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Mietverhältnis mit Angehörigen: Beachten Sie diese Sonderfälle

Sie planen, innerhalb der Familie Wohnraum zu vermieten.

Theoretisch wäre es steuerlich sehr interessant, folgendes Modell zu konstruieren:

Sie errichten ein Einfamilienhaus nach den Plänen Ihres Bruders, das Sie dann an Ihren Bruder und seine Familie vermieten.

Im Gegenzug errichtet Ihr Bruder ein Einfamilienhaus nach Ihren Vorstellungen, das Sie von ihm mieten, um darin mit Ihrer eigenen Familie zu wohnen.

Keine steuerliche Anerkennung

In einem solchen Fall besteht aber keine Chance, das Finanzamt zur Anerkennung steuerlicher Vorteile zu veranlassen, da es sich nicht um Mietverhältnisse handelt wie zwischen fremden Dritten.

Aber: Ausnahme möglich

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass ein Mietverhältnis dann vom Finanzamt anzuerkennen ist, wenn ein Kind den Eltern eine Wohnung vermietet, und dieses Kind selbst in einem Haus der Eltern wohnt und hierfür keine Miete zahlt.


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Der Vorteil dieser Gestaltung liegt darin, dass über das Mietverhältnis die Kosten für den Erwerb oder die Errichtung der Immobilie des Kindes steuerlich geltend gemacht werden können.

Bei Rückfluss der Mietzahlungen: Scheingeschäft

Es darf natürlich nicht so sein, dass die Mietzahlungen der Eltern vom Kind an die Eltern zurückgegeben werden. Wenn das so wäre, würde ein Scheingeschäft vorliegen und eine Steuerhinterziehung vorliegen.

Würden aber tatsächlich die Eltern die Miete zahlen, wäre gegen eine solche Gestaltung nichts einzuwenden.

Erbschaftsteuerfreie Vermögensübertragung

Zusätzlich böte diese Gestaltung den Vorteil, dass das Vermögen der Eltern erbschaftsteuerfrei auf die Kinder übertragen werden kann.

Sonderfälle: Das gilt bei selbst bewohntem Haus und bei minderjährigem Mieter

Zwei weitere, in der Praxis häufige Sonderfälle gibt es bei der Vermietung an Angehörige zu beachten, um steuerliche Nachteile zu vermeiden.

1. Mietverhältnis im selbst bewohnten Haus

Wenn Sie im eigenen Haus ein Mietverhältnis mit einem Angehörigen, z. B. mit Ihrem Kind, begründen wollen, ist es wichtig, dass die Wohnung tatsächlich auch räumlich abgetrennt ist und das Kind in dieser Wohnung einen eigenen Hausstand unterhält.

Das setzt mindestens voraus, dass in der Wohnung, die das Kind gemietet hat, eine Küche oder Kochgelegenheit vorhanden ist. Weiter muss die Wohnung auch abgegrenzt sein und darf nicht von Ihnen mitbenutzt werden. Vermeiden Sie auch, dass Sie durch die Mietwohnung gehen müssen, um etwa in den Keller zu kommen.

2. Minderjähriger Mieter

Damit der Mietvertrag mit einem minderjährigen Kind anerkannt wird, muss eine Genehmigung vom Vormundschaftsgericht eingeholt werden.

Das Vormundschaftsgericht verlangt darüber hinaus, dass ein sogenannter Ergänzungspfleger für Ihr Kind den Vertrag genehmigt.

Klären Sie in jedem Fall vorher mit dem für Sie zuständigen Vormundschaftsgericht ab, ob ein solcher Ergänzungspfleger für den Vertrag, den Sie abschließen wollen, notwendig ist.

Das zuständige Vormundschaftsgericht ist für Sie das Amtsgericht an Ihrem Wohnsitz.

Checkliste: So gestalten Sie Ihr Mietverhältnis mit Angehörigen aus steuerlicher Sicht optimal

 

13. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.