MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Mietrecht im Todesfall: Mietvertrag richtig händeln

Ein Todesfall ist immer eine Extremsituation. Auch für Vermieter.

Was Sie beachten müssen, wenn es Mitmieter gibt und wann der Erbe zum neuen Mieter wird, erfahren Sie hier.

Wenn einer von mehreren Mitmietern gestorben ist: Das müssen Sie beachten

War der verstorbene Mieter nicht der alleinige Mieter der Wohnräume, sondern haben Sie beispielsweise den Mietvertrag mit einem Ehepaar oder sonst mit mehreren Mietern abgeschlossen, die einen gemeinsamen Haushalt geführt und die alle den Mietvertrag unterschrieben haben, so wird das Mietverhältnis zwischen Ihnen als Vermieter und den überlebenden Mietern allein fortgesetzt.

Etwas anderes gilt nur bei Wohngemeinschaften und anderen Zweckgemeinschaften, die nicht durch eine gemeinsame Haushaltsführung miteinander verbunden sind. Hier treten

die Erben des Verstorbenen an seine Stelle und werden Mitmieter neben den überlebenden Mietern.

Beispiel: Drei Studenten, A, B und C, haben als Mitmieter eine Wohnung gemietet. Jeder bewohnt ein eigenes Zimmer. Küche und Bad werden gemeinsam genutzt. Student A stirbt und wird von seinem Vater und seiner Mutter beerbt. Die Eltern treten neben den überlebenden Studenten B und C als neue Mitmieter in den Vertrag ein.

Möglich ist im obigen Beispiel eine Vereinbarung zwischen den Eltern und Studenten, dass B und C die Wohnung allein nutzen. Die Eltern bleiben dadurch weiterhin Ihre Mieter.

Sie als Vermieter behalten dadurch die zusätzlichen Schuldner für Ihre Mietforderungen, müssen aber auch alle Erklärungen im Zusammenhang mit dem Mietverhältnis den Eltern des Verstorbenen zukommen lassen.

Wollen die Eltern aus dem Mietverhältnis ausscheiden, geht dies nur, wenn alle Parteien, also Sie als Vermieter, die Eltern und die Studenten B und C, dem zustimmen.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


In welchen Fällen das Mietverhältnis auf die Erben übergeht

Immer wenn Mitmieter oder eintrittsberechtigte Haushaltsangehörige des Mieters den Mietvertrag fortsetzen, kommt ein Erbe als neuer Mieter nicht in Betracht. Nur in folgenden vier Fallkonstellationen geht mit dem Tod des Mieters das Mietverhältnis auf den oder die Erben über:

  • Der Verstorbene hat die Wohnung allein gemietet und bewohnt.

  • Der Verstorbene war Mitmieter einer Wohngemeinschaft, die keinen gemeinsamen Haushalt geführt hat.

  • Alle eintrittsberechtigten Haushaltsangehörigen des Verstorbenen haben den Eintritt in das Mietverhältnis abgelehnt.

Es ist kein Wohnraum, sondern Gewerberaum vermietet.

Wird der verstorbene Mieter von mehreren Personen beerbt, so treten sie alle kraft Gesetzes gemeinsam als Mitmieter in den Mietvertrag ein. Erben können den Eintritt in das Mietverhältnis nicht ablehnen.

Sie können allenfalls jeder für sich die Erbschaft insgesamt ausschlagen. Die Ausschlagung muss gegenüber dem Nachlassgericht (=Amtsgericht am Wohnsitz des Erblassers) in der Regel innerhalb einer Frist von 6 Wochen erklärt werden.

Wer die Erbschaft ausgeschlagen hat, wird nicht Erbe und damit auch nicht Ihr neuer Mieter. An seine Stelle treten andere Personen, die als nächste in der testamentarischen oder gesetzlichen Erbfolge stehen. Auch sie können wiederum die Erbschaft ausschlagen.

Es kann also oft Monate, mitunter sogar Jahre dauern, bis die Erben Ihres verstorbenen Mieters endgültig feststehen.

Wie Sie in solchen Fällen Ihre Rechte sichern, lesen Sie weiter unten (ab Seite 19).

Häufig kommt es vor, dass eintrittsberechtigte Haushaltsangehörige des Mieters zugleich seine Erben sind. Dann müssen Sie beachten, dass beide Rollen getrennt voneinander zu betrachten sind. Kündigungsmöglichkeiten und Haftung für Ansprüche aus dem Mietvertrag richten sich jeweils danach, ob die Person als Eintrittsberechtigter oder als Erbe das Mietverhältnis fortsetzt.

Beispiel: Ihr Mieter bewohnt die Wohnung mit seiner Ehefrau. Als er stirbt, wird er von der Frau beerbt. Tritt die Ehefrau in das Mietverhältnis ein, so bleibt dieser Eintritt unberührt davon, ob sie die Erbschaft annimmt oder ausschlägt.

Lehnt hingegen die Ehefrau den Eintritt in das Mietverhältnis ab, so geht es gleichwohl auf sie als Erbin über.

In dieser Rolle hat sie aber andere Möglichkeiten der Kündigung und der Haftungsbegrenzung, und auch für Sie als Vermieter gelten die Kündigungsmöglichkeiten gegenüber Erben. Nur wenn sie nicht eintritt und zugleich die Erbschaft ausschlägt, wird sie nicht Ihre neue Mieterin.

24. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.