen.

Ramschanleihen weiterhin gefragt

Im Gegensatz zu zahlreichen Anlegern, Banken und Unternehmen, bedeuteten die Junk-Bonds für Milken Reichtum und Einfluss. Nicht einmal Verurteilungen wegen Insiderhandels konnten Milkens Siegeszug in der Finanzwelt maßgeblich aufhalten. Die Jahrzehnte der risikobehafteten Finanzgeschäfte zeigten sich jedoch spätestens Ende der 1980er Jahre von ihrer unangenehmen Seite.

Trotzdem überzeugen auch heute noch Ramschanleihen einige Privatanleger aufgrund ihrer hohen Rendite dieses Risiko einzugehen. Allerdings lohnt sich das Risiko in den wenigsten Fällen. Privatanleger sollten von dieser Anlagestrategie besser die Finger lassen.

10. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.