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Mietvertrag: Vermeiden Sie Flächenangaben

Vermieter haben oft keine genauen Informationen über die tatsächliche Wohnungsgröße der zu vermietenden Wohnung.

Oft wird die Wohnungsgröße nur grob geschätzt, was bei verwinkelten Wohnungen oder bei Wohnungen mit unterschiedlicher Raumhöhe nur schwer möglich sein dürfte.

Oft vertrauen Vermieter auf Wohnflächenberechnungen des Voreigentümers, ohne diese geprüft zu haben.

Daraus können allerdings unnötige Kosten für den Vermieter entstehen.

Das ist die Falle:


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Ab 10% Abweichung Mietminderung möglich

Sie müssen wissen, dass es einen Mangel der Mietsache darstellt, wenn die tatsächliche Wohnfläche geringer ist als die vertraglich vereinbarte.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass der Mieter zur Mietminderung berechtigt ist, wenn die Flächenabweichung mehr als 10% ausmacht (BGH, Urteil v. 24.03.04, Az. VIII ZR 133/03).

Zusätzlich darf der Mieter die in der Vergangenheit zu viel bezahlte Miete von Ihnen zurückfordern. Wenn also Ihre Flächenangabe um mehr als 10% von der tatsächlichen Wohnfläche abweicht, kann Sie das teuer zu stehen kommen.

Beispiel aus der Praxis

Sie vermieten eine Wohnung für 800 € (ohne Betriebskostenvorschüsse). Im Mietvertrag steht, dass die Wohnung 100 m² hat. Nach 2 Jahren misst der Mieter die Wohnung genauer nach und kommt auf eine Wohnungsfläche von nur 88 m².

Dies entspricht einer Flächenabweichung von 12%. Ihr Mieter ist daher berechtigt, die Miete zukünftig um 12% zu mindern. Zudem hat er erhebliche Rückzahlungsansprüche. Ihr Mieter kann daher für jeden Monat 96 €, für 2 Jahre somit stolze 2.304 € zurückfordern.

Auch „ca.“-Angaben vermeiden

Achtung: Auch eine „ca.“-Angabe bei der Wohnfläche hilft Ihnen nicht weiter, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Nach Auffassung des BGH ist eine konkrete Flächenangabe und eine „ca.“-Angabe bei der Erheblichkeitsgrenze von 10% gleichzusetzen.

So machen Sie es richtig:

Verzichten Sie ganz auf eine Flächenangabe im Mietvertrag, wenn Sie sich nicht sicher sind, dass die Ihnen bekannte Flächenangabe auch wirklich richtig ist.

Flächenangabe keine Pflicht

Sie sind nicht verpflichtet, eine Flächenangabe im Mietvertrag zu machen.

Wenn Sie dennoch die Wohnfläche angeben wollen, sollten Sie sich diese von einem Fachmann (etwa einem Architekten) auf der Basis der maßgebenden Wohnflächenverordnung (WoFlV) ermitteln lassen.

Sicher: „Wohnfläche nicht verbindlich“

Eine andere Möglichkeit eröffnet ein aktuelles Urteil des BGH (BGH, Urteil v. 10.11.10, VIII ZR 306/09): Wenn Sie im Mietvertrag festhalten, dass die angegebene Wohnfläche nicht verbindlich ist, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wir schlagen Ihnen daher folgende Formulierung vor:

Die Wohnung hat ca. 80 m². Die Parteien sind sich darüber einig, dass diese Angabe wegen möglicher Messfehler nicht zur Festlegung des Mietgegenstands dient. Der räumliche Umfang der gemieteten Sache ergibt sich vielmehr aus der Angabe der vermieteten Räume.

5. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.