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Mieter haben das Recht, im Stehen zu pinkeln

Egal ob man nun Mieter oder Vermieter ist: Sie haben sich wahrscheinlich bisher noch nicht die Frage gestellt, ob es rechtmäßig erlaubt ist, im Stehen zu pinkeln, oder? Ein Vermieter hat sich genau über dieser Frage mit seinem Mieter gestritten. Denn die Tatsache, dass dieser im Stehen gepinkelt hatte, war der Grund, dass der Boden um die Toilette angegriffen wurde.

Die Folge: Der Marmorboden stumpfte ab

Für den Vermieter war die Sache jedenfalls ganz klar: Weil sein Mieter stets im Stehen urinierte, stumpfte der in Mitleidenschaft gezogene Marmorboden ab. Das stritt der Mieter auch gar nicht ab.

Und auch der Richter gab dem Vermieter Recht, dass der Grund für den angegriffenen Boden wohl darin liegen müsse, dass er im Stehen urinierte. Dennoch vertrat dieser die Meinung: Ein Mann sei nun mal ein Mann.

Im Stehen pinkeln gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung

Die Begründung des Richters lautete weiter: Mieter dürfen auf der Toilette ihrer Wohnung im Stehen pinkeln. Dies gehöre zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung, entschied das Düsseldorfer Amtsgericht.

Streitpunkt waren 1.900 Euro gewesen, die der Vermieter von der Kaution in Höhe von 3.000 Euro abziehen wollte, um damit den beschädigten Marmorboden wieder zu in Stand zu setzen.


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Vermieter hätte Empfindlichkeit des Bodens thematisieren müssen

Ein Fachmann hatte die Urinspritzer als Ursache ausgemacht. Dies sei nachvollziehbar und glaubwürdig, befand der Richter. Dennoch habe der Vermieter kein Recht, die Kaution für die anstehende Reparatur einzubehalten. Urinieren im Stehen sei weit verbreitet, die Gefahren für Böden aber kaum bekannt.

Und damit wurde klar: Der Vermieter stand in der Bringschuld. Er hätte auf die Empfindlichkeit des Bodens hinweisen müssen (Az.: 42 c 10583/14).

Richter beweist Humor in Urteilsbegründung

Der Richter schrieb ihn seiner Urteilsbegründung: „Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit – insbesondere weiblichen – Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen.“

Fazit: Nur mit Hinweis auf empfindlichen Boden hat Verhalten Folgen

Sie sehen also: Wenn Sie als Mieter im Stehen pinkeln möchten, müssen Sie sich vor allem auf Diskussionen mit weiblichen Mitbewohnern einstellen – nicht aber mit rechtlichen Folgen. Nur wenn der Vermieter auf die Empfindlichkeit des Bodens hingewiesen hat, könnte dieses Verhalten Folgen für den Mieter haben.

Für Vermieter gilt genauso: Wenn in der Eigentumswohnung empfindliche Böden verlegt wurden, muss man den Mieter darauf aufmerksam machen.

21. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.