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Mietvertrag: Grillverbot ist zulässig

Wenn Sie Streitigkeiten über das Grillen ein für allemal ausschließen wollen, können Sie mit Ihren Mietern bei Mietvertragsabschluss gleich ein Grillverbot vereinbaren.

Stellen Sie dabei klar, ob auch das Grillen mit dem Elektrogrill von dieser Regelung erfasst sein soll.

Sinnvoll kann es beispielsweise sein, das Grillen auf dem Balkon in großen Wohnanlagen generell zu untersagen.

Denn einerseits würde der Qualm vom Grill hier fast zwangsläufig in die geöffneten Fenster benachbarter Wohnungen hineinziehen.

Außerdem würden die Bewohner, selbst wenn jeder Mieter nur 1- bis 2-mal im Monat grillen will, fast täglich mit Beeinträchtigungen aus der einen oder der anderen Richtung konfrontiert, und das wäre unzumutbar.

Vorsicht: Haben Sie im Mietvertrag das Grillen nicht ausgeschlossen, können Sie das später durch einseitige Regelung, beispielsweise in einer Hausordnung, auch nicht mehr nachholen. Solch ein absolutes Grillverbot ist nämlich nur wirksam, wenn der Mieter ihm zustimmt.

Grillen ist erlaubt, aber nicht unbegrenzt

Schweigt Ihr Mietvertrag zur Frage des Grillens, dann dürfen Ihre Mieter auf dem Balkon grillen. Gehören zum Haus Außenanlagen, die den Mietern zur Mitbenutzung zur Verfügung stehen, dann können sie auch dort grundsätzlich einen mobilen Grill für ein Barbecue aufstellen.


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Allerdings ist auf die Belange der übrigen Mieter und gegebenenfalls der Grundstücksnachbarn Rücksicht zu nehmen. Diese Rücksichtnahme betrifft drei unterschiedliche Aspekte:

  • Standort des Grills
  • Dauer der Grillfeier
  • Häufigkeit von Grillveranstaltungen

Nach Möglichkeit ist der Standort für den Grill so auszuwählen, dass eine Beeinträchtigung der Hausbewohner und Nachbarn ausgeschlossen ist. Beim Grillen auf Balkonen und in kleinen Gärten ist aber eine Auswahl unter verschiedenen Aufstellorten meist gar nicht möglich.

Deshalb schränken die Gerichte das Grillen in solchen Fällen in zeitlicher Hinsicht ein, um einen gerechten Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Mietern oder den Nachbarn herbeizuführen.

Einmal im Monat darf gegrillt werden

Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Bonn zum Beispiel dürfen Mieter in einem Mehrfamilienhaus in der Zeit von April bis September einmal monatlich auf dem Balkon oder der Terasse den Holzkohlegrill betreiben.

Zusätzliche Voraussetzung allerdings: Sie müssen diejenigen Mieter im Haus, deren Belästigung durch die Rauchgase unvermeidlich ist, mindestens 48 Stunden vorher informieren (AG Bonn,Urteil v. 29.04.97, Az. 6 C 545/96).

In ähnlicher Weise entschied das Bayerische Oberste Landesgericht: Für einen Grundstückseigentümer ist es zumutbar, wenn der Nachbar fünfmal während des Sommers grillt.

Jedenfalls wenn der Grill am äußersten Ende des Gartens, im entschiedenen Fall mit einem Abstand von 25 Metern zu den Wohnräumen des Nachbarn, aufgestellt wird (BayObLG, Beschuss v. 18.03.99, Az. 2 Z BR 6/99).

Das Landgericht Stuttgart hielt demgegenüber den Betrieb eines Gartengrillgerätes auf einer Terrasse nur dreimal im Jahr für zulässig (LG Stuttgart, Beschluss v. 14.08.96, Az. 10 T 359/96).

Tipp: Grillen ankündigen

Beschwert sich ein Mieter bei Ihnen über störendes Grillen anderer Hausbewohner, weisen Sie ihn darauf hin, dass gegen gelegentliches Grillen nichts einzuwenden ist. Unter Umständen kann die Wahl eines anderen Grillplatzes den Konflikt entschärfen.

Bitten Sie Ihre grillfreudigen Hausbewohner darum, die übrigen Mieter rechtzeitig zu informieren, damit diese die Beeinträchtigungen durch vorübergehendes Schließen von Fenstern und Türen minimieren können.

27. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.