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Mieter, die Möbel in der Wohnung lassen, müssen Nutzungsentschädigung zahlen

Vermutlich kennen viele Vermieter dieses Problem aus dem eigenen Alltag: Der Mieter zieht aus, aber er hat nicht all seine sieben Sachen gepackt, sondern einen Teil der Möbel einfach in der Wohnung zurück gelassen. Vielleicht waren Sie selbst sogar einmal Mieter und haben sich beim Auszug gedacht, Sie tun Ihrem Nachmieter damit sogar noch einen Gefallen.

Doch ein Urteil des Amtsgerichts in Münster zeigt, dass man hier als Mieter und auch als Vermieter ganz schnell in die Bredouille geraten kann (Urteil vom 26.04.2013, Az. 28 C 3962/11).

Mieter musste dem Vermieter eine Nutzungsentschädigung zahlen

In dem Fall wollte der Mieter wohl besonders großzügig zu seinem Nachmieter sein. Denn er hatte zwar die meisten Möbel, die Teppiche und auch die Vorhänge beim Auszug eingepackt, nicht aber seine Waschmaschine und die Einbauküche. Sprich: Der Herd, Spülunterschrank und auch die Hängeschränke blieben in der Wohnung zurück.


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Doch das wollte sich der Vermieter nicht einfach so gefallen lassen. Denn das Zurücklassen der Möbel war nicht mit ihm vereinbart worden und er hatte dem Nachmieter natürlich auch eine leere Wohnung zugesagt.

Folglich verklagte er den ehemaligen Mieter auf eine Nutzungsentschädigung. Denn es sei ihm nicht möglich gewesen, die Wohnung an jemand anderen zu vermieten, da sie nicht vollständig geräumt worden sei.

Ehemaliger Mieter muss Nutzungsentschädigung zahlen

Und der Vermieter bekam das Recht auf seine Seite. Das Amtsgericht in Münster entschied zu Gunsten des Vermieters: Tatsächlich könne von einer vollständigen Räumung der Wohnung durch den Mieter nicht die Rede sein.

Vor allem die Waschmaschine wog schwer. Denn diese ist nur mit einem erheblichen Kraftaufwand zu entfernen. Deshalb überschreitet das Zurücklassen der Maschine erheblich die Bagatellgrenze.

Die Richter sagten in ihrer Begründung: Wer nach Beendigung des Mietverhältnisses die Wohnung nicht räume, müsse eine Nutzungsentschädigung zahlen. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch beläuft sich deren Höhe auf die ortsübliche Miete (§ 546 a Abs. 1 BGB).

Was dieser Fall zeigt: Mieter sollte auf Verbleib der Möbel angesprochen werden

Natürlich sollte es in jedem Interesse sein, solch einen Fall von Vornherein zu vermeiden. Als Vermieter sollte man den Mieter also noch einmal darauf hinweisen, dass es zu seiner Pflicht gehört, die Wohnung beim Auszug vollständig zu räumen und keine Möbel in der Wohnung zurück zu lassen.

Auch bei der Abnahme der Wohnung sollte man als Vermieter darauf achten, ob Waschmaschinen oder ähnliche schwere Gerätschaften noch in der Wohnung stehen. Sprechen Sie Ihren Mieter noch einmal auf deren Verbleib an und machen Sie deutlich, dass nichts in der Wohnung bleiben soll.

21. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.