MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Mieterrecht Grillen: Keine einheitliche Regelung im Gesetz

Die Grillsaison ist eröffnet.

Was für die einen Mieter das Sommervergnügen schlechthin ist, ist für die anderen das Sommerärgernis überhaupt: das BBQ auf dem Balkon.

Da ist der Ärger jedes Jahr aufs Neue vorprogrammiert – und Sie sitzen zwischen den Stühlen. Wenn Sie die Regeln kennen, können Sie den Streit richtig bewerten und wissen, wie Sie handeln müssen.

Grillen kann Ärger bedeuten

Wer seinen Balkon zur stillen Entspannung nutzt, ärgert seinen Nachbarn nicht; dagegen kann derjenige, der grillt, auch seinen Nachbarn zur Weißglut bringen.

Ziehen Gerüche und Dämpfe auf den benachbarten Balkon oder in die Wohnung, kann dies sehr unangenehm sein – von den akustischen Beeinträchtigungen durch die Grillfreunde ganz zu schweigen.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Ob und wie intensiv die Beeinträchtigung ist, hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. Da diese individuell verschieden sind, enthält das Gesetz keine für alle Mietverhältnisse einheitlichen Regelungen.

Vielmehr gilt: Je enger die Nachbarn beieinander wohnen, desto größer ist die Verpflichtung zur gegenseitigen Rücksichtnahme.

1x im Monat ist Grillen erlaubt

Etwas genauer und allgemeingültiger gibt es Ihnen die in der Rechtsprechung geltende Faustformel zur Hand: In einem Mehrfamilienhaus dürfen Mieter in der Zeit von April bis September einmal monatlich auf Balkon oder Terrasse bis 24 Uhr grillen.

Dafür müssen sie die Mieter im Haus, die durch die Rauchgase unvermeidlich belästigt werden, 48 Stunden vorher darüber informieren (OLG Oldenburg, Entscheidung v. 29.07.02, Az. 13 U 53/02 und AG Bonn, Urteil v. 29.04.97, Az. 6 C 545/96).

Das bedeutet aber auch: Wird häufiger gegrillt und/oder das Grillen nicht angekündigt, dann dürfen Sie die betreffenden Mieter abmahnen und im Wiederholungsfall fristlos kündigen, wie das Landgericht Essen entschieden hat (LG Essen, Urteil v. 07.02.02, Az. 10 S 438/01).

Prüfen Sie die Grill-Situation

Achten Sie darauf, ob sich die grillenden Mieter an die Regeln halten. Machen Sie von Ihrem Recht auf Abmahnung und Kündigung Gebrauch, wenn dies nicht der Fall ist. Damit folgen Sie Ihren eigenen Interessen.

Denn ein Mieter, der durch das Grillen seiner Nachbarn über das zulässige Maß hinaus belästigt wird, darf entsprechend der Beeinträchtigung die Miete mindern.

Achtung: Haben Sie in Ihrer Hausordnung abweichende Regelungen getroffen, gelten diese. Sie können vereinbaren, dass alle Mieter häufiger grillen dürfen.

Aber eine Beschneidung der Grilltermine oder ein völliges Verbot für Balkon-BBQs können Sie in der Hausordnung nur dann wirksam vereinbaren, wenn es eine geeignete Grillstelle für die Mieter auf dem Grundstück gibt.

Übrigens: Jeglichen Tabakrauch, der vom Balkon herüberweht, muss ein Mieter immer hinnehmen (AG Bonn, Urteil v. 09.03.99, Az. 6 C 510/98).

13. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.