Microsoft, einst unangefochtener Platzhirsch der Software-Industrie, hat trotz guter Quartalszahlen einiges an Problemen. Nicht unschuldig daran ist vor allem die starke Konkurrenz im Bereich Tablet-PC und Suchmaschinen.
Vor den Schwächen aber erst einmal die guten Nachrichten: Der Umsatz von Microsoft stieg um acht Prozent auf 17,37 Milliarden Dollar. Analysten hatten dagegen auf 17,23 Milliarden Dollar gesetzt. Damit hält der Programmproduzent einen Nettogewinn von 5,87 Milliarden Dollar und damit 30 Prozent mehr als im Vorjahr.
Microsoft Aktie legt zu
Pro Aktie lag Microsoft damit bei 69 Cent, während viele Experten ursprünglich mit 51 Cent gerechnet hatten. Sorgenkind bleibt das Betriebssystem Windows, dass 0,8 Prozent schwächer abschloss bei 4,7 Milliarden Dollar.
Das fast weltweit genutzte Betriebssystem kommt vor allem wegen der steigenden Geschäfte mit Tablet-PCs unter Druck. Seit Apple die Spare salonfähig gemacht hat, steigende dort die Umsätze und das Interesse von Firmen- und Endkunden.
Microsoft muss Antwort auf Tablet-PCs finden, um stark zu bleiben
Damit sinkt gleichzeitig aber auch der Kauf von neuen Computern und Laptops, die meist mit Windows ausgeliefert werden. Microsoft hat hier noch keine überzeugende Lösung gefunden, das eigene Betriebssystem für die entsprechenden Systeme anzubieten. Lediglich Windows Mobile 7 ist auf verschiedenen Handy-Typen vorhanden.
Bei den Tablet-PCs herrschen aktuell aber vor allem die Betriebssysteme von Apple oder Google vor. Eine Antwort auf das Problem blieb man im Firmensitz in Redmond schuldig. Ebenso problematisch entwickelt sich Microsofts Antwort auf Google – Bing – mehr schlecht als Recht. Auch durch die strategische Allianz mit Yahoo hat sich da nicht viel geändert.
Suchmaschine Bing fristet nach wie vor Nischendasein
Nutzer setzen immer noch stark auf Google – der Platzhirsch in Sachen Suchanfragen scheint da nach wie vor uneinholbar, sieh man einmal von dem Sozialen Netzwerk Facebook ab, dass auf anderen Wegen Google angreift.
Positiv hat sich dagegen eine andere Spare entwickelt, mit der man sicher nicht immer gerechnet hat: Mit der Videospielkonsole XBOX konnte Microsoft wichtige Erfolge erziehen. Die Geschäfte laufen besonders gut, seit das Kamerasystem Kinect dazu gekommen ist.
Kinect entwickelt sich für Microsoft zum ungeahnten Renner
Das technische AddOn ist auch bei Entwicklern sehr beliebt, weil es für allerlei Spielereien taugt und Hacker sich seiner bemächtigt haben, um sich auszutoben. Auch wenn Microsoft dies erst deutlich untersagte, hatte man in Redmond dann doch die Einsicht, dass die kostenlose Publicity lohnen könnte und bewiesen damit Weitsicht.
Zwar sind die Gewinne der Xbox360 im Vergleich zum Verkauf der Nutzersoftware Office oder Windows mit 32 Millionen Dollar eher gering, aber doch schon beachtlich. Steckenpferd im Hause Microsoft bleibt aber Office.
Auch Deutschland ist ein wichtiger Markt
Noch immer setzen Unternehmen weltweit auf die Büro-Software und hier scheint sich auch nichts so schnell zu ändern. Vom „Kleinunternehmen bis zum Weltkonzern“ sei alles dabei lässt Microsoft wissen. Wichtig sind da auch deutsche Firmen: Immerhin ist die Bundesrepublik der drittgrößte Markt für Microsoft hinter Amerika und Japan.
Damit das so bleibt muss sich das Unternehmen nun aber auch anstrengen und sollte eine Antwort auf das Tablet-PC-Segment von Apple finden. Langfristig könnte sonst Ungemach drohen. Insgesamt bleibt Microsoft aber ein spannender Wert und ein spannendes Unternehmen, das vielleicht noch so manche Überraschung bereithält.



